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26. Januar 2010

Beide Seiten sollen profitieren

Nachwuchs aus den eigenen Reihen für die Aufgaben von morgen: das Beispiel kommunaler Unternehmen in Freiburg

  1. Auszubildenden beim Freiburger Stadtbauverbund (von links): Christine Argast, Stephanie Gerber, Franz Birke und Samantha Abreu Foto: Ulrike Ehrlacher

Ausbildung ist für die Wirtschaft ist eine Investition in die Zukunft. Das gilt auch für städtische Unternehmen. So ist etwa für den Freiburger Stadtbauverbund, dem die Freiburger Stadtbau GmbH, die Freiburger Kommunalbauten GmbH & Co. KG und die Regio Bäder GmbH angehören, Ausbildung ein zentrales Thema.

Seit erkannt wurde, dass die Altersstruktur in den Verbundunternehmen immer mehr nach oben tendiert und Neueinstellungen von Mitarbeitern aufgrund gestiegener Anforderungen immer schwieriger werden, soll der dringend benötigte Nachwuchs verstärkt aus den eigenen Reihen herangezogen werden. "Es bringt nichts, zu warten, bis sich die Situation wieder verbessert", sagt Geschäftsführer Ralf Klausmann, "wir brauchen mittel- und längerfristig gute Leute".

Deshalb sei eine groß angelegte Ausbildungsoffensive gestartet worden, die eine qualitativ hoch stehende Erstausbildung zum Ziel habe. Derzeit bietet der Verbund vier verschiedene Ausbildungsberufe: Bachelor of Arts (BA)/Fachrichtung Immobilienwirtschaft, Immobilienkauffrau/-mann, Bürokauffrau/-mann sowie Fachangestellte für Bäderbetriebe. Mittlerweile gibt es eine eigens geschaffene Ausbildungsleitung. Maria Moser und Michele Rignanese teilen sich die dabei anfallenden Aufgaben. Sie erstellen nicht nur Gesamtausbildungskonzepte, organisieren die Ausbildung, überwachen und koordinieren, sie fungieren auch als Ansprechpartner bei Problemen und Konflikten, organisieren interne Lehrveranstaltungen oder halten den Kontakt mit Berufsschulen, der IHK und der jeweiligen Partnerhochschule für die Bachelorausbildung. Außerdem gibt es zurzeit 32 Ausbildungsbeauftragte in den verschiedensten Bereichen, so dass immer klar definiert ist, an wen sich die Auszubildenden bei Fragen und Sorgen wenden können. "Das unterscheidet uns positiv von anderen", sind Moser und Rignanese überzeugt, die allerdings auch von anfänglich skeptischen Stimmen bei Kolleginnen und Kollegen sprechen. "Von dieser klar gegliederten Konzeption profitieren jedoch beide Seiten: die Auszubildenden und wir als Verbund."

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Diese Meinung teilen auch Christine Argast (25) und Stephanie Gerber (21), die beide in ihrem ersten Ausbildungsjahr beim Freiburger Stadtbauverbund sind und den Bachelor of Arts in der Fachrichtung Immobilienwirtschaft anstreben. Die Ausbildung teilt sich in Praxisphasen beim Stadtbauverbund und Theorieblöcke bei der dualen Hochschule Iuce.

Franz Birke (19) ist im zweiten Lehrjahr und will Fachangestellter für Bäderbetriebe werden. Als Flossenschwimmer und Leistungssportler von Kindesbeinen an wollte er unbedingt in einen Bäderbetrieb und ist, aus Sachsen stammend, eher zufällig zur Regio Bäder GmbH gekommen. "Wie das hier mit der Ausbildung läuft, ist ganz toll", sagt er und ist sehr froh darüber, in Freiburg gelandet zu sein.

Samantha Abreu (19) lernt Bürokauffrau, sie ist erst in ihrem ersten Ausbildungsjahr und sehr zufrieden darüber, dass sie dennoch zahlreiche Aufgaben schon eigenständig erledigen darf.

Der Anspruch auf optimale Ausbildung und optimalen Einsatz und Leistung während der gesamten Ausbildung ist in einem Leitpapier des Freiburger Stadtbauverbunds zur Ausbildung definiert. Es soll eine gesunde Mischung von Lernaktivitäten und Mitarbeit im Tagesgeschäft gewährleisten. "Dabei ist der Auszubildende keine billige Arbeitskraft, sondern der wertvolle Mitarbeiter von morgen", erläutert Klausmann. Das fange schon damit an, dass jeder von Anfang an einen eigenen Arbeitsplatz habe.

Permanente Leistungsbilanz und Kontrolle der Arbeiten in den Abteilungen nennen Moser und Rignanese als bedeutsam. Auch gelte es schulische Leistungen im Blick zu behalten. Resümee: "Der Auszubildende will nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung".

Hintergrund: Die Freiburger Stadtbau vermietet und verwaltet etwa 10 300 Wohnungen, baut Häuser und Wohnungen, verwaltet Wohneigentumsgemeinschaften, saniert und entwickelt Stadtteile und steuert Bauprojekte für Land, Kommunen und die Privatwirtschaft. Die Freiburger Kommunalbauten bewirtschaftet etwa 3200 Garagenplätze, erbringt Dienstleistungen für Parkhäuser in privatem Eigentum und betreibt das Keidel-Thermalbad in Freiburg. Die Regio-Bäder-Gesellschaft führt Hallen- und Freibäder für die die Stadt.

Autor: Ulrike Ehrlacher