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03. Januar 2012

Pfütze-Fäscht künftig in Bernau

Weil es in Herrischried wegen der Veranstaltung immer wieder Konflikte gab, übernimmt die Bernauer Skizunft nun die Ausrichtung.

  1. Andreas Eberle vom Pfütze-Fäscht-Team (links) überreichte am Mittwochabend dem Vorsitzenden der Skizunft Bernau, Hubert Baur, ganz offiziell die Urkunde zur Übergabe des Herrischrieder Kultevents an die Bernauer Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

BERNAU/HERRISCHRIED. Das Pfütze-Fäscht in Herrischried ist Geschichte. Mit einer Abschlussparty hat sich das Festteam von seinen Fans verabschiedet. Allerdings müssen Letztere in Zukunft nicht auf die Kultveranstaltung verzichten, denn nicht nur die letzte Spende wurde an diesem Abend übergeben, sondern auch eine Urkunde überreicht, die die Weiterführung des Pfütze-Fäschtes garantiert. Bekommen hat sie die Skizunft Bernau.

Am 10. und 11. März wollen die Bernauer die Auferstehung des Pfütze-Fäschts im Thoma-Tal feiern. "Wir hatten schon lange eine ähnliche Veranstaltung geplant", bekennt der Vorsitzende der Skizunft, Hubert Baur. "Aber weil es das Fest ja in Herrischried schon gab, kam eine Konkurrenzveranstaltung dazu für uns nicht in Frage." Das Pfütze-Fäscht, so Baur, sei so erfolgreich gewesen, daneben hätten andere Wettbewerbe ohnehin keine Chance gehabt. Und dass das bisherige Team nicht allzu sehr um seine Veranstaltung trauern muss, dafür hat die Skizunft Bernau gleich mit gesorgt: Die Erfahrungen des alteingesessenen Teams nämlich wollen sich die Bernauer keinesfalls entgehen lassen, deshalb haben sie die Organisatoren dazu eingeladen, die Jury in Bernau zu stellen. Und natürlich hoffen sie nun zuversichtlich, dass ihr Pfütze-Fäscht in Zukunft genauso gut ankommt wie der Vorgänger im Hotzenwald.

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Anfang 2000 machte das Pfütze-Fäscht zum ersten Mal Schlagzeilen. "Eiskalte Badefreuden im Bermuda-Viereck" titelte die Badische Zeitung angesichts dieses ungewöhnlichen Wettbewerbs in Herrischried-Wehrhalden, der nicht nur mit seinen kuriosen Gefährten für Aufmerksamkeit sorgte, sondern mit der Gefahr, in der mit viel Ausdauer präparierten Pfütze gründlich nass zu werden, auch durchaus zur Abhärtung der Teilnehmer beitrug.

Von Anfang an war geplant, dass der Festerlös an gemeinnützige Organisationen gespendet wird. Und mit der von Jahr zu Jahr größer werdenden Resonanz wuchs deshalb auch die Spendensumme. Mit immer ausgefalleneren, mehr oder weniger schwimmtüchtigen Vehikeln rutschten die Teilnehmer den Rodelhang hinunter und versuchten heil über die eigens angelegte Pfütze am Ende der Bahn zu kommen. Die massenhaft nach Wehrhalden strömenden Zuschauer begutachteten die thematischen Ideen der Gefährte und bejubelten deren Untergang in der eiskalten Wasserlache. Natürlich drohten im Laufe der Jahre auch Absagen wegen Schneemangels, deshalb musste die Veranstaltung auch schon mal verschoben werden. Das Aus kam indes nun aus einem anderen Grund.

Immer wieder gab es Konflikte mit einzelnen Bürgern – und obwohl Herrischrieds Bürgermeister Christof Berger klar Position für das Pfütze-Fäscht bezogen hatte und eine gerichtliche Regelung durchaus erfolgversprechend gewesen wäre, zogen es die Organisatoren Andreas Eberle, Hansjürgen Kaiser, Heinz Frommherz und der 2007 für Andreas Kaiser hinzugekommene Holger Eckert einhellig vor, die Auseinandersetzungen mit dem Fest selbst zu begraben. "Kein Schatten sollte auf der Veranstaltung lasten, die ausschließlich einem sozialen Zweck gewidmet war", erklärte Andreas Eberle, der befürchtete, dass die Streitigkeiten und Sabotagemaßnahmen nie ein Ende nehmen würden.

Ob das Pfütze-Fäscht in Bernau weiterhin einem wohltätigen Zweck oder primär Vereinszwecken, etwa der Jugendarbeit, zugutekommen soll, ist noch nicht endgültig geklärt. Zunächst aber sind alle Beteiligten froh, eine Lösung gefunden zu haben, die vielversprechend klingt und auf jeden Fall positiv in die Zukunft blicken lässt.

Autor: Karin Steinebrunner