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01. Juni 2012

Bewerbung für eine Zukunft in blau

FC Neustadt erwartet im Landesliga-Finale den Hegauer FV / Letzte Hoffnung in Königsfeld und bei der DJK Villingen.

  1. Nochmal einen Dreier bejubeln wollen die Neustädter Fußballer im letzten Saisonspiel. Es wäre Sieg Nummer 15. Foto: patrick seeger

FUSSBALL-LANDESLIGA. Der letzte Eindruck zählt. Eine gute, oft überraschende und zu Beginn der Frühjahrsrunde sogar sensationell anmutende Saison liegt hinter dem FC Neustadt. Das Gefühl, ordentliches geleistet zu haben, gilt es am Samstag im Saisonfinale gegen den Hegauer FV zu bestätigen. Siebter sind die Neustädter. Das werden sie auch nach einem erhofften Heimsieg sein. Während die Ackermann-Elf sorgenfrei ist, regiert am Tabellenende das Prinzip Hoffnung. Schlusslicht Königsfeld und die DJK Villingen warten auf kleine Fußballwunder und eine weitere Spielzeit in der Landes-, statt in der Bezirksliga.

FC Neustadt – Hegauer FV (Samstag, 15. 30 Uhr). Andreas Ackermann ist tiefenentspannt. Als Glücksfall hat sich der neue Trainer des FCN erwiesen, der in der Winterpause als Nachfolger des zurückgetretenen Heiko Geng Verantwortung übernahm. Die ersten vier, fünf Spieltage der Frühjahrsrunde waren von Teamgeist, Spielwitz und euphorischen Siegen geprägt. Kurzzeitig hatten die Blauen gar Chancen auf Rang zwei, fielen dann aber (beginnend mit der Niederlage in Furtwangen) Schritt um Schritt zurück und sind auf Rang sieben derzeit wohl gemäß ihrem wahren Leistungsvermögen notiert. Auch wenn es tabellarisch im letzten Saisonspiel um nichts mehr geht, erwartet Trainer Ackermann Leidenschaft. Vom Anpfiff weg. "Das sind wir unseren Fans schuldig." Seine Mannschaft könne befreit und ohne Druck aufspielen. "Das ist doch ein toller Ansporn." Die finalen 90 Minuten sind so bedeutsam wie ein Bewerbungsgespräch. "Ich will sehen, wer sich für die Zukunft anbietet und wer ein Blauer bleiben will", sagt Trainer Ackermann. Zurück im Team sind Josip Katava, Christoph Bruhn und Benedikt Trenkle, dagegen macht Rick Kiefer (Urlaub) den Platz zwischen den Pfosten frei. Der Trainer hat keinen Zweifel, dass A-Junior Manuel Werner ein starker Rückhalt sein wird.

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DJK Donaueschingen - DJK Villingen (Samstag, 15.30 Uhr). Mit dem DJK-Nachbarschaftsduell geht am Samstag eine für beide Vereine turbulente Landesliga-Saison zu Ende. Die Fakten liegen mittlerweile auf dem Tisch: Nach acht Monaten Abstinenz gelang der heimischen DJK am Pfingstmontag im Nachholspiel gegen Überlingen mit einem hart erkämpften 1:0-Sieg der lang ersehnte Befreiungsschlag. Zwei Tage später bekam man vom zuständigen Sportgericht des südbadischen Fußballverbandes als Ergebnis des Protestes gegen die Wertung der Mittwochpartie beim SC Pfullendorf II erwartungsgemäß drei Punkte zugesprochen. Mit 30 Zählern haben die Allmendshofener somit den in den vergangenen Wochen fraglich gewordenen Klassenerhalt sicher in der Tasche. Dagegen verlor der Namensvetter aus Villingen am vorletzten Spieltag das wichtige Heimspiel gegen den neuen Meister F.A.L. mit 1:2 und fiel auf den drittletzten Rang und somit den ersten Abstiegsplatz zurück. Nur wenn der Viertletzte Überlingen zu Hause gegen Pfullendorf II eine Kanterniederlage bezieht und gleichzeitig die Villinger ebenfalls sehr hoch gewinnen, können sie noch den rettenden 13. Tabellenplatz erreichen. Damit ist kaum zu rechnen, und so muss der am Schluss Drittletzte darauf hoffen, dass der Landesliga-Vizemeister über die Relegation den Aufstieg in die Verbandsliga schafft. "Wir sind hochmotiviert und wollen das Lokalderby unbedingt gewinnen, um die Saison nach langer Durststrecke mit zwei Siegen doch noch zu einem guten Ende zu bringen und gleichzeitig zum Erreichen des Klassenerhalts nicht auf die vom Villinger Trainer kritisierten Punkte vom grünen Tisch angewiesen zu sein", macht DJK-Trainer Olaf Kurth deutlich, dass am Samstagnachmittag im Allmendshofer Sportpark schon aus Gründen der sportlichen Fairness keine Geschenke verteilt werden.

