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27. August 2013

Bettingen ist froh über guten Kontakt

Schweizer Nachbarortschaft begrüßt den Dinkelberg und feiert sein Jubiläum mit den Nachbarn.

  1. Auf weiternhin gute Nachbarschaft stießen an (von links):Gemeindepräsident Willy Fischer, Riehen; Bürgermeister Marco Muchenberger, Inzlingen; Gemeidenveralter Andreas Schuppli, Riehen, Bürgermeister Jörg Lutz, Grenzach-Wyhlen und Gemeindepräsident Patrick Götsch, Bettingen. Foto: Rolf Reißmann

GRENZACH-WYHLEN/BETTINGEN. (eim) "500 Jahre bei Basel" heißt das Jubiläum, das seit Jahresbeginn in der kleinsten Gemeinde des Kantons Basel-Stadt gefeiert wurde. Bereits im März gab es die offiziellen Veranstaltungen mit Festreden, die Tage seit dem 19. August wurden als Festwoche mit den Einwohnern ausgerichtet. Für den Samstagnachmittag hatte der Einwohnerrat die Nachbarn aus Riehen, Inzlingen und Grenzach-Wyhlen zu einer Sternwanderung eingeladen. Aus jedem Orten machten sich jeweils rund 20 Einwohner auf den Weg.

Oben angekommen gab es gleich eine Aufgabe, denn Bettingen gab den Wandergruppen je eine Sofortbildkamera mit, aus deren Bildern ein Festplakat gestaltet werden sollte. Bei der großen Auswertung ging der 1. Preis nach Inzlingen. Zwar hatten die Grenzach-Wyhlener sogar einen echten Pilz mit eingearbeitet, aber die Inzlinger fanden wohl die kernigeren Sprüche.

Aber auch dies war ja nur eine Episode, diesen Nachmittag sollten alle Gäste aus der Region in freudiger Stimmung verbringen. Gemeindepräsident Patrick Götsch meinte, dass die Kontakte zu den Nachbarn trotz der Grenze völlig unkompliziert seien. Wenn etwa ein Weg repariert werden müsse und beide Seiten seien davon betroffen, dann wähle er nicht den Weg über das Außenministerium in Bern, sondern nur die Telefonnummer von Jörg Lutz oder Marco Muchenberger. Die beiden Bürgermeister seien für einfache Absprachen gute Partner. Dann baue eben jeder sein Stück bis zur Grenze und dort treffe man sich.

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Intensive Kontakte bestehen zwischen den Einwohnern, so seien die Vereine fast alle grenzüberschreitend tätig, es sei doch ganz normal, dass Grenzach-Wyhlener Musikanten auf der Schweizer Seite mitspielen oder Bettinger in eine Volkshochschule auf deutscher Seite gehen. Sehr erfreut war Götsch, dass Bürgermeister Jörg Lutz bei gewichtigen Problemen auch nach Bettingen kommt, um zu informieren. So habe er über den Dialog zur möglichen Ansiedlung eines Chemieentsorgers gesprochen und die Bettinger waren sogar zur Bürgerversammlung eingeladen. Gerade dies zeige, dass die Nachbarschaft ernst genommen werde.

Dass die kleine Gemeinde beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner aus den deutschen Orten ist, sei gerade im Sommer zu spüren. Deshalb begrüßte er auch, dass die Interessengemeinschaft Dinkelberg mit mehreren Informationsständen zum Jubiläumsfest kam. Bettingen ist nun einmal die westlichste Gemeinde auf dem Berg und möchte sich gerne viel stärker als bisher in die Bemühungen zur Verbesserung des Tourismus integrieren. Die Landfrauen vom Dinkelberg hatten einige Spezialitäten mitgebracht. Bernhard Meier aus Degerfelden demonstrierte den Bau von Insektenhotels und Gabi Zissel, Leiterin der Stabsstelle Tourismus in der Stadtverwaltung Rheinfelden gab ausführliche Auskünfte zu Übernachtungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Aus Karsau, Adelhausen, Nordschwaben, Eichsel und Dossenbach waren die Ortsvorsteher mitgekommen. Reinhard Börner, Eichsler Ortsvorsteher, hatte sogar seinen Glasbläserstand mitgebracht. Bettingen etwas mehr in die Aktionen der IG Dinkelberg zu integrieren wäre wahrlich lohnenswert, denn schließlich bringt die Gemeinde einen Rekord mit, nämlich den Fernsehturm, der mit 250 Metern höchstes Bauwerk der Schweiz ist.

Autor: eim