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16. Februar 2009

Bewegung als bestes Rezept

Das Projekt "Mobilis" will stark übergewichtige Menschen zu Verhaltensänderungen motivieren.

KREIS EMMENDINGEN. An über 100 Standorten in Deutschland wird das Abnehmprogramm "Mobilis", das an der Universitätsklinik Freiburg entwickelt wurde, schon erfolgreich angeboten. Jetzt soll es auch im Landkreis eine eigene Mobilis-Gruppe geben. "Für Frühjahr ist der Start geplant", sagt Gruppenleiterin Elisabeth Teske-Seibel.

"Für uns ist es ein wichtiger Baustein im Präventionsangebot", erklärt Barmer- Bezirksgeschäftsführer Karl-Heinz Faller. Vor fünf Jahren starteten in Freiburg die ersten Mobilis-Gruppen, erläutert Geschäftsführer Andreas Berg. Das Angebot richte sich gezielt an stark übergewichtige Menschen, deren Body-Mass-Index bei über 30 liegt. Dieser BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht, geteilt durch die Potenz der Körpergröße.  Adipositas wird das Phänomen des starken Übergewichts bezeichnet, das mit rund 20 Prozent in der Bevölkerung relativ stark verbreitet ist. Zu erkennen ist eine deutliche Zunahme bei älteren Jahrgängen.

"Diesen Menschen wird ein bewegungsorientiertes Programm  angeboten, das zu einer selbstverantworteten Lebensstiländerung führen soll", sagt Berg. Durchaus erfolgreich – denn 50 Prozent der Teilnehmer von 13 Freiburger Gruppen hätten in einem Jahr ihr Gewicht um fünf bis über zehn Prozent reduziert. Auch nach zwei Jahren sei das nach dem einjährigen Kurs erreichte Gewicht kaum mehr gestiegen. Berg: "Der Erfolg hängt von der Disziplin der Teilknehmer ab."

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Für nachhaltige Gewichtsabnahme sei Bewegung das beste Rezept, erklärt Elisabeth Teske-Seibel. Die Gymnastiklehrerin und Physiotherapeutin koordiniert die Gruppe und ist Bewegungstrainerin. 34 Bewegungseinheiten sieht der Programmfahrplan für das erste halbe Jahr  vor, dann soll dieses Element individuell in den Alltag übertragen werden.

Helfen, den "inneren Schweinehund" zu überwinden und den Lebensstil zu ändern, will ergänzend Stephanie Schüller als Psychologin und Psychotherapeutin. Die Veränderungen betreffen aber auch die Ernährung. Für dieses Themengebiet ist Daniela Kleine zuständig. Sie freut sich auf die Arbeit, weil "ich es nicht mit Patienten, sondern mit Kunden zu tun habe und alles auf ein langfristiges Ergebnis abzielt", so die Diätassistentin. Begleitend ist auch Thomas Petzold im Team. Der niedergelassene Allgemeinmediziner sieht seine Aufgabe darin, Menschen zu motivieren und sie zur Erkenntnis zu bringen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, etwas zu ändern. "Das Konzept hat mich vor allem angesprochen, weil es ohne Tabletten oder andere Produkte arbeitet", so der Arzt Petzold.

"Die freiwillige Teilnahme, die Stärkung der Eigenverantwortung und die Nachhaltigkeit sprechen für Mobilis", sagt Faller. Regelmäßige Teilnahme vorausgesetzt, fördere die Barmer die Kursteilnahme deshalb zu 90 Prozent. Anvisiert ist ein Beginn nach den Osterferien. Mobilis arbeite nicht kommerziell, sondern sei eine gemeinnützige Initiative. Auch ein weiterer Kurs – Mobilis-light für normal Übergewichtige – sei denkbar.

"Ich habe gerne die Patenschaft für diesen Kurs für die Menschen im Landkreis übernommen", erklärt dazu der Emmendinger CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß. Denn mit allen Reformen dieser Welt seien die Zivilisationskrankheiten nicht in den Griff zu bekommen. Übergewicht durch Bewegungsmangel sei Ursache vieler weiterer Krankheiten und die Krankenkassenbeiträge könnten deutlich niedriger sein, wenn die Bürger ihr Verhalten verändern würden. Jede vorbeugende Initiative begrüße er zudem gerade deshalb, weil das Präventionsgesetz bislang nicht verabschiedet werden konnte.

Autor: Markus Zimmermann-Dürkop