Vom Überbrückungsort zum festen Tennisplatz

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Sa, 08. September 2018

Bernau

Der Tennisclub Bernau feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen / Die Anfänge erforderten viel Geduld und Einsatz.

BERNAU. Der Tennisclub Bernau feiert am Sonntag, 16. September, sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird auf die Vereinsgeschichte zurückgeblickt.

Nach langen und eifrigen Bemühungen einiger Tennisfreunde fand am Montag, 4. September 1978, im Kurhaus die Gründungsversammlung statt, bei der die erste Vorstandschaft von den anwesenden 23 Gründungsmitgliedern gewählt wurde. Jeweils einstimmig wurden Lothar Kiefer zum 1. Vorsitzenden und Hartwig Günther zum 2. Vorsitzenden gewählt. Vera Valentin erhielt die meisten Stimmen für das Amt des Kassenwartes, zur Schriftführerin wurde Renate Landwehr gewählt und zum Sportwart Karl Kaiser jun.

Nach Festlegung des Namens "Tennisclub Bernau e.V." wurde eine Beitragsordnung beschlossen. Lothar Kiefer konnte einen Satzungsentwurf vorlegen und wegen eines geeigneten Geländes für die Tennisanlage hatten bereits Gespräche mit der Gemeinde stattgefunden. Bürgermeister Rolf Schmidt erklärte hierzu, dass der ursprünglich vorgesehene alte Sportplatz hinter dem Gasthaus Rössle inzwischen von der Dorfentwicklung für eine Minigolfanlage vorgesehen sei, als vorteilhafter für die Tennisanlage wurde das Freizeitgelände an der Talstation des Spitzenbergs angesehen. Ein Platznachweis war dringend notwendig, um Zuschüsse aus Lotto-Toto-Mitteln zu bekommen.

Der Tennisclub hatte mittlerweile mehr als 30 Mitglieder, aber keine Plätze, um den Sport auszuüben, was sich weiterhin als sehr schwierig erwies. Ein Bauantrag für zwei Plätze am Spitzenberglift war vom Gemeinderat genehmigt, vom Naturschutz jedoch abgelehnt worden. Laut Bürgermeister Schmidt hatte sich der Naturschutz gegen die hohen Zäune als Landschaft beeinträchtigend gesträubt. Um die Tennisfreunde bei Laune zu halten, kam die Vorstandschaft auf die Idee, Orientierungsfahrten zu organisieren, die sehr gut angenommen wurden.

Zwischenzeitlich war mehr als ein Jahr seit der Gründung des Tennisclubs vergangen, aber das Hick-Hack um den Standort der Plätze ging weiter. Vom Landratsamt wurde im Januar 1980 als neuer Strandort ein Gelände auf der gegenüberliegenden Straßenseite unterhalb der Villa Lehr in Erwägung gezogen, wofür mit dem Regierungspräsidium eine Ortsbegehung stattfand. Dieser Standort wurde nun vom Regierungspräsidium entschieden abgelehnt, das eine neue Planung am ursprünglichen Ort innerhalb des Sportzentrums am Spitzenberg vorschlug. Da sich diese Planung noch unendlich lange hinziehen würde, stellte der Vorstand des Tennisclubs bei der Gemeinde den Antrag für einen Standort der Anlage auf dem alten Sportplatz hinter dem Rössle für eine Überbrückungszeit von fünf Jahren. Hiergegen hatte das Landratsamt keine Bedenken, der Gemeinderat erteilte ebenfalls die Genehmigung, beschränkt auf fünf Jahre. So hätte man genügend Zeit für eine optimale Lösung im Sportzentrum am Spitzenberglift, hieß es.

Nachdem die Baugenehmigung erteilt war, begannen die Tennisfreunde sofort im April 1980 voller Eifer in Eigenarbeit mit dem Bau der zwei Plätze. Bereits Ende Juni waren die beiden Sandplätze nach nur acht Wochen fertiggestellt, sodass am 12. Juli die offizielle Eröffnung und Einweihung stattfinden konnte. Der Musikverein Bernau mit seinem Dirigenten Rolf Schmidt war in voller Besetzung angetreten, Pfarrer Scheller segnete die Anlage, Vorsitzender Lothar Kiefer dankte dem Bürgermeister für die Unterstützung und vor allem allen freiwilligen Helfern für die ehrenamtlichen Arbeitseinsätze.

Inzwischen sind die fünf Überbrückungsjahre längst vergessen, die Tennisanlage hat sich an ihrem Standort bestens etabliert und präsentiert sich heute nach 40 Jahren als eine gelungene, schöne sportliche Anlage mit nunmehr drei Plätzen und einem Clubhaus, das zum 25-jährigen Bestehen im September 2003 eingeweiht wurde. Auch hierbei waren zahlreiche ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die in einem Jahr nach Erstellen des Rohbaus wesentlichen Anteil am Innenausbau hatten. Neben einem gemütlichen Aufenthaltsraum und einem Küchentrakt befinden sich im Erweiterungsbau zwei Umkleideräume, WC-Anlagen und ein großer Abstellraum.

Programm des Jubiläumsfestes am Sonntag, 16. September:

9 Uhr Jubiläumsturnier,

14 Uhr Kids-Tennis-Spaß-Turnier,

18. Uhr Feier im Kurhaus.