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05. Januar 2013

Auftragsschwankungen gut überstanden

Bernauer Unternehmen waren im Jahr 2012 erfolgreich / Die Stimmung bleibt gut / Flexibilität der Mitarbeiter ist für die Wettbewerbsfähigkeit wichtig.

  1. Das Unternehmen „Fritz Baur Holzerzeugnisse“ (Foto) musste mit Schwankungen und der fehlenden Herbstbelebung auf dem Möbelmarkt zurecht kommen. Die eigene Möbelmarke entwickelt sich positiv. Foto: Stefan Sahli

  2. Holz aus verschiedenen Ländern wird bei Spiegelhalter Holzleisten verarbeitet. In diesem Jahr schaffte das Familienunternehmen ein starkes Umsatzplus. Foto: Sebastian Barthmes

  3. Genug Arbeit gab es für die Bernauer Bauunternehmen Valentini (Foto) und „Schmidt Hoch und Tief“. Foto: Susanne Filz

BERNAU. Rund um den Jahreswechsel ziehen auch die einheimische Betriebe eine Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres und wappnen sich für die Herausforderungen des neuen. Im Großen und Ganzen zeigen sich die Betriebe in Bernau zufrieden mit 2012, allerdings trübten das Abflauen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte und die steigenden Preise für Material und Treibstoffe das Bild.

SPIEGELHALTER HOLZLEISTEN

Firmenchef Pirmin Spiegelhalter berichtete von einem starken, überdurchschnittlich guten ersten Halbjahr mit einem Umsatzplus von fast zehn Prozent, während die zweite Jahreshälfte eher etwas schleppend begann, sich aber doch wieder durch kurzfristige Aufträge erholte. Insgesamt könne das Jahr mit einem kleinen Plus von etwa vier Prozent abgeschlossen werden, resümierte der Chef. Er betonte aber, dass immer viel zu tun bleibe, um den Stand zu halten, wofür alle Mitarbeiter gefordert seien.

Spiegelhalter erwähnte die getätigten Investitionen und Änderungen vom Umbau der Absauganlage über ein neues Klebstoffauftragungsgerät und ein neues Verwaltungsprogramm bis zur Einführung des Programms SMS (Sicherheit mit System) der Berufsgenossenschaft. Im Büro sei nach dem zweiten Einbruch im März 2012 eine neue Alarmanlage installiert worden, die Lastwagenhalle sei fertig gestellt und der Hofplatz repariert worden. Geplant sei im neuen Jahr eine Erweiterung des Parkplatzes, eventuell sollen eine neue Packmaschine angeschafft, die Kehlmaschine umgestellt und Neuerungen im Lackierraum getätigt werden.

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Pirmin Spiegelhalter lobte mit Dank das gute und schlagfertige Team der 20 Mitarbeiter und bat um noch mehr Flexibilität, um Qualität und Zuverlässigkeit garantieren zu können. Er dankte besonders seinen Eltern, die durch ihr umsichtiges und weit vorausdenkendes Handeln die Firma Spiegelhalter Holzleisten dahin gebracht hätten, wo sie heute stehe. Seniorchef Ernst Spiegelhalter ist seit 55 Jahren, seine Frau Walburga seit 44 Jahren und beide noch immer im Betrieb tätig. Sie haben den Werdegang der Firma geprägt – vom Krauthobel und Vesperbrettle zu den hoch spezialisierten Holzleisten.

Das Unternehmen sei international ausgerichtet, sagte ein Mitarbeiter, es verarbeite Holz aus der ganzen Welt, liefere ihre Produkte in die ganze Welt und habe ein internationales Mitarbeiterteam, das bestens und beispielhaft miteinander auskomme.

FRITZ BAUR HOLZERZEUGNISSE

Wechselhaft war das Jahr aus Sicht des Unternehmens. Von starken Auftragsschwankungen sowie Ausfällen auf Kundenseite sei rückblickend das abgelaufene Jahr geprägt gewesen, berichtete Georg Baur. Diese Schwankungen hätten gerade im ersten Halbjahr noch sehr gut kompensiert werden können, doch konnten die Erwartungen im zweiten Halbjahr durch eine fehlende Herbstbelebung im gesamten deutschen Möbelmarkt nicht erfüllt werden.

Positiv sei die Entwicklung der eigenen Möbelmarke "increva", sagte er. Sie sei neben dem Tätigkeitsschwerpunkt der Zulieferprodukte für die Möbelindustrie ein wichtiges Standbein. Nicht zuletzt durch eine Vergrößerung der Vertriebsmannschaft und einen neuen Internetauftritt konnte bei der eigenen Marke eine Steigerung erzielt werden. 2013 soll gerade in diesem Bereich vorhandenes Potential ausgeschöpft werden.

