Acht eiskalte Kunstwerke

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Di, 11. Dezember 2018

Bernau

16 Künstlerinnen und Künstler werden beim dritten Schwarzwälder Schneeskulpturen-Festival in Bernau Skulpturen schaffen.

BERNAU. Das dritte Schneeskulpturen-Festival findet vom 7. bis zum 10. Februar rund um den Pavillon im Skigebiet Spitzenberg statt. Acht Teams, denen Künstler aus sechs Ländern angehören, werden acht Entwürfe umsetzen.

Vor zwei Jahren "hat man es einfach gewagt und gleich beim ersten Mal war es ein Erfolg", sagt Tourismuschef Werner Baur – im Februar 2019 wird es die dritte Ausgabe des Besuchermagneten "Schneeskulpturen-Festival" geben. Acht zweier Teams werden jeweils ein Kunstwerk schaffen.

"Die Werbung läuft", sagt Baur, die Gemeinde werbe in sozialen Netzwerken und mit einer eigenen Homepage für die Veranstaltung und die Resonanz sei sehr groß. Schon im Sommer hatte Bernau im Programmheft des St. Blasier Bildhauersymposiums für das Schneeskulpturen-Festival geworben, im eigenen Flyer werde nun auch für das kommende Symposium in der Domstadt werben. In überregionalen Medien, im Gästejournal Schwarzwald und auch in Schweizer Medien mache die Gemeinde auf das Ereignis aufmerksam.

19 Entwürfe lagen der Gemeinde vor, berichtet Bürgermeister Alexander Schönemann. "Es müssen umsetzbare Entwürfe sein" – das sei eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl durch die Mitglieder des Gemeinderates in nichtöffentlicher Sitzung gewesen. Auch die Statik und die Langlebigkeit seien von großer Bedeutung, schließlich sollen die Kunstwerke auch noch möglichst lang nach dem Festival-Wochenende von Besucher bestaunt werden können.

Pascal Wirth und Jessica von Leliwa (Frankreich/Deutschland) wollen die "Bernauer Hexe" formen. Dabei soll eine Nebelmaschine sogar den Kessel aus Schnee dampfen lassen, erzählen Schönemann und Baur. Lorenz Demetz und Thomas Mussner (Gröden in Südtirol) haben sich die Skulptur "Masha und der Bär" vorgenommen.

Das Bernauer Künstlerteam Christel Steier und Johannes Köpfer wird das Kunstwerk "Der weiße Moai" erschaffen. Das Kunstwerk erinnert an die berühmten Steinstatuen auf den Osterinseln. Ebenfalls im Thoma-Tal sind Ulrike Wasmer-Ludwig und Edelbert Wasmer zu Hause. Sie nennen ihre Skulptur "Perfekt?" Mit einem Frauengesicht wollen sich die beiden Bildhauer dieser Frage annähern. Aus den USA kommen der aus Eisenbach im Hochschwarzwald stammende Peter Hermann und Douglas Scherrinsky (er ist zum ersten Mal in Bernau dabei).

Aus ihrem Schneequader werden sie ein Drachenbaby formen, das gerade aus dem Ei schlüpft. Simon Morgenthaler und Eva Stoiber (Österreich/ Schweiz) werden in der "Open-Air-Galerie" im Skigebiet Spitzenberg eine Sphinx gestalten. Eine moderne Skulptur haben sich Ralf Rosa und Peter Fechtig aus Grafenhausen vorgenommen. "Leichtes Mädchen" haben sie ihren Entwurf genannt, wobei es dabei um die leichten Formen gehen, wie Baur erläutert.

Für jedes Team wird der Bauhof einen Würfel aus komprimiertem Schnee mit einer Seitenlänge von drei Metern herstellen, erläutert Bürgermeister Alexander Schönemann. Der werde aus Naturschnee und auch aus Maschinenschnee bestehen. Der mit Hilfe von Schneilanzen hergestellte Schnee sei für die Bearbeitung besonders gut.

Während die Künstler an ihren Skulpturen arbeiten und dabei von Besuchern beobachtet werden können, werde aber auch ein Rahmenprogramm Gäste nach Bernau locken, sagte Baur. Einen Unterhaltungsabend am Samstagabend wird der Schauspieler und Kabarettist Martin Wangler moderieren.

Für die Gemeinde hat sich das Schneeskulpturen-Festival sozusagen aus dem Stand zu einem wichtigen Ereignis entwickelt: Busunternehmen melden sich bei der Touristinformation, weil sie gerne Touren zum Festival anbieten wollen. Die örtlichen Hotels unterstützen die Organisatoren, indem sie Zimmer für die Teams bereitstellen oder zu einem gemeinsamen Essen einladen. Jeden Tag erreichten die Touristinformation Anfragen von Menschen, die zum Schneeskulpturen-Festival anreisen wollen, sagt Baur und ergänzt: "Die Hotelbetten für das Wochenende sind schon ausgebucht".