Unwetterschäden werden beseitigt

Franz Kaiser

Von Franz Kaiser

Do, 06. September 2018

Bernau

Schwarzwaldverein und Bauhof bringen den beschädigten Hans-Thoma-Weg, über den auch der Albsteig verläuft, in Schuss.

BERNAU (fka). Arg in Mitleidenschaft gezogen wurde der Hans-Thoma-Weg durch das Unwetter Anfang Januar und weitere Starkregenfälle im Laufe des Jahres. Über diesen Weg verläuft vom Ortsteil Dorf über den Milchberg zur Krunkelbachhütte und weiter zum Herzogenhorn der neue Albsteig. Die Ortsgruppen-Wegewarte des Schwarzwaldvereins sind nun mit Unterstützung des Bauhofes dabei, den Weg wieder in einen guten Zustand zu versetzen.

Der schmale Pfad war auf Initiative des früheren Schwarzwaldvereins-Vorsitzenden, Schulleiter Richard Berthold, geplant und 1927 seiner Bestimmung übergeben worden. Ein Pressebericht über die Einweihungsfeierlichkeiten findet sich in der Chronik des örtlichen Schwarzwaldvereins. Darin heißt es:

"Am Sonntag, den 21. August, fand das Einweihungsfest statt[...] Zwei stattliche Musikkapellen, Kapelle Bregger vom Innertal und Kapelle Beringer vom Außertal, gaben dem Festzug nach dem prächtig gelegenen Scheibenfelsen das Geleite. Es war ein imposanter Anblick, wie etwa 400 bis 500 Teilnehmer in langer Reihe auf dem neuen Pfad den Berg hinanstiegen.

Auf dem über dem weiten Wiesental thronenden, von den bewaldeten Bergen umsäumten Festplatz, dessen Aussicht im Süden die Alpenkette begrenzt, begann ein frohes Treiben, ja, es entwickelte sich in zwangloser Weise ein rechtes Heimat- und Volksfest. Die vortrefflich geschulten Musikkapellen leiteten die Feier ein und lösten sich ab mit den Darbietungen des Bernauer Gesangvereins Liederkranz. Drei weißgekleidete Mädchen trugen einen Prolog vor. Das reichhaltige Programm wurde ergänzt mit frischen Heimatliedern der Schulkinder. Inmitten des blühenden Heidekrautes wurden frohe Reigen aufgeführt. Mit flotten Liedern erfreute die Gesangsabteilung der Ortsgruppe Todtnau, die zahlreich erschienen war.

Gemeinderat Eusebius Schmid begrüßte als 1. Vorsitzender die große Schar der Zuhörer. Er übergab redegewandt den Weg, den er als das Werk seines Vorgängers, des Hauptlehrers Berthold bezeichnete, der Öffentlichkeit zu fleißiger Benützung und empfahl ihn dem Schutze der Wanderwelt. Dank hatte er zu sagen der Gemeinde Bernau, dem Hauptverein des Bad. Schwarzwaldvereins, dem Forstamt St. Blasien, der Gemeinde Menzenschwand und den privaten Grundeigentümern, die alle zum Gelingen des herrlichen Werkes beigetragen haben. Sein Schlußwort und Waldheil fand begeisterten Beifall.

Auf Aussprüche Hans Thomas, des größten Bernauer Sohnes zurückgreifend, setzte Pfarrer Schweizer in seiner poesievollen Festrede den begeisterten Zuhörern die Beziehungen des Menschen zur Natur auseinander. Ein vielhundertstimmiges Waldheil klang am Ende seiner Rede ins Tal hinab. Anschließend überbrachte der Präsident des Bad. Schwarzwaldvereins die Glückwünsche und den Dank des Hauptvereins, die freudig angenommen wurden. Bei Musik und Gesang war man nach dem Abstieg in den freundlichen Gasthäusern noch lange zusammen. Zum Lob und zur Anerkennung der kleinen Bernauer Ortsgruppe darf gesagt werden, daß die gesamte Feier einen überaus würdigen Verlauf nahm und als ein voller Erfolg angesehen werden muß. Waldheil!"

Zur Erinnerung an Richard Berthold hat die Ortsgruppe Bernau an der Viehtränke auf dem Weidberg in der Nähe der Krunkelbachhütte, dem "Bertholdbrunnen", vor zehn Jahren zu ihrem 110-jährigen Bestehen eine Gedenktafel angebracht. Auch informiert eine Tafel am Beginn des Hans-Thoma-Weges über die Entstehung des beliebten Wanderpfades.

Seit Tagen nun sind die Ortsgruppen-Wegewarte Heinz Schemel und Siegfried Maier mit tatkräftiger Unterstützung von Bauhofmitarbeiter Andreas Baur und einem kleinen Bagger damit beschäftigt, den Weg wieder in einen guten Zustand zu versetzen.