Urige Tradition

Beim Germanefescht in Mambach wurde unterm dicken Fell ordentlich geschwitzt

Paul Berger

Von Paul Berger

So, 05. August 2018 um 13:32 Uhr

Todtnau

Alle zwei Jahre findet in Zell-Mambach ein urzeitliches und grandioses Schauspiel statt, das zweifellos weit und breit seinesgleichen sucht: das Germanefescht.

Dabei lassen sich die Gäste gerne zurück in eine längst vergangene Zeit entführen. Das Germanenfest zieht nicht nur viele einheimische Besucher in seinen Bann, nicht wenige reisen auch von weither an, um dieses urzeitliche Event hautnah erleben zu können und um kräftig mitzufeiern.

Video: Germanefescht in Mambach

Gestartet wurde am Freitagabend mit einer fröhlich und lockeren Party mit den Zeller Patchwork-Musikern auf dem Festgelände "Eichenbrändle". Gewaltig beeindruckt hat die Besucher der Schweizer Feuerkünstler Christian Ziegler mit seiner gelungenen und wohl auch einzigartigen "Feuer-Show".

Tradition hat der imposante Germanenzug durchs Dorf am Samstag. Natürlich ließen es sich Zuschauer und Gäste nicht nehmen, dieses Spektakel hautnah zu erleben. Klar, dass dieses Ereignis von vielen mit Kameras und Handys festgehalten wurde. Etwas Pech hatte indes Germanenfürst Klaus Ruf. Ihm stand in diesem Jahr bedauerlicherweise kein Pferdegespann zur Verfügung, das ihn und seinen Kampfwagen zog. So musste auch er, wie die übrigen Gruppen und Stämme, den Weg zum Germanendorf "Eichenbrändle" zu Fuß zurücklegen. Einzige Ausnahme: der mit Metfässern vollgepackte Wagen wurde von einem Brauerei-Pferdegespann gezogen.

Die Vandalen kamen von der Nordsee

Oben angekommen begrüßte der Fürscht die Besucher und Gäste auf seinem Göttersitz Asgard. Die weiteste Reise hatten die Vandalen aus Otterndorf an der Nordseeküste zurückgelegt. Erstmals mit dabei war auch eine Theatergruppe aus Meißen in Sachsen. Wie üblich gab es für die Gäste und Besucher Gelegenheit, sich an einer Reihe von Wettkämpfen wie dem Bogenschießen, Stein-Weitwurf, Speerwerfen und Knochenstemmen zu versuchen. Einzig den Damen vorbehalten blieb das spannende "Baumstumpfziehen". Dabei postieren sich die mutigen Teilnehmerinnen jeweils auf einem Baumstumpf und versuchten ihre Gegnerin mit dem Seil herunterzuziehen.

Den Herren der Schöpfung blieb als sportliche Betätigung hingegen das so genannte Sackschlagen. Hier gilt es, den Gegner mit gezielten Sackschlägen außer Gefecht zu setzen. Mut und vor allem eine kräftige Stimme erfordert auch der Urschrei. Bewertet wurde diese Disziplin von einer dreiköpfigen Jury, zu der dieses Mal Bürgermeister Peter Palme zählte.

Hitze und körperliche Anstrengungen machen ganz schön hungrig und durstig. Das bewährte Küchen- und Thekenpersonal hatte viel zu tun. Einige Tischsitten, wie etwa beim Spanferkelessen, das am offenen Spieß zubereitet wurde, ähnelten urzeitlichen Gepflogenheiten. Gerne besucht war auch der originelle Metbrunnen mit dem Leibgetränk der Germanen.