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21. Juni 2012

Beispiele für gute Planung

Architekten laden am Samstag zur Besichtigungstour.

  1. Erste Station der Besichtigungstour: ein in unmittelbarer Nachbarschaft zum Neorenaissance-Bau der Villa Saaler neu erbautes Zweifamilienhaus in Emmendingen Foto: Büro Völker

Gleich fünf außergewöhnliche Bauten haben die Architekten aus den Landkreisen Breisgau- Hochschwarzwald und Emmendingen ausgewählt, um sie am Tag der Architektur am Samstag, 23. Juni, der interessierten Öffentlichkeit vor Ort vorzustellen. Die jährliche Aktion, bei der jedermann kostenlos mitfahren kann, ist ein wichtiges Aushängeschild für die Branche. Sie findet nun zum 17. Mal statt.

"Wir geben uns große Mühe, wenn wir das Programm für die Besichtigungen festlegen", sagt Walter Hess, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe der Architektenkammer. Man nutze dazu die Rückmeldungen von den Teilnehmern des Vorjahrs, man bitte die ganze Architektenschaft um Vorschläge, und man schreibe zudem alle Bürgermeister und Baurechtsämter im Bezirk an, erläutert Hess. "Der Tag der Architektur ist für uns eine wichtige Gelegenheit, um uns und unsere Arbeit zu präsentieren", so Hess.

Die rund 680 Architekten in der Kammergruppe hätten derzeit im Großen und Ganzen zwar genug zu tun, doch von goldenen Zeiten des Berufsstands könne man nicht sprechen – die lägen weit zurück. Der Planungsaufwand steigt aufgrund technischer und gesetzlicher Vorgaben leider schneller als die Anpassung der Vergütung, sagt Hess. Mit dem diesjährigen Besichtigungsprogramm wolle man nun deutlich machen, wie wertvoll und lohnend eine gute Planung beim Bauen sei – bei Neubauvorhaben, aber gerade auch bei Sanierungen und Renovierungen im Bestand.

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Los geht es mit einem Abstecher in die Bergerstraße in Emmendingen, wo ein neu errichtetes Zweifamilienhaus besichtigt wird, ein Ergänzungsbau zur bereits 1898 im Neorenaissance-Stil erbauten Villa Saaler. Der moderne Neubau, den Andreas Völker aus Emmendingen entworfen hat, setzt einen reizvollen Kontrapunkt zur historischen Bausubstanz. Kubatur und Farbgestaltung vermitteln zwischen der Villa und dem neuzeitlichen Nachbargebäude.

Danach geht die Fahrt nach Riegel zu einem der wohl spektakulärsten Sanierungs- und Revitalisierungsvorhaben in der Region in den vergangenen Jahren, zu den Riegeler Lofts. Das Architekturbüro Rothweiler aus Freiburg hat dort im Auftrag der Gisinger-Gruppe weite Bereiche der denkmalgeschützten ehemaligen Riegeler-Brauerei in hochwertige Wohnungen und Büroflächen verwandelt. In vier Bauabschnitten wurden von 2008 an die Gebäude teilweise freigestellt und reduziert. Die Ostfassade blieb dabei fast im Originalzustand von 1910 erhalten. Besonders bemerkenswert sind die Zwillingsgiebel mit ihren besonderen Sandsteinelementen sowie die neun Meter hohen Fenster im Dachgeschoss des Kühlturms, die zur ganz besonderen Atmosphäre in der dortigen, rund 400 Quadratmeter großen Wohnung beitragen. Insgesamt sind mehr als 250 Wohnungen und Gewerbeeinheiten mit zusammen 12 500 Quadratmeter Nutzfläche in den historischen Mauern entstanden.

Nächste Station ist die neu erbaute Rheinauen-Grundschule in Sasbach am Kaiserstuhl. Verantwortlich für die Planung zeichnet dort das Büro Hess-Volk aus Herbolzheim. Von besonderem Interesse sind die ausgeklügelte funktionale Gliederung des Gebäudes zur optimalen Nutzung für die Ganztagesbetreuung, das Energiekonzept mit Wärmeschutz, Lüftungs- und Photovoltaikanlage sowie die Außenanlagen.

Mit der Sanierung des Rathauses in Wyhl steht anschließend gleich noch ein öffentliches Gebäude auf dem Besichtigungsplan. Das Biberacher Architekturbüro WWG hat das im Jahr 1912 errichtete Jugendstilgebäude in ein modernes kommunales Dienstleistungszentrum umgestaltet. Besondere Herausforderungen waren dabei die Schaffung eines 135 Quadratmeter großen multifunktionalen Bürgersaals und die Verwirklichung eines barrierefreien Zugangs. Dazu musste der Eingangsbereich um 30 Zentimeter abgesenkt werden.

Den Abschluss der Besichtigungstour bildet das neu erbaute Verwaltungs- und Produktionsgebäude der Firma Fritz Kramer Isolierungen in Umkirch. Im Gewerbegebiet Stöckmatten hat das Architekturbüro A-Plus aus Kirchzarten einen Komplex aus Produktionsgebäude und einem markanten, zweigeschossigen Verwal- tungstrakt entworfen. Letzterer schmiegt sich südlich an die Brandwand des Produktionsgebäudes an und weist eine prägnante Auskragung mit schräger, komplett verglaster Fassade im Obergeschoss auf.

Weitere Infos unter http://www.akbw.de

Autor: Holger Schindler


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