Besonderes am Mittwoch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. September 2018

Schopfheim

Schopfheimer Mittwochsgesellschaft stellt ihr Programm für den Herbst vor / Erneut Poetry-Slam.

SCHOPFHEIM (BZ). Die Schopfheimer Mittwochsgesellschaft, ein weltoffener Gesprächskreis, den der Schriftsteller Wernfried Hübschmann 2012 in Schopfheim begründet hat, veranstaltet auch im Herbst 2018 interessante Abende. Veranstaltungsort ist das Café am Hebel, Hebelstraße 32 in Schopfheim. Der Eintritt ist frei.

Samstag, 19. September: Den Anfang macht Barbara Elbe aus Wehr mit einem Abend über Khalil Gibran: Der Prophet. Die Referentin bringt dabei den großen libanesisch-amerikanischen Maler, Dichter und Mystiker Khalil Gibran (1883-1931) und dessen Biographie näher. Sein berühmtestes Werk "Der Prophet" (erschienen 1923) verbindet die Wurzeln des arabischen Sufismus mit moderner westlicher Philosophie. Beginn ist um 20 Uhr.

10. Oktober, 20 Uhr: 2. Schopfheimer Poetry-Slam – Offene Bühne unter dem Motto "Der Dichtung eine Gasse!" Ein Abend für alle, die Texte hören, Texte lesen und Texte diskutieren wollen. Nach dem großen Erfolg des 1. Poetry Slams in Schopfheim sind alle eingeladen, die eigene Texte vorlesen möchten. "Wir bieten eine offene Bühne und freuen uns auf alle Beiträge. Der Wettbewerbsgedanke steht nicht im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Mut, die eigene Stimme zu erheben", heißt es in der Ankündigung. Die Moderation hat Wernfried Hübschmann.

14. November, 20 Uhr: Professor Dr. Uwe Gerber aus Schopfheim hält einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Die Welt ist aus den Fugen". Die vertraute politische Ordnung wankt, neue Nationalismen erstarken in zahlreichen Ländern, die USA wenden sich von Europa ab. Der globale Kapitalismus hält Kriege am Laufen, hetzt Nationen gegeneinander auf, entfremdet Menschen und zerstört die Schöpfungswelt. Digitalisierung und "Künstliche Intelligenz" werden als Heilsbringer angeboten. Die Politik wirkt machtlos, die Religionen verlieren an Einfluss oder werden ideologisch instrumentalisiert. Ganze Kulturen drohen zu verschwinden, so im Irak, in Syrien und anderen Weltgegenden. Die zwischenmenschlichen Beziehungen drohen zu verarmen. Dahinter steht das Fantasiebild vom allmächtigen (männlichen) Menschen: als Schöpfer und Macher, als Ich-AG und Optimierer seiner selbst. Zugleich flieht er vor sich selbst und seinen Problemen. Soweit die nüchterne Analyse. Was bleibt zu tun? Aufklärung und Gespräch sind notwendig. Demut vor der Schöpfung und Solidarität mit anderen Menschen und Kulturen. "Denn: Das Weltgeschehen ist kein Schicksal, sondern eine von uns gestaltete und also auch veränderbare Realität", heißt es in der Ankündigung.

5. Dezember, 20 Uhr: Wernfried Hübschmann liest eine gekürzte Fassung der berühmten Erzählung, mit der Georg Büchner (1813-1837) sprachmächtig, musikalisch und auf spezifische Weise modern den Aufenthalt des "Sturm-und Drang"-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) im Hause des Pfarrers Oberlin im elsässischen Waldersbach nach- und neuerzählt.

Im nächsten Jahr geht’s weiter, denn die Planungen für 2019 seien im Gange.