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06. August 2011
Vorsicht Fettnäpfchen
BZ-GASTBEITRAG zum Berufsstart nach dem Studium.
Studium beendet, Arbeitsvertrag unterschrieben, der erste Arbeitstag steht bevor. Die Praxis lockt mit interessanten Aufgaben, mit Abwechslung, Geld und Unabhängigkeit. Mit dem Übergang vom Studium in den Beruf wird eines der spannendsten Kapitel des Lebens aufgeschlagen.
Aber: Ab jetzt gibt es auch keinen Welpenschutz mehr. Fettnäpfchen lauern überall. Die direkten Kollegen können sich als Kannibalen, der unmittelbare Chef als Karrierekiller entpuppen. Wer sich nicht wappnet, gerät schnell aufs Abstellgleis oder nimmt Schaden.
Zu den ersten Herausforderungen des Berufsstarts gehört es deshalb, den Rollenwechsel vom Studenten zum Arbeitnehmer vorzunehmen. Die Klärung der Rollenanforderungen und Erwartungen der Chefs, der Kollegen und des Unternehmens ist zentral. Denn in der Praxis hat das Verhalten unmittelbare Konsequenzen für andere und für den Unternehmenserfolg. Aufgaben müssen termin-, kosten- und qualitätsgerecht erledigt, die Verantwortung dafür übernommen werden. Wer früh Verantwortung übernimmt, entwickelt seine Kompetenzen und kann Entscheidungsträger im Unternehmen auf sich aufmerksam machen. Das fördert die Karriere.
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In Acht nehmen müssen sich Berufseinsteiger vor Chefs und Kollegen, die absichtlich und auf Kosten anderer die eigenen Interessen durchsetzen wollen. Das sind alltägliche Dinge wie beispielsweise der frühe Feierabend, ein wenig anstrengender Arbeitstag oder ein großes Büro. Das können auch strategische Interessen wie eine steile Karriere im Unternehmen sein. Zur Durchsetzung eigener Interessen gehen manche Menschen sprichwörtlich über Leichen – da kommt der Grünschnabel von der Hochschule gerade recht. Besonders Neulinge können schnell manipuliert, instrumentalisiert und wenn nötig demontiert werden. Wer darauf achtet, sich mit den richtigen Leuten im Unternehmen einzulassen, wird erfolgreicher starten.
Ein gesundes Selbstbewusstsein ist sehr nützlich, um beruflich gut einzusteigen. Selbstüberschätzer werden hingegen genau so wie Selbstunterschätzer schnell an Grenzen stoßen. Wer das Gefühl vermittelt, noch gar nichts zu wissen, verunsichert nicht nur sich selbst, sondern auch den Chef und die Kollegen. Wer allerdings glaubt, schon alles zu wissen und nun die Praxis revolutionieren zu können, wird bald bemerken, dass das Unternehmen auch ohne ihn ganz gut funktioniert hat.
Der Übergang vom Studium in den Beruf kann der erste Schritt in eine erfolgreiche und zufriedene Zukunft sein. Dafür ist es von Anfang an wichtig, einen passenden Karriereweg zu wählen. Ob ein gewinnorientiertes oder gemeinnütziges Unternehmen, eine Management- oder Expertenkarriere, ein strukturierter Einstieg über ein Laufbahn- beziehungsweise Traineeprogramm oder ein weniger strukturierter Direkteinstieg auf einer Planstelle – das sind Fragen, die sich jeder Berufseinsteiger stellen sollte.
Autor: Hans-Georg Willmann
