Wiederholungstäter aus der Nähe

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Do, 07. Februar 2019

Bernau

DIE SCHNEEKÜNSTLER (III): Ein Team aus der Schweiz und zwei aus Südtirol kommen zum wiederholten Mal nach Bernau.

BERNAU. Nicht nur einheimische Künstler widmen sich in Bernau dem ungewohnten Material Schnee. Auch mehrere Teams aus dem Ausland nehmen am dritten Schwarzwälder Schneeskulpturenfestival teil. Unbekannte sind die meisten dieser Künstler im Thoma-Tal allerdings nicht mehr. Einige sind zum zweiten, einige sogar schon zum dritten Mal dabei. Zwei der Teams kommen aus Südtirol, eines aus der Schweiz, und eines aus Amerika.

Eva Stoiber und Simon Morgenthaler aus Bützberg/Schweiz sind in diesem Jahr schon zum zweiten Mal dabei. 2018 präsentierten sie in Bernau das Werk "Vorhang auf". Der sich öffnende Vorhang aus Schnee wurde von vielen Besuchern gerne als Fotokulisse genutzt, besonders, als die Kunstwerke am Abend angestrahlt wurden. In diesem Jahr wollen die beiden eine Sphinx aus Schnee schaffen.

Simon Morgenthaler berichtet, dass schon sein Vater ein leidenschaftlicher Bildhauer war. Der Sohn entschloss sich dementsprechend zu einer Zimmererlehre, nach einigen Weiterbildungen und mit reichlich Berufspraxis machte er sich 2006 selbstständig. Bereits seit 2004 beschäftigt er sich allerdings auch mit dem Werkstoff Schnee. Seit dieser Zeit nimmt er am Wettbewerb "Formen in Weiß" in Ischgl/Österreich teil, zuletzt auch schon mit Eva Stoiber, die nun auch zum zweiten Mal in Bernau mit dabei ist.

Lorenz Demetz und Thomas Mussner kommen aus St. Ulrich im Grödental in Südtirol, das für seine Bildhauer bekannt ist. Lorenz Demetz hat unter anderem im vergangenen Jahr bei einem Schneefigurenwettbewerb in Wolkenstein in Gröden den ersten Preis geholt. Mussner und Demetz sind als Team schon seit der ersten Auflage des Schneeskulpturen-Festivals in Bernau mit dabei. Im vergangenen Jahr gestalteten sie die Zeichentrickfigur Scrat, das kleine Hörnchen aus den "Ice Age"-Filmen, das so verzweifelt seine Eichel hütet. Und selbstverständlich durfte diese auch bei der Schneeversion des nervösen Nagers nicht fehlen.

In diesem Jahr nehmen die beiden Künstler sich wieder einer Figur aus einer Kinderfilmserie an – genaugenommen sind es sogar zwei: Mascha und den Bären wollen sie aus ihrem drei mal drei Meter großen Schneewürfel in der Freiluftgalerie in Bernau formen.

Auch ein zweites Team aus Südtirol ist zum wiederholten Mal in Bernau dabei. Flavio Prinoth aus St. Christina im Grödental war schon bei der ersten Auflage des Schneeskulpturen-Festivals zu Gast, damals noch mit Angelo Colcuc. Sie gestalteten gemeinsam eine Eisbärenfamilie. 2018 wurde Prinoth dann bereits von Pierluigi Orler aus Predazzo unterstützt. Eigentlich wollten die beiden einen weißen Elefanten aus ihrem Schneewürfel gestalten. Da aber aufgrund der teilweise zu warmen Temperaturen die Schneebeschaffenheit nicht optimal war, schufen sie stattdessen einen Adler. Auch andere Künstler mussten im vergangenen Jahr umdisponieren, und selbst der Platz der Freiluftgalerie war wetterbedingt verlegt worden. Statt, wie im ersten Jahr, im Skigebiet Spitzenberg, arbeiteten die Künstler auf dem Parkplatz des Kurhauses.

In diesem Jahr können Künstler und Gäste wieder die Aussicht vom ursprünglichen Platz beim Pavillon genießen. Und Flavio Prinoth und Pierluigi Orler sind der Linie der vergangenen Jahre treu geblieben und bieten auch diesmal eine tierische Schneeskulptur: ein kleines Schweinchen soll vorwitzig ins Bernauer Tal hinabschauen.

Die beiden Südtiroler sind in den Reihen der Schneekünstler ein etwas ungewöhnliches Team, da sie nicht im Hauptberuf Bildhauer sind. Beide arbeiten als Fotografen und zeigen auf ihren Websites oder Facebook beeindruckende Bilder von Schnee und Skifahrern. Und Pierluigi Orler ließ bereits auf Facebook wissen, dass er sich nicht nur auf die Arbeit an der Schneeskulptur freut, sondern auch auf die vielen tollen Fotomomente, die das Schwarzwälder Schneeskulpturen-Festival wieder bieten wird.

Über Peter Hermann und Douglas Scherrinsky, das Team aus Amerika, werden wir noch berichten.