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03. September 2010 14:05 Uhr
Staus und Unfälle
Betreiber: A5-Ausbau nicht schneller möglich
Der Ausbau der Problem-Autobahn 5 bei Offenburg kann nach Ansicht der Betreiber nicht weiter beschleunigt werden. Man wolle Ende 2013 und damit bereits ein Jahr früher fertig sein als vertraglich vereinbart, sagte ein Vertreter der Baufirma.
Der Autobahnabschnitt zwischen Offenburg und Baden-Baden wird inzwischen gefürchtet. Obwohl der Verkehr auf einer der beiden Fahrbahnen auf vier Spuren an den Baustellen vorbeigeleitet wird, gibt es immer wieder Störungen. Liegen gebliebene Fahrzeuge und selbst kleinste Unfälle lösen große Staus aus. Mittendrin die Lastwagen südbadischer Speditionen, die ihre Kunden zu spät erreichen – was in der Just-in-time-Wirtschaft viel Geld kostet, wie Unternehmensvertreter am Freitag in einer Versammlung klagten. Diesen Zustand wollen sie nicht lange aushalten, deshalb erwarten sie, dass der Ausbau nicht erst in drei Jahren abgeschlossen ist, sondern früher.
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Ihre Forderungen und Klagen trugen sie Arnaud Judet vor, dem Geschäftsführer von Via Solutions Südwest, der als privatem Konzessionsnehmer gleichsam die nächsten 30 Jahre dieses Autobahnstück gehört. Sie erhält in dieser Zeit Teile der Einnahmen aus der Lkw-Maut, muss dafür auf fast 42 Kilometer Länge den sechsspurigen Ausbau bestreiten sowie den fortlaufenden Unterhalt auf der insgesamt 60 Kilometer langen Konzessionsstrecke. Und Via Solutions bekommt selbst zu spüren, dass die Attraktivität der Rheintalautobahn unter den Staus und Baustellen leidet: Die für sie finanziell so wichtigen Lastwagen weichen zu einem erheblichen Teil aus – etwa auf die elsässische Autobahn, die zudem nicht mautpflichtig ist. Das bringt offenbar die Kalkulation in Schieflage, wie Judet andeutet – und müsste das Unternehmen antreiben, möglichst rasch mit dem Ausbau fertig zuwerden.
Immerhin hat Via Solutions es geschafft, statt am 15. Januar 2015, wie es im Konzessionsvertrag steht, voraussichtlich schon Ende 2013 die Arbeiten abschließen zu können. Schneller geht nicht, erklärte Judet. Denn es sind nicht bloß die sechs neuen Fahrspuren zu betonieren, sondern auch 60 Ingenieurbauwerke, vorrangig Brücken neu zu bauen und zehn weitere umzurüsten. Dies müsse schrittweise erfolgen, erklärte Peter Spiegelhalter vom Regierungspräsidium, um nicht Verbindungen zwischen Gemeinden über die Autobahn komplett zu kappen.
Und es gebe noch andere Auflagen, die Zeit kosten: So darf eine Brücke nur im Winter abgebrochen werden, weil sie im Sommer einer seltenen Fledermausart als Orientierungshilfe dient.
All das beeindruckte die Wirtschaftsvertreter wenig: "So locker holen sie mich nicht vom Hocker", sagte Dischinger, im Hauptgeschäft Inhaber einer Spedition. Er verlangt längere Arbeitszeiten auf der Baustelle, schon allein damit der wertvolle Maschinenpark nicht zu lange ungenützt herumstehe.
Judet hörte sich das nur an; nach der Versammlung wies er gegenüber der BZ daraufhin, dass in dieser Frage nur die Baufirmen entscheiden könnten, die im Auftrag von Via Solutions arbeiten. Und da rechnet er mit Vorbehalten, weil das Personal womöglich nicht für einen Zweischichtenbetrieb ausreiche, vor allem aber mit der Antwort, dass dergleichen machbar sei, aber mehr Geld koste. Zudem müsste dann der ausgeklügelte Ablaufplan für die Baustelle neu erarbeitet werden.
Judet hält eine vierjährige Bauzeit für 40 Kilometer Autobahn für schnell. Den in der IHK versammelten Unternehmern reicht das nicht. Aber wenn es am Geld hapern sollte, seien sie, so wurde erklärt, gern Bereit, den Bund aufzufordern, Via Solutions einen größen Anteil von den Maueinnahmen zu überlassen. Und notfalls, sie Grieshaber, müsse bene der Konzessionsvertrag neu ausgehandelt werden.
- Staugefahr: Straßenschäden machen Autobahn 5 zum Sperrgebiet
Autor: Wulf Rüskamp
