90 000 Euro für die Reparatur

Beim Europa-Park-Brand wurde das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Rust beschädigt

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Di, 17. Juli 2018 um 18:13 Uhr

Rust

Bei den Löscharbeiten im Europa-Park Ende Mai ist das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Rust beschädigt worden. Erst vor einem Jahr hatte sie es angeschafft, für mehr als eine halbe Million Euro. Nun steht es in einer Karlsruher Werkstatt. Die Reparatur wird teuer.

Viel Lob hatte es für das schnelle und professionelle Eingreifen der Rettungskräfte gegeben, die beim verheerenden Brand im Europa-Park Ende Mai im Einsatz waren. Auch 35 Feuerleute der Freiwilligen Feuerwehr Rust zählten bei der Brandbekämpfung zum ersten Stoßtrupp. Alle 35 Wehrleute sind wieder einsatzbereit, Teile des eingesetzten technischen Geräts nicht. Bürgermeister Kai-Achim Klare, Kraft Amtes erster Feuerwehrmann in der Gemeinde, sieht die Havarie des nagelneuen Fahrzeuges nicht so dramatisch. "Bei jedem Einsatz der Feuerwehr ist ein gewisser Materialverschleiß vorhanden. Schläuche, Kleidung oder Pumpen kommen irgendwie immer defekt aus einem Löscheinsatz. Zugegeben, die Schadenshöhe nach dem Brandeinsatz im Europa-Park ist eine Nummer größer als sonst, aber wenn man das ganze im Verhältnis zur Heftigkeit des Einsatz bewertet, relativiert sich die Geschichte wieder", erklärte der Bürgermeister.



Wie es zu den Schäden kam, wollte der Bürgermeister im Detail nicht erläutern. Diese Informationen seien Bestandteil des Einsatzberichts, so der Bürgermeister. Offenbar ist dieser in Teilen auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die Schäden am Fahrzeug seien auch differenziert zu sehen, so Klare. So seien einige Spuren am Fahrzeug im Rangierbetrieb mit dem Fahrzeug und der Drehleiter entstanden. Gerüchte, wonach am Feuerwehrfahrzeug Schäden im sechsstelligen Bereich entstanden seien, entbehrten indes jeder Grundlage, so der Bürgermeister. Manche sollen gar von Totalschaden wurde gesprochen haben.

Wie lange das Drehleiterfahrzeug noch in der Werkstatt sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Unterdessen hat die Feuerwehr Rust ein Ersatzfahrzeug erhalten. "Das Fahrzeug leistet das, was es leisten soll. Die Feuerwehr ist uneingeschränkt einsatzfähig", erklärte der Bürgermeister.

Vor fast genau einem Jahr war das neue Drehleiterfahrzeug bei der Ruster Feuerwehr in Dienst gestellt worden. Diese Investition der Gemeinde in Höhe von rund 570 000 Euro war das Ergebnis eines mit viel Aufwand im Jahr davor entwickelten Bedarfsplans der Feuerwehr. Zentrale Aussage darin: Während der Europa-Park-Saison beherbergt Rust um die 15 000 Gäste täglich. Daraus leite sich für die Feuerwehr ab, dass sie in der Lage versetzt werden müsse, zu jeder Tages- und Nachtzeit auch die Anzahl von Menschen zu schützen.

Vom Land keine Zuschüsse

Um diese Aufgabe wissend, hatten Verwaltung und Feuerwehr für die Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes sogar professionelle Hilfe geholt. Christian Emrich, Brandschutz- und Feuerwehrspezialist der Berufsfeuerwehr München war eigens zu einem Workshop nach Rust gekommen. Das Ergebnis: Die Ausrüstung der Feuerwehr wurde in der Folge mit viel Geld aus der Gemeindekasse modernisiert. Beispielsweise wurde das Drehleiterfahrzeug, die zuletzt wohl kostspieligste Anschaffung, ohne Zuschüsse des Landes angeschafft.

Der Schaden am Drehleiterfahrzeug übrigens falle unter den Versicherungsschutz der BGV Badische Versicherungen, so der Bürgermeister.

Mehr zum Thema: