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27. Juli 2012
Israel
Beschneidung: Willkommensgruß oder Körperverletzung?
Israel ist das Land der Beschneidung. 98 Prozent der Juden – auch die meisten säkularen – und fast alle Muslime werden beschnitten. Ist auch dort das Familienfest mit Blutstropfen umstritten?
Eine gelöste Stimmung herrscht im Festsaal der Stadt Rishon Letzion südöstlich von Tel Aviv. Ballons in Form von Schnullern hängen von der Decke, Anspielung auf die bevorstehende Zeremonie: eine Beschneidung. Gastgeber Eli Kalderon hat auf Geheiß des Rabbi Menachem Fleischman alles vorbereitet: zwei Gebetsschals, zwei Babyunterhosen, ein Kopfkissen, eine antiseptische Salbe zur Wundheilung. Kalderon ist aufgeregt, denkt aber, dass sein Neugeborener in guten Händen ist, denn Fleischman hat schon Kalderons ersten Sohn beschnitten.
Pünktlich erscheint der 61-jährige Rabbi zusammen mit dem Beschneidungsanwärter Moshe Stern. Denn Fleischman ist auch Regionalkontrolleur der Beschneider im Auftrag des Oberrabbinats. Seinen Beruf hat er, seit der legendäre Mentor der Chabad-Dynastie, Menachem Mendel Schneerson, ihn dazu gesegnet hatte. Dessen Bild und Unterschrift zieren seine Visitenkarte.
Israel ist das Land der Beschneidung. 98 Prozent der Juden – auch die meisten säkularen – und fast alle Muslime werden beschnitten, die jüdischen Kinder fast immer am achten Tag, die meisten muslimischen am siebten. Dafür sind 400 vom Oberrabbinat autorisierte Beschneider zuständig; alle sind religiöse Juden, 20 von ihnen Ärzte.
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Kinder" bekämpft den Brauch
Nur eine kleine, allerdings wachsende Gruppe überzeugter Atheisten lehnt die Beschneidung ganz ab. Einige von ihnen lassen sich vom Passauer Juristen Holm Putzke mit Argumenten versorgen, der sich seit Jahren dafür einsetzt, religiöse Beschneidungen strafbar zu machen.
Im Festsaal dröhnt orientalische Musik, manche Gäste klatschen, während Fleischman auf einem Tisch seine rituellen Werkzeuge vorbereitet: das Schild ("Magen"), mit dem er die Vorhaut zieht und zugleich das Glied während der Beschneidung schützt; das zweischneidige Messer, mit dem er die Vorhaut abtrennt; das Metallskalpell ("Mafrid"), mit dem er die Vorhaut entfernt; und das sterile Glasröhrchen, mit dem er Blutstropfen absaugt. Die Flasche koscheren, süßen Rotweins dient zum Segnen des Babys.
Jetzt hat der Rabbi das Kind auf ein weißes Kissen gelegt und seinem Vater überreicht. Dieser liest das traditionelle Gebet vor, in dem er Gott für seinen Sohn dankt. Dann setzt sich der Pate, Onkel Nissim, mit dem Baby auf dem Schoß auf den großen Lehnstuhl. Die Beschneidung – auf Hebräisch heißt sie Brit Mila, Bund des Wortes – kann beginnen.
Bis vor wenigen Jahren war die Brit, die Juden seit Jahrtausenden praktizieren, Konsens – gemeinsamer Nenner aller jüdischen Israelis. Als 1997 der "Verein gegen die Beschneidung" gegründet wurde, war der Genetiker Avshalom Zoosmann-Diskin einer der wenigen Dissidenten. Sie klagten gleich in 20 Fällen gegen Beschneidungen, sahen darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte. Eine Klage richtete sich gegen den Gesundheitsminister. Er solle, verlangten die Kläger, medizinische Behandlungen durch Unbefugte unterbinden. Das Gericht lehnte ab. Die Beschneidung, so die Richter, sei ein religiöser und kein medizinischer Akt und müsse daher nicht nur von Ärzten durchgeführt werden. Und: Die Beschneidung schade dem Baby nicht, sondern helfe ihm, weil sie die Norm sei. Auch die anderen Klagen wurden abgeschmettert.
So groß war der Konsens in Israel damals noch, dass der Philosoph Hanoch Ben-Yami, der 1999 in einem Aufsatz zum Ende der "gefährlichen" Beschneidungen aufrief, nach wenigen Monaten seinen Sohn beschneiden ließ – aus Angst vor Ablehnung in einem Land, in dem damals nur ein Dutzend Israelis gegen die Brit waren. Heute sind es Tausende, auch dank der kritischen TV-Dokumentation von Ari Libsker, "Brit Mila", die zur Ausstrahlung für einen frühen Abend geplant war, aber erst weit nach Mitternacht gesendet wurde. Seit das Video im Netz steht, beeinflusst es vor allem gebildete, säkulare Israelis.
Libsker behauptet, die Beschneidung beeinträchtige die Sexualität des Mannes. "Das Recht der Kinder ist wichtiger als das Recht auf Religionsfreiheit." Mehrere Ärzte teilten seine Ansicht, aber keiner von ihnen wagte es, das vor der Kamera zu sagen – aus Angst vor ihren Krankenhausdirektoren. "Die Religiösen", so Libsker, "haben bis heute sehr viel Einfluss dort, denn ein Ultraorthodoxer leitet das Gesundheitsministerium, und die Ärztevereinigung befürwortet die Beschneidung."
Nicht jedoch Ronit Tamir. Die Computeringenieurin gründete im Jahr 2000 mit vier Familien die Organisation Kahal ("Eltern vollständiger Kinder") als Beratungsstelle für Unbeschnittene. Ihren Sohn ließ sie nicht beschneiden, weil sie dies für zu gefährlich hält. Sie wolle, sagt sie, seiner Sexualität nicht schaden und ihm das Recht auf seinen Körper überlassen. Tamir stellte dann aber bald fest, dass Unbeschnittene akzeptiert werden und kaum Beratung suchen. Seitdem berät Kahal Eltern, die unsicher über die bevorstehende Beschneidung ihres Sohnes sind. "Am meisten befürchten sie die Ablehnung durch ihre Eltern." Seit vier Jahren aktualisiert sie die Liste der Unbeschnittenen nicht mehr, denn, sagt sie, "ein Damm ist gebrochen".
Auf die wachsende Kritik hin präsentierte das Oberrabbinat beeindruckende Zahlen. "Bei nur 54 von 50 000 Beschneidungen im Jahr 2011 tauchten Probleme auf", sagt Eli Schussheim, Vorsitzender des Kontrollausschusses, selbst Chirurg und Beschneider. "Bei nur einem Fall musste man nachoperieren. Bei Ärzten – sie führen nur jede sechste Beschneidung durch – zählte man 19 Komplikationen." In vier Krankenhäusern werden zudem jährlich Hunderte von Erwachsenen durch Ärzte beschnitten – unter Vollnarkose, meist Konvertiten und ältere Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, wo Beschneidung verpönt war. Agnostiker Libsker erfuhr in seinen Recherchen, dass die Kinder bei der Beschneidung durch einen Arzt viel mehr schrien als bei traditionellen Beschneidern. Der Grund: Die Betäubungsspritze sei schmerzhaft – auch seien die Beschneider viel erfahrener als die Ärzte.
Der orthodoxe Chirurg Ran Avidan zum Beispiel: Gegen Ende seines Medizinstudiums war er zu Gast bei einem Beschneidungsfest von Freunden und bat den Beschneider, ihm den Eingriff beizubringen. "Meine Frau wurde gerade schwanger und ich wollte meinen Sohn selbst beschneiden", schmunzelt er. "Nur sie wusste von meiner Ausbildung und unterstützte mich. Es ist ein wichtiges biblisches Gebot. Als wir das nach der Geburt ihren Eltern erzählten, gerieten sie in Panik: Ich solle, sagten sie, praktische Erfahrung bei anderen Kindern sammeln."
Zitterten seine Hände bei der allerersten Brit? "Überhaupt nicht. Ich schaltete mein Gefühl aus und konzentrierte mich auf meine Aufgabe, meine Frau stand neben mir. Das Blut saugte ich direkt, obwohl es mein Gesicht befleckte, wie auch bei meinen anderen Söhnen. Bei anderen Kindern nehme ich das Röhrchen, das ist sicherer."
Beim Beschneidungsfest im vollbesetzten Festsaal von Rishon Letzion ist inzwischen alles vorbereitet. Der Pate hält das Baby auf dem Schoß und spreizt dessen Beinchen. Mit einer Flüssigkeit betäubt Fleischman die Vorhaut und vollzieht dann die Beschneidung. Sie dauert kaum eine Minute, das Baby weint, sein Vater spricht den Segen – er handelt vom Eintritt des Kindes in den Bund Abrahams. Nach einer weiteren Minute wird das Baby still, "und das ohne Spritze", wie Fleischman stolz verkündet. In 35 Jahren hat er tausende Kleinkinder beschnitten, fast immer am achten Lebenstag – nur bei Krankheit wird das Ritual verschoben. Jetzt gießt er Rotwein in ein Glas, segnet das Baby und verkündet erstmals dessen Namen: Itamar. Dann singt er den Segen "Mazel Tov" – das bedeutet viel Glück – und alle klatschen.
Acht Tage darauf: Itamar gehe es sehr gut, berichtet seine Mutter Rinat. "Es fiel mir etwas schwer, den Eingriff zu sehen", bekennt sie, "daher stand ich nicht daneben." Aber dann setzt sie mit fester Stimme hinzu: "An der Brit habe ich niemals gezweifelt, denn das ist unsere Tradition."
Autor: Igal Avidan
76 Kommentare
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Detlev Beutner
Registriert seit: 17.07.2012
Kommentare: 16
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27. Juli 2012 - 00:36 Uhr
"Nur eine kleine, allerdings wachsende Gruppe überzeugter Atheisten lehnt die Beschneidung ganz ab."
Es ist vermutlich nicht bös gemeint, aber schon ein ziemliches Ding, wenn dieser Artikel diejenigen, die die Beschneidung ablehnen, zu Atheisten erklärt. "Atheisten" stellt sich gar nicht die Frage der Beschneidung. Die jüdischen Beschneidungsgegner sind sehr wohl religiöse Juden.
http://www.jewsagainstcircumcision.org: "We are a group of educated and enlightened Jews who realize that the barbaric, primitive, torturous, and mutilating practice of circumcision has no place in modern Judaism. " -
Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
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27. Juli 2012 - 00:48 Uhr
Tja, auch die BZ beteiligt sich - vielleicht ungewollt, dann aber fahrlässig - an der leisen Propaganda für das Recht auf Beschneidungnen.
Allerdings, und das sage ich zum ersten Mal, beglückwünsche ich die BZ-Redaktion zur Geduld mit den Kommentaren zu dem Thema. Es gab Zeiten, da hätte die Redaktion ganz massiv mit Löschungen eingegriffen. -
Ammar Ulabi™
Registriert seit: 08.05.2009
Kommentare: 3968
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27. Juli 2012 - 08:24 Uhr
Diese Debatte soll wohl so lange anhalten bzw. es wird über das Thema so lange berichtet und geschrieben, bis der Vorhaut-Atavismus evolutionär von ganz alleine verschwindet.
Wenn das die Entwicklung dorthin entsprechend beschleunigt, dann "NUR ZU !!" -
Christiane Sieverling
Registriert seit: 30.10.2011
Kommentare: 62
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27. Juli 2012 - 10:16 Uhr
Männer 'ohne' sind einfach sexier und sauberer - wunderbar.....
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Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 10:31 Uhr
Dann gehe ich davon aus, Frau Sieverling, dass Sie auch untenherum "blank" sind - "das ist einfach sexier und sauberer". In dem Fall hoffe ich doch inständig, dass Sie nicht aus religiösen Gründen zur Rasur gezwungen wurden. Oder sahen Sie gar im Kindesalter eine Veranlassung dazu?
Das "ob" bleibt jedem selbst überlassen. Nur das "wann" und "warum" darf niemandem aus fadenscheinigen und blasphemischen Gründen aufgezwungen werden.
Th. Heussmann -
herbert scholl
Registriert seit: 09.05.2009
Kommentare: 1074
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27. Juli 2012 - 10:51 Uhr
Gut gebrüllt Löwe !!!
Gratulation zum 1300sten Kommentar ! -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 11:02 Uhr
"Nur das "wann" und "warum" darf niemandem aus fadenscheinigen und blasphemischen Gründen aufgezwungen werden."
Blasphemische Gründe? Blasphemie ist in Deutschland nicht strafbar. Ihre religiösen Vorstellungen, welche auch immer das sein sollen, sind nicht der Massstab für andere in diesem Land. -
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 11:03 Uhr
Sind es Ihre, Herr Krenn?
Th. Heussmann -
Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
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27. Juli 2012 - 11:04 Uhr
Frau Sieverling, daten Sie doch einfach Männer, die sich waschen. Sauberer geht's nicht.
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Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
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27. Juli 2012 - 11:08 Uhr
Herr Heussmann, Herr Krenn hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon, was die Gesellschaft entscheiden darf und was nicht. Über Körperverletzungen an Neugeborenen bzw. Minderjährigen mit unterschwelliger pädophiler und homoerotischer Konnotation jedenfalls seiner Meinung nach nicht.
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Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
Kommentare: 125
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27. Juli 2012 - 11:11 Uhr
Liebe Frau Sieverling,
wenn die Verstümmelten sauberer und sexier sind, dann sind ja die Intakten schon mal sauber und sexy. Nur . für "sauber" und "sexy" gibt es keinen Komparativ, wie auch nicht für "schwanger" oder "tot".
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Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 11:14 Uhr
"Die Computeringenieurin gründete im Jahr 2000 mit vier Familien die Organisation Kahal ("Eltern vollständiger Kinder") als Beratungsstelle für Unbeschnittene. "
Schon wieder ein Computer-Experte der gegen Beschneidung ist. Mit denen ist was nicht in Ordnung. -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 11:15 Uhr
Natürlich meine genausowenig, Herr Heussmann. Der Unterschied: ich sage, mich geht es nichts an was andere entscheiden. Sie sagen: es muss den anderen verboten werden. Sie propagieren Bevormundung und Einschränkung von Freiheitsrechten, ich das Gegenteil.
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Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
Kommentare: 125
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27. Juli 2012 - 11:21 Uhr
Abgesehen von
"Nur eine kleine, allerdings wachsende Gruppe überzeugter Atheisten lehnt die Beschneidung ganz ab. "
wird in diesem Artikel nur beschrieben und keine Stellung bezogen.
Da nenne ich mal eine gute journalistiche Arbeit! -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 11:25 Uhr
Für Investigativ gibt es eben kein Komparativ. Nein es gibt ein Komparativ - Investigativer. Jedoch gerade noch positiv investigativ?
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Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 11:25 Uhr
"Sie propagieren Bevormundung und Einschränkung von Freiheitsrechten"
Falsch, Herr Krenn. Ich sehe die Menschenrechte einfach als das wichtigere Gut des Menschen an, als die Religionsfreiheit. Sprich, ich stelle den Menschen über die Religion, welche eine Erfindung des Menschen ist und von daher schon nicht über dem Menschen stehen kann.
Th. Heussmann -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 11:38 Uhr
Die Menschenrechte, sehr gut Herr Heussmann. Die stehen auch bei mir und jedem anderen vernünftigen Menschen im Vordergrund. Sicher auch bei Juden und Muslimen in Deutschland. Warum Sie dann eben noch von "blasphemischen Gründen" gesprochen haben, bleibt unklar.
Die Frage ist doch, wird ein Menschenrecht verletzt, weil ein bisschen Haut entfernt wird? Und das muss ich dann doch - unter Wahrung der Verhältnismässigkeit - klar verneinen. Und dann sehe ich keinen Grund mehr für die Einschränkung verfassungsmässig garantierter Grundrechte. -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 11:47 Uhr
In mehreren Studien ist längst belegt, dass dieses Stückchen Haut Herr Krenn, bei einer Abtrennung zu bleibenden psychischen und körperlichen Schäden des Kindes führt. Wie oft musst man Ihnen diese noch unter die Nase reiben? Das Ohrläppchen ist auch nur ein "Stücken" Haut, also weg damit. Warum schreiben wir nicht gleich ein religiöses Manifest, in welchem der Bund mit Gott durch Verkürzung einer Gliedmaße besiegelt wird? Dieses "nur" Gerede ist wirklich nicht auszuhalten und ein wahrhaft schlechtes Argument. Es ist ein intaktes Körperteil welches ohne medizinische Indikation und aus religiöser Absicht abgeschnitten wird.
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Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 11:50 Uhr
Herr Krenn, jetzt sehe ich erst, dass ich mich in der Begrifflichkeit vertan habe. Aber grenzt es nicht doch an "Gotteslästerung", einen "Gott" für etwas verantwortlich zu machen, was sich der Mensch ausgedacht hat?
Wie stehen Sie denn zur Beschneidung junger Mädchen aus religiösen / traditionellen Gründen? Diese müssten Sie genauso befüworten, wie die Beschneidung des Jungen. Ist ja "nur ein Fetzen Haut". Beim Jungen ein etwas kleinerer, beim Mädchen ein etwas größerer Fetzen. Solange religiös oder traditionell legitimiert, ist ja Ihrer Ansicht nach alles in Ordnung.
Wie stehen Sie denn zum Recht auf körperliche Unversehrtheit? Muss sich dieses den religiösen Gebräuchen unterordnen? Muss sich ein Deutsches Gericht an Recht und Gesetze oder an Religiöse Perversionen halten?
Th. Heussmann -
Horst Bruckmann
Registriert seit: 29.10.2010
Kommentare: 400
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27. Juli 2012 - 12:10 Uhr
@ Hr. Paulsen:
"Dieses "nur" Gerede ist wirklich nicht auszuhalten und ein wahrhaft schlechtes Argument."
Warten Sie ab Hr. Paulsen, Ihnen wird gleich wieder das Wort im Munde herumgedreht, die Bescheidungskritiker haben schließlich keine Argumente ;-) -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 12:22 Uhr
@ Herr Bruckmann
Für die Befürworter kann es ja nur ein Argument geben und dass ist nunmal die Religion. Alles andere ist ja längst widerlegt. Zugegeben, mit diesem Thema bin ich erst seit dem Urteil in Berührung gekommen, beschäftige mich jedoch seither fachlich und thematisch damit. Es ist z.b. belegt ein schwerwiegender Eingriff, da nicht wenige Ärzte in Studien davon ausgehen dass das zentrale Nervensystem in dieser frühen Phase der kindlichen Entwicklung geschädigt wird. Warum in Gottes Namen verlegt man die Beschneidung nicht auf ein mündiges Alter? Wer sagt denn dass das Kind den Bund mit Gott überhaupt möchte? Da ist sie doch schon wieder, die Religionsfreiheit, sie findet garnicht statt, da dem Kind garkeine Wahl gelassen wird. -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 12:47 Uhr
Diese Absolutheit, mit der hier operiert wird, wird der Realität nicht gerecht. Weder vom medizinischen noch vom juristischen Standpunkt ist die Sache so klar wie hier getan wird. Es gibt hier keine klare herrschende Meinung, sondern auch die Experten auf Ihren jeweiligen Feldern beurteilen die Sache unterschiedlich. Es wird vernünftigerweise abgewogen. Wer etwas anderes behauptet, leugnet die Realität. Es muss immer auf der Basis von Vernunft abgewogen werden, und deswegen, Herr Heussmann, kann ich mit Ihren merkwürdigen Vergleichen, die gar nicht zur Debatte stehen, nichts anfangen. Es ist nur Ablenkung. Ausserdem haben Sie jetzt wieder selbst pseudo-religiös argumentiert ("Gotteslästerung").
Was ist Unversehrtheit? Wenn man eine Nadel für eine Injektion setzt, kann es auch bluten und man ist nicht mehr unversehrt. Es ist trotzdem vernünftigerweise nicht verboten, Kinder zu spritzen. Unversehrtheit soll dem Menschen Schutz vor gewalttätigen Angriffen bieten. Eine Beschneidung ist ein chirurgischer Eingriff und keine Gewalttätigkeit. Wer das gleichsetzt, dem sind leider die moralischen Massstäbe verrutscht. Und was da aus der Psychotherapie kommt von wegen Traumatisierung, das kann man nun glauben oder nicht, Studie hin, Studie her. Nachweise gibt es hier keine. Ich halte es einfach für unglaubwürdig. Ich habe kein frühkindliches Trauma davongetragen. -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 12:51 Uhr
Herr Krenn, wenn Sie schon die Vernunft mit ins Boot ziehen, warum soll dann eine Beschneidung durchgeführt werden, bei welcher die Konsequenzen einer so hohen Unsicherheit der Fachleute unterliegen?
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Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 13:02 Uhr
"Ich habe kein frühkindliches Trauma davongetragen."
Sehen Sie, Herr Krenn, ich bin nicht beschnitten und habe kein religiöses Trauma davongetragen (und sauber ist es da unten auch).
Th. Heussmann -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 13:04 Uhr
Herr Paulsen, von "soll" war bei mir nie die Rede. Ich mache hier keine Werbung für Beschneidung so wie viele hier Werbung für Verbote machen. Ich spreche mich nur für das RECHT der Eltern aus, dies in eigener Verantwortung selbst zu entschieden. Ich finde, sowohl ich wie Sie haben uns hier herauszuhalten. Es steht uns nicht zu hier zu urteilen. Wenn innerhalb der religiösen Gemeinschaften über für und wider diskutiert wird, dann begrüsse ich das. Ich bin einfach gegen eine intolerante Mehrheitsgesellschaft hier in Deutschland. Das ist alles. Es wurde übrigens mittlerweile schon viel Porzellan zerschlagen. Jetzt muss Politik und/oder Justiz verantwortlich handeln, unabhängig von Scharfmachern aus allen Richtungen. Wir werden sehen was dabei herauskommt. Ich habe Vertrauen in den Rechtsstaat und die Vernunft in diesem Land. Die Vernunft muss ja nicht bei allen sein, Hauptsache bei denen die entscheiden. Das war's jetzt von meiner Seite, sobald ein Gesetz und/oder ein höchstrichterliches Urteil vorliegt kann man wieder neu diskutieren.
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Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 13:10 Uhr
Herr Krenn Sie müssen sicher selbst zugeben dass Sie sich widersprechen. Sie sprechen sich gegen eine intolerante Gesellschaft in Deutschland aus und argumentieren im Gegenzug über die Selbstbestimmung des Kindes hinweg. Was ist dass wenn nicht intolerant?
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Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 13:14 Uhr
Selbstbestimmte Babies? Das ist wirklich lachhaft.
So, Schluss jetzt. -
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 13:16 Uhr
Babies sind für Sie keine Menschen, sondern Spielbälle der Religionen, Herr Krenn?
Das ist wahrlich absurd, wie Sie argumentieren.
Th. Heussmann -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 13:22 Uhr
Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.
Absurd, dieses Grundgesetz... -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 13:26 Uhr
Sie widersprechen sich schon wieder Herr Krenn. Einige Kommentare zuvor legen sie das Vertrauen in die Richter und das Gesetz um es abschließend als ad absurdum zu verteufeln. Was denn nun?
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Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
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27. Juli 2012 - 13:30 Uhr
Herr Krenn, "Ich habe kein frühkindliches Trauma davongetragen."
Sind Sie da sicher? Ihre Positionierung pro Beschneidung könnte die Folge dieses Traumas sein, ein Verdrängungsmechanismus, der Ihr Bewusstsein vor dem unterbewusst vorhandenen Schaden zu schützen versucht.
Vielleicht steckt hinter Ihrem Engagement auch nur ein "Hat mir ja auch nicht geschadet"-Mechanismus.
Das ist übrigens ein Standardargument von Personen, die ihre Kinder schlagen.
Wer als Kind geprügelt wurde, prügelt auch seine Kinder. Und wer als Kind genital verstümmelt wurde, verstümmelt auch seine Kinder. -
Oliver Rosenstock
Registriert seit: 01.11.2009
Kommentare: 1763
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27. Juli 2012 - 13:42 Uhr
Mal was zur Erheiterung: Bei mir wird mittlerweile auf der BZ-Seite Werbung für Beschneidungen eingeblendet. Ich bin mir noch nicht sicher welche ich unterhlatsamer finden soll, die der Praxis "Goldenes Horn" (*lach*) oder doch den Top-Deal mit 87% Preisnachlass. Das als Beitrag zur Entkrampfung der Diskussion.
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Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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27. Juli 2012 - 13:49 Uhr
87%??? Na da werd ich doch auch gleich gläubig und laß die ganze Familie durchbeschneiden! Ich weiß nur noch nicht, ob muslim oder jüdisch.
87%!! Da kannstes nicht für selber machen!! :-) -
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 13:51 Uhr
Herr Rosenstock, ich sehe nur "Quelle wünscht gute Nacht", Werbung für Merlot und Werkzeugkästen. Wenn das keine perfekte, kontextbezogene Werbung ist.
Herr Krenn, verkraften Sie die Kritik nicht oder warum sind Sie jetzt beleidigt. Zeigen Sie uns doch, was ein Mann und Verfechter der Beschneidung drauf (wenn auch nicht mehr "dran") hat, schon allein, um bei Frau Lauser nicht in Ungnade zu fallen. So schleicht sich der Eindruck ein, dass Ihnen die Pro-Beschneidungsargumente ausgehen.
Th. Heussmann -
Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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27. Juli 2012 - 13:57 Uhr
Gegen Vernunft und das Gewissen zu argumentieren, ist eben nicht so einfach.
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Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
Kommentare: 125
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27. Juli 2012 - 14:08 Uhr
"Zeit aufzuhören mit diesem Kinderfasching. Die Profis machen das schon..."
Herr Krenn, sie kneifen? Frau Lauser ist schon abgetaucht und jetzt wollen auch Sie uns verlassen?
Zu Ihrem speziellen Fall... und zum Thema Kampfneurose :
http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/psychologische-aspekte-der-beschneidung/auswirkung-der-beschneidung-auf-das-verhalten.html -
Michael Krenn
Registriert seit: 17.07.2011
Kommentare: 219
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27. Juli 2012 - 14:20 Uhr
Ja Herr Sinden, ich habe diese Diskussion verlassen. Ich habe zwar keine guten Argumente von den Verbotsbefürwortern gehört, aber ich habe einiges gelernt über die unterschiedlichsten Motivationen, sich für Verbote einzusetzen. Das war erhellend und abstossend zugleich. Bis irgendwann mal!
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Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1780
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27. Juli 2012 - 14:59 Uhr
" aber ich habe einiges gelernt über die unterschiedlichsten Motivationen"
Welche Ihrer Meinung nach sind?
Mir fallen da ein: Wahrung der Menschenrechte, körperliche Unversehrtheit, Einschränkung religiös oder traditionell begründeter Verstümmelungen.
Und Ihre? Lassen Sie mich raten: Antisemitismus? Juden- und Israelfeindlichkeit? Ausufernder Atheismus?
Th. Heussmann -
Elly Brodhag
Registriert seit: 18.11.2010
Kommentare: 325
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27. Juli 2012 - 15:20 Uhr
....und schon gehts hier weiter. Hat die BZ eigentlich nichts mehr anderes zu bieten als "nur" noch das Beschneidungsthema!?
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Christiane Sieverling
Registriert seit: 30.10.2011
Kommentare: 62
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27. Juli 2012 - 16:36 Uhr
@ Frau Brodhag
ich versuchte das ganze etwas lockerer zu sehen, doch die Herren hier sind so furchtbar ernsthaft drauf bei diesem Wetter....
apropos: es gibt einen Unterschied von Haut und Haar :-) -
herbert scholl
Registriert seit: 09.05.2009
Kommentare: 1074
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27. Juli 2012 - 17:14 Uhr
Roman, Steinöl oder Roterübensaft verordnen, oder Miraculix fragen ?
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Roman Weingardt
Registriert seit: 02.12.2010
Kommentare: 3198
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27. Juli 2012 - 17:22 Uhr
@ Herbert
Ein Bild sagt mehr wie 1000 Worte! Miraculix über Beschneidungsbefürworter:
http://www.max-bayer.de/wordpress/wp-content/uploads//2009/09/Miraculix.JPG -
Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
Kommentare: 125
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27. Juli 2012 - 19:51 Uhr
Es geht weiter, diesmal in eine versöhnliche Richtung:
http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-68/die-kinder-sind-in-einer-notsituation--61961483.html?r=1343411357018#62079350
und
http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-68/eine-religion-sollte-den-menschen-helfen--61961561.html?r=189#last-comment -
Rolf Schulze
Registriert seit: 26.02.2012
Kommentare: 151
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27. Juli 2012 - 23:00 Uhr
Liebe BZ,
bringen Sie doch nicht immer solch geschönte Bilder zum Thema rituelle Beschneidungen, sondern zeigen Sie lieber die Fotos nach der Beschneidung, wenn die Babys mit blutendem Penis in der Reihe liegen. Oder noch besser Videos, wie sich die Babys und Kinder während der Beschneidung vor Schmerzen winden, und die Erwachsenen brabelnd ihren Schützlingen dennoch großes Leid zufügen.
Ich bin gegen diese religiöse Verstümmelung, da jede Beschneidung eine Operation ist, die nur aus medizinischen Gründen von einem Arzt im Krankenhaus vorgenommen werden sollte. -
Roland Hellbardt
Registriert seit: 08.12.2010
Kommentare: 736
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27. Juli 2012 - 23:32 Uhr
Mit der Melodie von 'Männer sind Schweine' von den Ärzten:
Hallo, mein Sohn ich liebe Dich,
drum schneid ich rum an Deinem Spitz
Es geht mir gut in meinem Wahn
Und Du wirst sicher auch mal ahn’
Daß das was Dir heut hier passiert
Ganz sicher Deinen Weg verziert
Auf Deinem Weg ins Firmament
Auch wenn das so mal keiner kennt
….
Refrain:
Vorhaut ist Scheiße
Kapier das einfach mal, mein Schatz
Auf diese geniale Weise,
Hab ich mein Spaß und Dich an mei’m Platz
(2 Mal wiederholen)
Refrain (alternativ):
Vorhaut ist Scheiße.
Mach ‚mer einfach ab das Ding
Auf diese geniale Weise
Hab ich mein Spaß und Du bist mit drin -
Horst Bruckmann
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28. Juli 2012 - 01:24 Uhr
@ Hr. Krenn:
"... Ich habe zwar keine guten Argumente von den Verbotsbefürwortern gehört, ..."
Es gehört schon ein hohes Maß an Ignoranz und Verblendung dazu, den Mitdiskutanten unterschiedlicher Positionen so über den Mund zu fahren.
Hr. Krenn, wenn ich mich auf Ihr Diskussionsniveau begeben wollen würde, dann würde ich jetzt behaupten, dass ich von den Beschneidungsbefürworter KEIN Argument gelesen habe. Das würde so aber nicht stimmen, ich kann die Motivation religiöser Menschen durchaus verstehen. Ich erachte jedoch die Selbstbestimmungsrechte der Menschen als wichtigste Grundregel.
"...aber ich habe einiges gelernt über die unterschiedlichsten Motivationen, sich für Verbote einzusetzen. Das war erhellend und abstossend zugleich. ..."
Verbote... soso. Selbstbestimmung und Unversehrtheit ist also ein Verbot. Ein letzter Einblick ist Ihre seltsame Denkweise... -
Ammar Ulabi™
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28. Juli 2012 - 03:31 Uhr
Hallo Roland,
bitte sofort Rechte sichern und dann professionell vertonen. Das Ding wird wochenlang auf Platz 1 der Charts verharren, und zwar so lange, bis die Vorhaut auch dem Allerletzten "auf den Sack geht". -
Gelöschter Nutzer #804452
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28. Juli 2012 - 07:36 Uhr
@ Guy Sinden
>>" Nur…. für "sauber" und "sexy" gibt es keinen Komparativ, wie auch nicht für "schwanger" oder "tot"...."
Herr Sinden, wo haben Sie Deutsch gelernt, im Elsaß? ;-)
Aus Duden.de und dict.cc
Positiv sexy
Komparativ sexyer
Superlativ am sexyesten
Positiv sauber
Komparativ sauberer
Superlativ am saubersten -
Gelöschter Nutzer #804452
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28. Juli 2012 - 07:52 Uhr
@ Herr Sinden
>>"Zu Ihrem speziellen Fall... und zum Thema Kampfneurose…:"
Erstens:Es ist wenig aussagekräftig auf die eigene Webpage zu verlinken.
Hier wird eh nur Ihre Meinung publiziert.
Zweitens: Wenn die Berichte auf Ihrer Page ebenso schlecht recherchiert sind wie Ihre Aussagen zur deutschen Sprache, ist genug über den Wahrheitsgehalt derselben gesagt. :-) -
Guy Sinden
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28. Juli 2012 - 09:00 Uhr
"Hier wird eh nur Ihre Meinung publiziert."
Guten Morgen, Herr Huber,
nehmen Sie Beispiel an Frau Lauser. Die hat sich dort eingelesen und Studien entdeckt und kommentiert, die nicht von mir sind - wie das Meiste dort. -
Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
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28. Juli 2012 - 09:09 Uhr
Die Debatte um das Beschneidungs-Urteil hält weiter an. Der Freiburger Autor Ludger Lütkehaus argumentiert philosophisch gegen ein Diktat der Geburt und für eine möglichst offen gehaltene Selbstbestimmung der Babys.
http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/koelner-beschneidungsurteil-wirft-prinzipielle-fragen-auf--62079556.html -
Sascha Hohmaier
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28. Juli 2012 - 09:12 Uhr
Der Vorgang ist eindeutig eine Körperverletzung.
Eine medizinische Indikation ist nicht ersichtlich.
Die Entscheidung der Richter, welche diese Barbarei verboten haben, verdient ein Dreifaches Hurra! -
Gelöschter Nutzer #804452
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28. Juli 2012 - 09:43 Uhr
@ Herr Sinden
>>"Der Freiburger Autor Ludger Lütkehaus...."
auch nicht mehr als EINE weitere Meinung -
Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
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28. Juli 2012 - 10:17 Uhr
Komisch nur, Herr Huber, daß in den letzten Tagen sich der Wind deutlich dreht. Unsere Politiker haben, ohne nachzudenken aus der Hüfte geschossen, um das Aufheulen der betroffenen religiösen Minderheiten niederzuhalten. Und jetzt wid man gespannt sein, ob und wie sie zurückrudern werden.
Und hier eine Neuigkeit aus Österreich...
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120725_OTS0044/rituelle-genital-beschneidung-auf-krankenschein -
Gelöschter Nutzer #804452
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28. Juli 2012 - 10:32 Uhr
@ Herr Sinden
>>"Und jetzt wid man gespannt sein, ob und wie sie zurückrudern werden...."
wir werden sehen ;-)
>>"Und hier eine Neuigkeit aus Österreich..."
das ist doch völlig irrelevant -
Marianne Höffler
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 31
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28. Juli 2012 - 11:39 Uhr
Warum verlegt man die Beschneidung nicht auf Alter, bei welchem das Kind selbst entscheiden kann frage ich mich?
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Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
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28. Juli 2012 - 11:44 Uhr
@ Marianne Höffler
Weil das nicht der Sinn des Ganzen ist! -
Marianne Höffler
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 31
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28. Juli 2012 - 11:52 Uhr
Über Sinn und Unsinn lässt sich ja vermutlich streiten, doch wir leben eben nunmal in einem Rechtsstaat. Und da kann man nicht hergehen und sagen ok, wir legalisieren Körperverletzung, wo kommen wir denn da hin. Zudem ist eben schon die wissenschaftliche Nicht-Notwendigkeit bewiesen. Ein Eingriff ohne Indikation. Also was soll noch alles abgeschnitten werden? Der Beitrag vorhin, ich weiss den Namen nicht mehr, jedenfalls wurde er gelöscht, war garnicht so abwegig, dass nun bald die nächste Glaubensgemeinschaft auf die Idee kommt und Frauenbeschneidungen wünscht. Und dass alles auch noch gesetzlich verankert? Und durch das Gleichstellungsgesetz wird diese dann auch legalisiert? Wissen Sie, im Grunde bin ich ja befangen, da ich weiss dass dies gewaltig schief gehen kann. Nicht in meiner Familie, jedoch bei Bekannten. Sensibilitätsstörungen sind keine Seltenheit. Das Kind hat Schmerzen da die Vorhaut zwangsgedehnt werden muss durch den Arzt, da man zu viel abgenommen hatte bei der Beschneidung. Ich verstehe die religiöse Notwendigkeit, absolut. Doch sobald ein körperlicher Eingriff und eine dauerhafte Veränderung stattfindet, bin ich gegen jede Form von Gewalteinwirkung. Es wird immer argumentiert, es ist eine alte Tradition. Wissen Sie, früher wusste man noch nicht welche Auswirkungen ein solcher Eingriff haben kann. Heute kann man diesen mit Statistiken und Zahlen untermauern, es sind Fakten dass Kinder daran sterben, eine Desensibilisierung erleben, sich Wundtaschen bilden und des Weiteren. Die Kritik daran kommt ja nicht von ungefähr. Es wurden so viele Riten praktiziert welche mit der Zeit abgeschafft wurden, warum wohl? Glauben Sie wirklich Gott liebt einen mehr weil man seine Vorhaut opfert, hinzu noch unfreiwillig?
Selbst ein Hund hat in dieser Hinsicht mehr Rechte. Denn das Kupieren von Schwänzen ist verboten. Noch dazu ohne Narkose. Ich weiss nicht ob ich Links posten darf, jedoch hätte ich Ihnen, falls es Sie interessiert, ein Video zur Beschneidung (nichts für schwache Gemüter). -
Horst Bruckmann
Registriert seit: 29.10.2010
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28. Juli 2012 - 12:06 Uhr
@ Hr. Huber:
"@ Marianne Höffler
Weil das nicht der Sinn des Ganzen ist!"
Mich schüttelt es bei diesen hanebüchenen Argumentationen. Wenn man keine Argumente hat, dann philosophiert man über den Sinn oder über die deutsche Rechtsschreibung. Herrlich.
Ok, Hr. Huber:
a) Ihre Meinung ist eh nur EINE
b) Beschneidung ist Unsinn
So macht ein inhaltlicher Diskurs doch echt viel Freude - es ist alles so einfach. Prima! -
Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
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28. Juli 2012 - 12:26 Uhr
@ Herr Horst Bruckmann
>>"über den Sinn oder über die deutsche Rechtsschreibung. Herrlich....."
Ich habe lediglich Herrn Sinden darauf hingewiesen, dass er Frau Sieverling ungerechtfertigt per Besserwisserei gemassregelt hat.
Das sollte schon erlaubt sein.
Zum Thema selbst ist das Meiste sowieso gesagt.
Die hier tätigen "Beschneidungsgegner" sind eh allen gegenteiligen Argumenten verschlossen. -
Klaus Langenbacher
Registriert seit: 26.07.2012
Kommentare: 12
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28. Juli 2012 - 13:33 Uhr
@Karl-Heinz: »Die hier tätigen "Beschneidungsgegner" sind eh allen gegenteiligen Argumenten verschlossen.«
Argumenten pro Verstümmelung bin & bleibe ich verschlossen, denn Menschenrechte sind in meinen Augen nicht verhandelbar, auch wenn das religiöse Fanatiker gerne anders sehen.
Wer diese zugunsten von Religionen knicken möchte bewegt sich ganz eindeutig nicht mehr im Rahmen unserer Verfassung. -
Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
Kommentare: 866
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28. Juli 2012 - 14:45 Uhr
@ Klaus Langenbacher
>>"Argumenten pro Verstümmelung bin & bleibe ich verschlossen,...."
Wobei wir wieder am Anfang stehen.
Da stellte sich nämlich bereits die Frage ob "männliche" Beschneidung als Verstümmelung gewertet werden kann.
Ich bin immer noch der Meinung: Viel zu viel Wind um ein Stückchen Haut. -
Guy Sinden
Registriert seit: 28.06.2012
Kommentare: 125
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28. Juli 2012 - 14:54 Uhr
- Erschienen im Westfalen Blatt.... von einem meiner Kollegen...
Menschenrecht oder Traditionalismus?
Was würde passieren, wenn Verwandte einem Mann auf der Straße die Hose herunterreißen und ihm die Vorhaut abschneiden würden? Die Täter würden verhaftet und bestraft werden. Sind aber die Opfer Schutzbefohlene, also Kinder, die sich nicht wehren können, ist es dann legal? Manche meinen, es sei dann einfach ein religiöser Brauch!
Beim männlichen Genital besteht das sexuell empfindsame Gewebe aus der Vorhaut, (20000 Nervenenden, hauptsächlich die innere Vorhaut und die Vorhautspitze), der Eichel (8000 Nervenenden) und dem Frenulum (der am dichtesten mit Nerven besetzte Teil am männlichen Körper). Allein durch Stimulieren der Vorhaut kann ein Orgasmus erreicht werden. Abhängig davon, welcher der vielen Beschneidungsstile durchgeführt wird, bringt das nun für den Betroffenen unterschiedlich hohe Einbußen an sexuell empfindsamem Gewebe. Bei einer radikalen Zirkumzision muss davon ausgegangen werden, dass 70% der sexuellen Empfindungsmöglichkeiten verloren gehen. Dessen nicht genug, wird durch den Wegfall der Vorhaut als Schutzhülle eine starke Empfindungsreduzierung der Eichel bewirkt, außerdem die Austrocknung der Eichelhaut. Dies hat eine Hornhautbildung (Keratinisierung) zur Folge, die individuell verschieden schnell vor sich geht. Die Eichelhautdicke wächst dabei von 2-3 auf bis zu 16 Zellschichten an. Ein als Kind Beschnittener kann diese Einbußen an Sinneseindrücken schwerlich qualifizieren, weil die verbleibenden 10-30% der natürlichen Empfindungsstärke zum Erlangen eines Orgasmus in jungen Jahren fast immer noch ausreichen. Problematisch wird es erst, wenn mit den Jahren die Verhornung der Eichelhaut einsetzt.
Unsere Gesellschaft sah bislang nur im Gefühlsverlust bei Frauen ein Problem (weshalb die Mädchenbeschneidung schon jetzt nicht mehr hingenommen wird); bei betroffenen Männern umschreibt man deren Gefühlsverlust euphemistisch: „Beschnittene können länger“ (anstatt öfter). Später müssen sie dann länger, und eines Tages können sie gar nicht mehr (kommen). Denn wie bei den Mädchen existieren auch äußerst radikale Macharten männlicher Beschneidung mit extrem hohem Gewebeverlust, wobei es nur darum geht, den Penis möglichst zu desensibilisieren.
Um die Selbstbefriedigung zu bekämpfen, wurde ja um 1870 in den USA die Zirkumzision (übrigens für Jungen und Mädchen!) eingeführt, gerade weil sie sexuelle Empfindungen reduziert. Heute müssen stattdessen laufend neue „Studien“ generiert werden, um „Vorteile“ des Vorhautverlusts ausfindig zu machen („Beschneidung gegen AIDS“, doch in Wirklichkeit grassiert die Immunschwäche in den USA viel schlimmer als bei uns, obwohl dort 90% der sexuell aktiven Bevölkerung beschnitten sind.) Wie sollte sonst das Milliardengeschäft mit der häufigsten(!) und zugleich sinnlosesten Operation aufrechterhalten werden? Auch die bis zum Ende der Pubertät häufigen, meist beschwerdefreien „Phimosen“ müssen als Operations-Vorwand herhalten, obwohl es bei tatsächlichem Leidensdruck heute Salbentherapien und vorhauterhaltende Operationsmethoden gibt (Triple-Inzision).
Dem Aufschrei der Feministinnen ist zu danken, dass die Mädchenbeschneidungen in den 1970er-Jahren endgültig abgestellt wurden. Auch die Zahl der infolge Spitalsbeschneidung gestorbenen männlichen Babys ist in den USA von etwa 300 im Jahr auf etwa 130 gesunken, was dem gegenwärtigen Sinken der Beschneidungsrate entspricht. Nicht eingerechnet: die hundertfache Zahl von Babys mit entstellenden Narben, Eichelverletzungen, Eichelverlust und sogar Penisverlust!
Längst gibt es auch viele Muslime, die Knabenbeschneidungen ablehnen, und die jüdische Reformbewegung gegen Beschneidung existiert seit Generationen. Stellen wir uns auf die Seite dieser Aufgeklärten, nicht auf die Seite der Traditionalisten!
Immerhin steht das Recht auf einen unversehrten Körper von Anfang an in der Verfassung (GG Artikel 2, Satz 2). Folglich steht das individuelle Recht auf vollständige Genitalien und vollständige sexuelle Gefühle wohl auch jedem Jungen zu, egal welcher Religion dessen Eltern huldigen. Religionsfreiheit steht vielmehr dem Individuum zu und nicht einer Gruppe, um Einfluss auf das Sexualleben ihrer Mitglieder auszuüben.
Einseitig informierte Meinungsmacher erklären uns immer wieder, bei Mädchen sei alles viel schlimmer. In Wahrheit gibt es auch bei der weiblichen Beschneidung unterschiedliche Ausführungen:
Die „mildeste“ Form der Mädchenbeschneidung ist die nach der Sunna: Sie beinhaltet das Einschneiden der Klitorisvorhaut ohne Entfernung sensitiven Gewebes.
Trotzdem darf, völlig zurecht, keine Klinik in der westlichen Welt diesen Eingriff anbieten, auch wenn dieser weit weniger invasiv und heikel ist als eine Entfernung der Penis-Vorhaut.
Bekanntlich gibt es einige wenige Männer, die erklären, ihr Beschnittensein störe sie gar nicht (genauso wie es auch solche beschnittenen Frauen gibt). Dies ist nur möglich, indem den Betroffenen suggeriert wird, sie wären fortan etwas Besseres („gottgefälliger“, „hygienischer“, „männlicher“, „bessere Sexualpartner“) als die unbeschnittenen Männer, also durch Schüren von Ressentiments und Überlegenheitsgefühlen gegenüber den Anderen.
Aus vielen Zuschriften weiß ich aber, dass sich Jungen mit gehäutetem Paradestück in Wirklichkeit oft weniger männlich fühlen und sich in Schule und Verein in Umkleide und Dusche schämen. Für manche ist es eine große psychische Belastung, öffentliche Pissoirs benützen zu müssen, manche leiden dort unter schmerzhaftem Harnverhalt. Bei 30% der als Kleinkind Beschnittenen tritt darüber hinaus eine unangenehme Meatus-Stenose (Harnröhrenverengung) auf. Einige Zuschriften berichten, dass es durch die Desensibilisierung des Penis nicht mehr möglich sei, mit der Partnerin beim Geschlechtsverkehr zum Höhepunkt zu gelangen.
Abschließend fordere ich, dass die verfassungsmäßig garantierten Menschenrechte als oberstes Prinzip konsequent respektiert werden, zum Schutze unserer Jugend! -
Klaus Langenbacher
Registriert seit: 26.07.2012
Kommentare: 12
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28. Juli 2012 - 16:00 Uhr
@Karl-Heinz: »Da stellte sich nämlich bereits die Frage ob "männliche" Beschneidung als Verstümmelung gewertet werden kann.
Ich bin immer noch der Meinung: Viel zu viel Wind um ein Stückchen Haut.«
Sind sie im Besitze dieses "Stückchen Haut"s? Oder mit anderen Worten, wissen sie worum es geht, von von der Entfernung dieses Teil des Geschlechtsorgans gesprochen wird? Ich weiß wovon ich spreche...
Wenn diese religiös motivierte schwere Körperverletzung straffrei wird, dann soll bitte auch die Sharia in Deutschland praktiziert werden dürfen; das steinigen als Antwort auf den Ehebruch ist ebenso eine Jahrtausende Jahre lange Tradition. Gewalt in der Ehe hat auch eine gewissen Tradition, könnten wir doch auch legalisieren; warum eigentlich nicht? -
Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
Kommentare: 866
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28. Juli 2012 - 16:09 Uhr
@ Klaus Langenbacher
>>"Ich weiß wovon ich spreche..."
Ich weiss auch wovon ich spreche -
Klaus Langenbacher
Registriert seit: 26.07.2012
Kommentare: 12
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28. Juli 2012 - 16:16 Uhr
@Karl-Heinz: hatten sie einen bewussten vorher-nachher-Vergleich? Oder hat man ihnen diesen im Säuglingsalter "abgenommen"?
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Friedrich Paulsen
Registriert seit: 25.07.2012
Kommentare: 110
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28. Juli 2012 - 17:12 Uhr
Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die Postings zum Thema Beschneidung in der BZ grob gezählt. Nicht nur dass ich alle gelesen habe in den letzten Tagen, nein, in den etwa 700 Leserkommentaren, inklusive einiger Leserbriefe dazu, war nicht ein einziger Pro-Kommentar zur Beschneidung dabei, welcher mit irgendwelchen Fakten untermauert war. Es ging immer nur um einen veralteten Ritus, welcher einfach nur praktiziert werden möchte. Und dann Herr Huber, vermutlich das zweite "Ich" von irgendeinem fanatischen Schreiber, welcher nur seine Meinung durchprügeln möchte. Wo sind ihre Fakten? Bis auf Beleidigungen, Relativierungen und Rechtschreibanalysen, haben Sie zu diesem Thema noch nichts beigetragen. Sie sind ein Forentroll mein lieber Herr Huber. Ein Forentroll!!!!
-
herbert scholl
Registriert seit: 09.05.2009
Kommentare: 1074
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28. Juli 2012 - 17:25 Uhr
Frage an Herrn Huber, mit der Bitte um Antwort:
Welches Thema stand am 14.März 2011 an ? -
Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
Kommentare: 866
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28. Juli 2012 - 17:34 Uhr
@ Herr Scholl
>>"Welches Thema stand am 14.März 2011 an ?..."
Was soll die Frage?
Ich führe hier kein Buch ;-)
oder ist das eine Anspielung auf Fukushima? -
Scheffert Bärbel
Registriert seit: 08.08.2009
Kommentare: 133
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28. Juli 2012 - 18:53 Uhr
Religionsfreiheit:::: sagt doch was aus !?!?
Mein Sohn wurde traditionell in der Türkei beschnitten....ohne irgendwelche Probleme. Alles wurde vorher mit dem Arzt besprochen und es war eine Sache von ca.7-8min. Er hatte ne örtliche Betäubung,anschließend schlief er sich aus. Man sollte auch mal dran denken das jedes Land seine Traditionen hat...ok, wir deutschen weniger, da beri uns Traditionen wenn überhaupt in der Regel in kleinen "Dörfer"-"Ortschaften...ansonsten sind wir beim nachmachen die besten!!!
Meinem Sohn hats nicht geschadet, heute ist er 20 und zufrieden, weil es eben ein Ritual war und keine Verstümmelung oder was die Gegner so bringen. Übrigens, mein Bruder ist in einem Deutschen Dorf geboren und aufgewachsen und ach::::auch beschnitten....aus medizinischen Gründen.
Der Türkische Arzt hat alles vorher sehr gut erklärt und meine Fragen beantwortet. In Deutschland hätte mein Sohn für 1 Woche ins Krankenhaus müßen. Wir ach so toleranten Deutschen....
!!!Mein Sohn ist heute noch stolz, es ist ein Teil seiner türkischen Herkunft!!! -
Horst Bruckmann
Registriert seit: 29.10.2010
Kommentare: 400
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28. Juli 2012 - 23:13 Uhr
@ Fr. Scheffert:
"!!!Mein Sohn ist heute noch stolz, es ist ein Teil seiner türkischen Herkunft!!!"
Mit Verlaub, woher kommt dieser Stolz? Was sagt Stolz in diesem Zusammenhang überhaupt aus? Wenn Sie ein Umfeld haben, welches Sie in Ihrem Handeln bestätigt (egal um was es sich inhaltlich dreht), dann haben Sie doch zwangsläufig ein "gutes Gefühl" - von mir aus einen "Stolz" - oder meinen Sie nicht?
Sie haben Ihrem Sohn gar keine Wahl gelassen - und Ihr Umfeld hätte Ihren Sohn ohne die Beschneidung vermutlich nicht voll "akzeptiert", vlielleicht hätte er sogar andere Nachteile gehabt.
Wissen Sie Fr. Scheffert wie ich das nenne? Sozialen Druck nenne ich das. Auch nicht besser, als wenn man in einer Gruppe ausgeschlossen wird, wenn man z.B. die "falschen" Klamotten anhat.
"Meinem Sohn hats nicht geschadet, heute ist er 20 und zufrieden, weil es eben ein Ritual war und keine Verstümmelung oder was die Gegner so bringen."
Ihnen sollt zumindest bewusst sein, dass durch Ihre Entscheidung Ihr Sohn gar keinen Unterschied kennen kann, um ggf. unzufrieden sein zu können. Darüber hinaus freue ich mich, dass es bei Ihrem Sohn keine Komplikationen gab. Falls es die gegeben hätte, würden Sie hier vermutlich anders berichten, oder? -
Roman Weingardt
Registriert seit: 02.12.2010
Kommentare: 3198
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28. Juli 2012 - 23:43 Uhr
Ein täglicher Blick in die BZ-Online, um zu sehen was es neues gibt:
Vorhäute, Vorhäute, Vorhäute......
So langsam........
Die Badische Zeitung scheint sich, vielleicht wegen Klick-Quoten, auf ein spezielles Thema eingeschossen zu haben! -
Gelöschter Nutzer #804452
Registriert seit: 14.03.2011
Kommentare: 866
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29. Juli 2012 - 08:32 Uhr
@ Friedrich Paulsen
Herr Paulsen, Troll her oder hin;-)
Ich habe von Anfang an meine Meinung kundgetan, wie die ganze Sache ausgehen wird.
Nicht mehr und nicht weniger.
Und genau so zeichnet es sich momentan ab.
Selbst wenn sich Herr Sinden und Co. auf den Kopf stellen wird das nix an dieser Tatsache ändern.
Gott sei Dank :-) -
Ammar Ulabi™
Registriert seit: 08.05.2009
Kommentare: 3968
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29. Juli 2012 - 08:58 Uhr
Ich vermag nicht mehr, den kompletten Überblick halten zu können, zu lange und unter zu vielen Artikeln und Veröffentlichungen wird das Thema breits endlos diskutiert.
Vielleicht sollte man sich - wie DIESER Artikel hier auf den Punkt bringt:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/beschneidungsdebatte-ein-rechenfehler-11827870.html
- wieder darauf besinnen, wozu richterliche Urteile (bis hin zu Grundgesetzebenen) eigentlich da sind, was sie zu leisten vermögen und wo deren Begrenzheiten früher oder später dann doch immer irgendwo liegen und von daher niemals abschließende Antworten zu liefern vermögen.
Die philosophische Betrachtungs- und Angehensweise des Themas von Ludger Lütkehaus hier in dieser Zeitung geht da ebenso in die m.E. einzig richtige Richtung. -
herbert scholl
Registriert seit: 09.05.2009
Kommentare: 1074
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29. Juli 2012 - 10:39 Uhr
Wetten, dass........ Wir heute den 400sten Kommentar schaffen !?
WÄRE doch mal Zeit für
Rien ne va plus !
Man muss den Zensoren der BZ doch auch mal sonntägliche Ruhe gönnen,
oder sind selbige garnicht an Bord ?
Schönen Sonntag Euch allen ! -
Scheffert Bärbel
Registriert seit: 08.08.2009
Kommentare: 133
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29. Juli 2012 - 10:55 Uhr
@Bruckmann meine Kinder haben einen Türkischen Vater. Sie kennen von der Geburt her beides. Deutsch-Türkisch.
Hab meinem Sohn ihren Komentar gezeigt. Wissen sie was er sagt !? Des ist mal wieder einer der keinen Plan hat und nicht über den Tellerrand rausschaut.
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