FC Furtwangen – VfR Stockach (Samstag, 15.30 Uhr). Der FC Furtwangen hat keine Sorgen, aber ein klares Ziel, mit dem er gleich zwei Absichten verfolgt. Das Ziel lautet Sieg über den Vorletzten VfR Stockach. Die eine Absicht ist, sich mit dem neunten Saisonsieg vom zehnten auf den neunten Tabellenplatz zu verbessern. Und, so die klare Botschaft von Spielertrainer Tim Heine, die Bregtäler möchten "auch den Schwarzwäldern helfen". Nämlich der DJK Villingen und dem FC Königsfeld. Noch steht der Vizemeister nicht fest, doch Heine traut jedem der Aspiranten den Erfolg in der Relegationsrunde zu. Und dann würde sich eine der beiden Mannschaften noch retten, falls der FCF die Stockacher in Schach hält. Das Hinspiel beim VfR gewannen die Furtwanger mit 3:2. Und nachdem sie in den jüngsten Spielen mehrfach Führungen "herschenkten", wie Heine moniert, möchten sie sich nun im heimischen Bregstadion mit einem Sieg von ihren Anhängern verabschieden. Der Kader ist nahezu vollständig. Gegenüber der Aufstellung in Bermatingen, wo der FC laut Trainer nach 2:1-Führung durch zwei fragwürdige Elfmeter und ein abseitsverdächtiges 2:3 ausgebremst wurde, könnte es kleinere Änderungen geben.

FC Königsfeld – FC Rielasingen-Arlen (Samstag, 15.30 Uhr). Für beide Mannschaften geht’s im Saisonfinale noch um richtig viel: Die Gäste haben als Tabellenvierter zwar die ungünstigste Ausgangssituation aller drei Anwärter, aber dennoch die Chance auf die Vizemeisterschaft und damit die Relegation zur Verbandsliga. Und Aufsteiger Königsfeld (23 Punkte) könnte als Tabellenletzter mit dem siebten Saisonsieg auf den letzten Drücker noch den Abstieg vermeiden, falls der VfR Stockach (24) und die DJK Villingen (25) ihre Spiele nicht gewinnen und der Vizemeister den Aufstieg schafft. Dann müssten nur zwei Landesligisten absteigen. Es müsste vieles passen, sagt Trainer Patrick Fossé, um die Liga zu halten, aber natürlich wolle der Aufsteiger "die letzte theoretische Chance nutzen". Dafür habe man diese Woche im Training "nochmal vernünftig gearbeitet". Dass Lennard Stürmer und Tobias Maier im Angriff wieder zur Verfügung stehen, macht Hoffnung, nachdem in Engen "gar nichts" ging. Fossé verweist auch darauf, dass seine Mannschaft in diesem Jahr daheim noch unbesiegt ist. "Es gibt keinen Druck", sagt er, doch man wolle mit einem Sieg einen "versöhnlichen Abschluss". Was der am Ende nützen würde, hängt auch von der Konkurrenz ab.

Autor: Johannes Bachmann, Georg Wild und Annemarie Zwick