Kunsthandwerk und Leckereien

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Di, 21. August 2018

Bernau

Holzschneflertage und Naturparkmarkt locken zahlreiche Besucher nach Bernau / Gelungenes Wochenende im Hochtal.

BERNAU. Mit den Holzschneflertagen und dem damit verbundenen Naturparkmarkt machte Bernau nach dem überaus erfolgreichen Hans-Thoma-Fest erneut auf sich aufmerksam. Begünstigt durch das schöne, sonnige Spätsommerwetter zog es außer den Einheimischen auch unzählige Gäste aus dem nahen und weiteren Umkreis, auch viele Urlauber und Schweizer Nachbarn zum bunten Markttreiben zwischen Resenhof und Forum.

Immer wieder konnte man hören, dass die Atrmosphäre und das Flair in Bernau mit dem bunten Markt, den handwerklichen Vorführungen, der Ausstellung im Forum und volkstümlicher Musik besonders anziehend seien, man auch deshalb so gern an diesem Wochenende ins Thoma-Tal gekommen sei.

An beiden Tagen erlebten Naturparkmarkt und Schneflertage einen unglaublichen Ansturm, der am Sonntag noch weit größer war, wovon die beinahe kilometerlangen Schlangen von parkenden Autos entlang der Straßen ein Zeugnis ablegten. So mancher Besucher war nach langem Suchen froh, überhaupt noch eine Parklücke gefunden zu haben. Geschätzt wurden einige tausend Besucher, die sich an beiden Tagen mitunter in langen Schlangen an den mehr als 20 Marktbuden und Infoständen sowie an den Essensständen im Festzelt drängten. Groß war der Andrang auch vor allem am Getränkestand. Mitunter war ein Durchkommen kaum möglich, die Marktbetreiber und Essenstände zeigten sich jedoch höchst zufrieden. An beiden Tagen herrschte eine fröhliche, unkomplizierte und kameradschaftliche Stimmung, die Besucher freuten sich, Bekannte zu treffen oder einen freien Platz fürs Mittagessen oder Kaffeetrinken gefunden zu haben.

Es gab ein großes Angebot regionaler Produkte von Ost und Gemüse bis zu Speck, Schinken, Wurst, Käse und duftendem Brot, Imkereiprodukten, Brotaufstrichen und einer große Auswahl an Hochprozentigem. Auch begehrte und ausgefallene selbstgemachte Gegenstände wie Naturseifen, geflochtene Körbe, Kirschkern- und Dinkelkissen und wunder schöne Weißwäsche mit Spitzen waren zu sehen.

Dazu Nützliches aus Holz und Wolle und auch winterharte Stauden und Blumen aus Bernauer Aufzucht. Beim Verein Bauerngarten und Wildkräuterland Baden konnten die Kinder Kräutersalz herstellen.

Großer Andrang herrschte auch im Forum, wo die Besucher bei einer Ausstellung der Bernauer Kunsthandwerker diesen beim Arbeiten zuschauen konnten. Hier lockten kunsthandwerkliche Gegenstände aus Holz und Keramik, den Holzbildhauern konnte man zusehen, ebenso dem Glasbläser beim Herstellen seiner gläsernen Kunstwerke.

Vorbei an den Marktständen schlenderten die Besucher in den Resenhof, der sich an diesem Wochenende als "lebendiges Museum" präsentierte. In der Stube wurde gesponnen und gestrickt, die Goldstickerei vorgeführt, wie auch das Strohflechten. Bei der Arbeit waren in den verschiedenen Werkstätten der Schindelmacher, die Bürstenmacherin, Strohschuhflechter, ein Seiler und die Uhrenschildmalerin. Ständig umlagert waren die Zimmerleute, die vor dem Resenhof zeigten und vorführten, wie früher Stämme behauen oder Düchel gebohrt wurden und wie ein großer Brunnentrog entsteht, der später den alten, morschen Brunnen vor dem Schneflermuseum ersetzen wird. Daneben zeigte ein Korbflechter seine Kunst.

Musikalische Darbietungen rundeten an beiden Tagen das bunte Markttreiben und das Besichtigungsprogramm ab. Am Samstag unterhielten die "Schwenninger Neckarbuam" und eine kleine Alphorngruppe.

Am Sonntag sorgten die urige "Hoh‘wald Musig", abwechselnd mit dem Gesangsduo Heidi & Erika mit Georg Wasmer am Akkordeon, mit volks- und alpenländischen Melodien für Stimmung. Immer umlagert waren die Alphornbläser auch am Sonntag mit ihren langen Instrumenten und den "Schneckenhörnern".

Die Naturparkwirte vom "Schwarzwaldhaus" und "Bergblick" sowie die Narrenzunft schöpften, brutzelten und servierten ihre Spezialitäten, für Getränke sorgten die Guggedubel und ein Saftstand, wie immer heiß begehrt war die große Auswahl von etwa hundert Kuchen und Torten vom Museumsverein.

Es war ein gelungenes und erfolgreiches Wochenende im Bernauer Hochtal. Die Betreiber der Stände lobten den erzielten Umsatz, ebenso die angenehme und freundliche Atmosphäre, die Essensverkäufer zeigten sich sehr zufrieden, die Akteure in Resenhof, im Forum und im Freien waren über das Interesse der Besucher erfreut.