Gerade durch die Flexibilität der Mitarbeiter könne der notwendige Wettbewerbsvorteil gehalten werden, was sich besonders im zweiten Halbjahr von 2012 deutlich gezeigt habe. Nicht zuletzt durch erfahrene und treue Mitarbeiter können die Qualitätsansprüche der Kunden erfüllt werden, so die Geschäftsleitung. Ein ständiges Hinterfragen der Prozesse und deren Verbesserung spiele dabei eine ebenso große Rolle, wie der Einsatz eines modernen Maschinenparks, sagte Georg Baur und ergänzte, dass dieser im aktuellen Jahr durch Investitionen in eine energieeffiziente Drucklufterzeugung ergänzt worden sei.

Das Unternehmen bildet auch aus. Damit lege "Fritz Baur" den Grundstein für qualifizierte Mitarbeiter zur Herstellung hochwertiger Produkte. Ausbildungsplätze werden auch zukünftig angeboten.

SCHMIDT HOCH + TIEFBAU

Positiv fällt die Bilanz bei dem Bauunternehmen aus. Auf ein erfolgreiches und zufriedenes Jahr 2012, auf die gute Auslastung und auf keine nennenswerten Unfälle blickt Geschäftsführer Rudolf Schmidt zurück. Neben Auftragsüberhängen von 2011 hätten einige bedeutende Bauwerke fertig gestellt werden können. Als bedauerlich bezeichnete er die Preiserhöhungen der Materiallieferanten. Dabei sei keine Rücksicht auf Bauverträge mit Kunden über längere Zeiträume genommen worden. Die Erhöhungen habe das Unternehmen schlucken müssen. Fatal sei die Preisentwicklung beispielsweise für Diesel, Öl, Reifen und Ersatzteile gewesen. Sein Unternehmen koste der Dieselverbrauch jede Woche etwa 5000 Euro. Festgestellt habe man den Vorteil der Teamarbeit im Betrieb zum Wohle der Kunden, des Betriebes und jedes einzelnen Mitarbeiters. Die Struktur des Betriebes würde dazu beitragen, den Auftraggebern Leistungen anzubieten, die ohne ein gewisses Fachwissen und ohne personelle und technische Ausstattung nicht von jedem ausgeführt werden könnten. Mit den neuen Aufträgen für das kommende Jahr ist der Betrieb laut Rudolf Schmidt noch nicht ganz ausgelastet.

Mit durchschnittlich 65 Mitarbeitern und zeitweise zehn bis 15 Beschäftigten aus Subunternehmen war das Bauunternehmen 2012 tätig, berichtete der Geschäftsführer. Durch die weit verstreuten Baustellen sei der Betrieb auf eigenverantwortliche und tatkräftig zupackende Mitarbeiter angewiesen. Ein besonderer Dank der Firmenleitung galt den Ruheständlern für den pausenlosen Einsatz, wenn es irgendwo klemme.

In diesem Jahr konnte der Betrieb durch zehn neue Mitarbeiter verstärkt werden. Erfreut sei man über fünf Auszubildende in verschiedenen Gewerken, die die Zukunft eines jeden Betriebes seien, so Rudolf Schmidt. Neben qualifizierten Mitarbeitern sei aber auch die technische Ausstattung auf dem modernsten Stand zu halten, Neubeschaffungen seien neben Investitionen für das neue Jahr geplant.

VALENTINI HOCH-, TIEF- UND STRAßENBAU

Hugo Valentini berichtet rückblickend von einem guten Jahr mit genug Aufträgen, um alle 28 Mitarbeiter beschäftigen zu können.

Für das neue Jahr sei der Auftragsbestand für vier Monate gesichert, doch wünsche er sich zwei große Aufträge neben vielen kleineren Arbeiten, um alle Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können. Ein Betrieb sei auf gute Mitarbeiter angewiesen, so wie das von ihm und seinem Bruder geführte Unternehmen sie habe. Dass sie ihre Arbeit gut machen, bestätigten die Bauherren und Ingenieurbüros mit Lob und Anerkennung. Sein besonderer Dank gelte hier den Rentnern, die bei Bedarf bereitwillig einsprängen, sowie allen, die bereit seien, auch samstags zu arbeiten und vor allem auch den Schneeräumern. Der Firmenchef blickt auf größere Aufträge im zu Ende gegangenen Jahr, unter anderem in Schönau und Dachsberg, in St. Blasien, Bernau, Häusern und Rheinfelden zurück.

Autor: Ulrike Spiegelhalter