Freiburg

Bei "Jugend forscht" stellen 187 Schüler ihre Erfindungen vor

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Do, 01. Februar 2018 um 22:00 Uhr

Südwest

Beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" nehmen 187 Schüler teil. Auf dem Messegelände Freiburg stellen sie ihre Projekte.

Seit ihrer Rückenoperation könne sich seine Oma nur noch eingeschränkt bewegen, sagt Heiko Dietsche. Das hat den jungen Tüftler und seine Mitschüler Robin Bächle und Sven Gantert, alle 19, veranlasst, einen motorisierten Stuhl zu bauen, der älteren Menschen das Aufstehen erleichtern soll. Mithilfe eines eingebauten Hubtisches lässt sich die Sitzfläche am Stuhlrücken per Knopfdruck langsam anheben, bis die eben noch sitzende Person aufrecht steht. "Mit Blick auf den demografischen Wandel ist unsere Idee zukunftsweisend", sagt Robin Bächle. Und der größte Vorteil: Bis auf wenige Komponenten, wie den Motor, könnten die drei alles selbst reparieren.

Mit den drei Schülern der Gewerblichen Schule in Waldshut nehmen dieses Jahr 187 Teilnehmer an den Regionalwettbewerben "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" teil. An 95 Ständen in der Sick-Arena auf dem Messegelände Freiburg stellen sie ihre Projekte und Erfindungen aus sieben verschiedenen Bereichen vor – wie Arbeitswelt, Technik oder Physik. Während die Jugendlichen noch mehr Projekte als im Rekordjahr 2017 ausgestellt haben, ist der Anteil der Mädchen unter ihnen rückläufig und liegt bei 30 Prozent. Die regionalen Gewinner dürfen im März und April am Landeswettbewerb teilnehmen.

Entscheidend für die Bewertung: Innovation und logische Konsistenz

Doch nicht alle Erfindungen orientieren sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen. Ein bisschen Spinnerei darf sein. Und so haben die beiden 18-jährigen Moritz Adler und Lukas Tilger sowie der 17-jährige Sven Tröscher vom Kirchzartener Marie-Curie-Gymnasium einen wiederverwertbaren und geländefähigen Rover zur Erkundung des Mars gebaut, den sie per Funk steuern können. Jurorin Maxi Frei, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Freiburger Institut für Mikrosystemtechnik, begutachtet neugierig das Weltraumgefährt aus Holz und Polyester. Sie will wissen, ob das verwendete Material den niedrigen Temperaturen auf dem Mars standhalte, und gibt Tipps, wie die Drei künftig Messfehler bei ihren Untersuchungen vermeiden können.

Entscheidend für die Bewertung sei, wie innovativ und logisch konsistent die Projekte seien, aber auch wie verständlich die Jugendlichen ihre Arbeiten präsentieren. Honoriert werde nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin. Wer mit einfachem Werkzeug in der Garage etwas zusammenbaue, erbringe eine andere Leistung, als jemand, der in einem High-Tech-Labor arbeite, sagt Frei.

Auch politisch kontroverse Themen

Nicht nur mit technischen Spielereien beschäftigten sich die Jugendlichen, sondern auch mit politisch kontroversen Themen. So haben sich die Schüler Jakob Echtle, 14, Julian Mehlhorn und Julius Schmitt, beide 13, vom Marta-Schanzenbach-Gymnasium in Gengenbach der umstrittenen Wiederansiedlung des Wolfs angenommen. Zwei Jahre lang filmten sie drei Wölfe im Wolf- und Bärenpark Schwarzwald und studierten deren Körpersprache. Nun sind die Tierfreunde davon überzeugt, dass Wolf und Mensch durchaus zusammenleben können. Landwirte müssten zum Schutz ihrer Schafe nur einen Esel halten, sagt Julian, dessen Eltern selbst Schafe auf ihrem Hof halten. Ob die Jungs denn die Auseinandersetzung mit Landwirten scheuen, die sich gegen die Ansiedlung des Wolfs wehren? "Nein, wir haben die besseren Argumente", sagt der 14-jährige Jakob kess.