BEOBACHTET & GEHÖRT

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 27. April 2018

Kleines Wiesental

MUETTERSPRÖCHLER

Singende Winzer

Die Muettersproch-Gsellschaft hatte die "Singenden Winzer" Arno Müller (Gitarre) und Walter Hintereck (Akkordeon) aus Ihringen am Kaiserstuhl nach Hausen eingeladen. Die Gäste erlebten einen Abend mit Volksliedern, eigenen Gedichten und bekannten Melodien. Vieles wurde in Mundart vorgetragen, wobei man deutlich feststellen konnte, dass das Kaiserstühlerische schon nahe beim Elsässischen ist. Schon die einleitende Vorstellung brachte die Zuhörer in eine gelöste Stimmung. Die beiden 74-Jährigen stellten sich als "Nachwuchs der Ihringer Landjugend" vor. Arno Müller trug eigene Gedichte vor, die manchmal überraschend in eine Pointe übergingen. Die Instrumente fügten sich zurückhaltend in die Gesänge ein und trübten nicht die Verständlichkeit der teils ernsthaften, teils mitreißend originellen Texte. Auch wenn manche Witze vielleicht bekannt waren, wurden sie so in die Erzählungen eingebaut, dass die Überraschung nicht ausblieben. Informativ waren die Gedanken zur Entstehung und Geschichte mancher Lieder. So räumten sie mit dem alten Irrtum auf, der Bettler in Muetters Stübele stecke den "Ank" – also Butter – in die Hosentasche. Nein, es heiße ursprünglich "Rank" – also ein Stückchen Brot. Wie sollte man auch Butter im Hosensack transportieren können, ohne dass diese schmilzt? Witze über die liebe Familie kamen bestens an, so stellte Arno Müller lapidar fest: "Lieber einen Müller im Glas als einen in der Verwandtschaft."

Die beiden Künstler erklärten, dass manche als Volkslieder bekannte Melodien und Texte aus klassischen Werken stammen: Aus Mozarts "Zauberflöte" wanderte die Melodie des Stücks "Ein Mädchen oder Weibchen" zu dem Lied "Üb immer Treu und Redlichkeit". Das Kinderlied "Mit dem Pfeil, dem Bogen" kommt aus Schillers "Wilhelm Tell". Immer wieder wurden die Zuhörer zum Mitsingen aufgefordert, was diese gerne taten. Zum nächsten Termin der Muettersproch-Gsellschaft kommt am 17. Mai Frank Dietsche aus Obereggenen.

LANDSCHAFTSPFLEGER

Einsatz in Bürchau

Über 25 Helfer folgten dem Aufruf der Weide- und Landschaftspflegegemeinschaft Bürchau zum Herrichten der Gemeinschaftsweide für den Auftrieb des Fremdviehs aus Hüsingen, das ab Mitte Mai wieder auf Bürchaus Wiesen weidet. Es gab viel zu tun auf der 10 Hektar großen Fläche: Neben dem Überprüfen und Reparieren der Zäune war auch Sturmholz aufzuarbeiten. Bei sommerlichen Temperaturen und den steilen Weidbergen war das eine schweißtreibende Angelegenheit. Doch mit vereinten Kräften konnte in rund 120 Arbeitsstunden wieder dazu beigetragen werden, ein Stück der Kulturlandschaft im Kleinen Wiesental offen zu erhalten. Auch die gemeinsam mit den sieben anderen Weidegemeinschaften im Kleinen Wiesental angeschaffte Mulchraupe war im Einsatz. Verpflegt wurde der Landschaftspflegetrupp mit Grillwürsten und Getränken bei der Silberberghütte.