Geburtstagsfest für ein "altes Haus"

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Sa, 25. August 2018

Bernau

Die Bernhauer Skihütte steht seit 70 Jahren / Am Sonntag wird mit einem Gottesdienst, Musik und Speis’ und Trank gefeiert.

BERNAU. Vor 70 Jahren, am 12. Dezember 1948, wurde laut einer Eintragung im Hüttenbuch die Bernauer Skihütte am Fuße des Herzogenhorns eingeweiht. Die Hüttengemeinschaft Bernau, die ebenfalls auf ihr 70-jähriges Bestehen zurückblicken kann, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Hütte zu unterhalten und zu erhalten. Bruno Maier, er ist Schriftführer der Hüttengemeinschaft, gab der Badischen Zeitung einen Einblick in die 70-jährige Geschichte von Hütte und Hüttengemeinschaft.

Die Skihütte liegt etwa knapp hundert Höhenmeter unter dem Herzogenhorngipfel, man erreicht sie von Bernau-Hof aus, über das Hofeck, über den Schwarzbrunnenweg zu den Allmösern. Man genießt von hier aus einen herrlichen Blick hinunter in das 400 Meter tiefer liegende Bernauer Tal oder bei klarer Sicht zu den Schweizer Alpen bis hin zum Mont Blanc. Deshalb ist die Hütte bei Wanderern äußerst beliebt als letzte Rast vor dem Aufstieg zum Herzogenhorn.

Im Jahre 1948 wurde die Hütte von Mitgliedern der Skizunft auf einer gemeindeeigenen Fläche als Schutzhütte errichtet. Sie diente jungen Skiläufern der Bernauer Skizunft als Stützpunkt für ein besseres Training in schneesicherem Gebiet und ermöglichte eine Übernachtung auf halber Strecke auf dem Weg zu Skirennen am Feldberg. In den Sommermonaten gewährte sie bei Bedarf den Waldarbeitern der Gemeinde eine Unterkunft.

Im Pachtvertrag, der 1949 zwischen der Gemeinde und der Hüttengemeinschaft der Skizunft abgeschlossen wurde, ist festgehalten, dass das Gelände, auf dem die Hütte steht, auf eine Dauer von 99 Jahren kostenlos überlassen wird. Als Gegenleistung stellt die Hüttengemeinschaft jederzeit die Schutzhütte auf Anfrage, vordringlich für die Benutzung zu forstwirtschaftlichen Zwecken, kostenlos der Gemeinde zur Verfügung – so ein Auszug aus dem Pachtvertrag. Unterzeichnet ist der Vertrag vom damaligen Bürgermeister Dr. Ludwig Baur. Anfangs war man sogar bemüht, eine Konzession für die Hütte zu erhalten, um Wanderer und Gäste verpflegen zu können.

Schon 1951 wurde die Bernauer Hütte im Verzeichnis des Skiverbandes Schwarzwald als Hütte mit Schlafgelegenheit aufgenommen.

Der erste Vorstand war Eugen Meyer, Oskar Maier vom Hof war als Hüttenwart von 1948 bis 1953 für die Vermietung der Hütte verantwortlich. Er wurde von Albert Schindler abgelöst, die Geschäftsführung übernahm Josef Jehle vom Hof. Ab 1966 war die Hüttengemeinschaft bemüht, die Bausubstanz der Hütte zu verbessern, ein Küchenbereich wurde angebaut, die Trinkwasserversorgung erhielt wesentliche Verbesserungen.

Im Jahre 1971 wurde Artur Schweizer zum Vorsitzenden der Hüttengemeinschaft gewählt, 1994 löste ihn Ferdinand Römer ab. Auch eine Satzung gab sich die Hüttengemeinschaft, in der geregelt ist, dass als Mitglied aufgenommen wird, wer eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden an der Hütte geleistet hat. So gibt es derzeit drei Anwärter, die jedoch die vorgegebene Stundenzahl noch nicht erreicht haben, gegenüber 20 Mitgliedern der Gemeinschaft, die ihr Soll erfüllt haben.

Die für die Unterhaltung erforderlichen Gelder werden seit vielen Jahren durch Vermietung an Übernachtungsgäste erzielt. Die Nutzung für Trainingszwecke oder als Zwischenübernachtung fällt durch Liftanlagen und größere Mobilität nicht mehr ins Gewicht.

Zwischenzeitlich wurden Dach, Fassade und Kamin saniert, die WC-Anlage und die Küche wurden erneuert, die Fenster saniert und die Fassade isoliert. Vor der Hütte laden rustikale Sitzgruppen zum Verweilen ein, im Brunnen plätschert kühles Quellwasser.

Die Hüttengemeinschaft ist zwar kein eingetragener Verein, hat aber eine Satzung und einen Vorstand. 1. Vorsitzender ist Ferdinand Römer, 2. Vorstand Josef Pschera jun., Kassenverwalter ist Stefan Thoma, Schriftführer Bruno Maier und Hüttenwart Christof Böhler, zuständig für Vermietung und Belegung. Außerdem gibt es noch drei Beisitzer.

Info: Das 70-jährige Bestehen wird am Sonntag, 26. August, gefeiert. Das Fest beginnt um 11.15 Uhr mit einem Berggottesdienst mit Pater Roman, musikalisch begleitet von den "Blechnern" aus Bernau, die anschließend mit ihrer flotten Live-Musik für Unterhaltung sorgen. Die Hüttengemeinschaft sorgt für das leibliche Wohl der Gäste. Es besteht die Möglichkeit, die in Teilbereichen renovierte Hütte zu besichtigen.