"Ich habe Spätzle vermisst"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mo, 12. März 2018

Biathlon

BZ-INTERVIEW mit dem Weltklasse-Biathleten Benedikt Doll.

BIATHLON (off). Die Olympischen Spiele sind kaum vorbei, da geht es für die besten Biathleten im Weltcup schon wieder weiter: The show must go on – die Show muss weitergehen. Benedikt Doll (SZ Breitnau) hat am Sonntag mit Platz vier im Massenstartrennen beim Weltcup in Kontiolahti (Finnland) wieder ein Topergebnis erzielt, zuvor in der Mixedstaffel (Rang sieben) und im Sprint (23.) lief es für ihn nicht ganz so gut. BZ-Redakteur Jürgen Ruoff hat sich mit Benedikt Doll mal über andere Dinge als Laufzeiten und Trefferquote unterhalten.

BZ: Wie haben Sie die Zeit nach Olympia im Schwarzwald verbracht?

Doll: Ich war froh, erst einmal die Ruhe daheim genießen zu können. Dann war ja noch der schöne Empfang in Breitnau. Daneben habe ich alle Presse- und Public-Relations-Termine abgesagt, da ich gleich wieder für die letzten Weltcupstationen trainieren musste.

BZ: Was stand sportlich nach der Rückkehr im Vordergrund – aktive Erholung?

Doll: In den ersten beiden Tagen habe ich versucht, mich sportlich zu erholen. Anschließend habe ich dann aber schon wieder umfangreich trainiert. Auf dem Plan standen Krafttraining, klassischer Skilanglauf sowie Skating und natürlich das Schießen.

BZ: Auf welches Gericht in Ihrer Heimat haben sie sich nach drei Wochen in Südkorea am meisten gefreut?

Doll: Wir haben daheim Spätzle gemacht, das hatte ich schon sehr vermisst. In Südkorea wurde fast alles mit Reis serviert.

BZ: Wie schwierig ist es nach dem Saisonhöhepunkt Olympia, sich nun wieder auf die Weltcuprennen zu konzentrieren?

Doll: Gar nicht so schwer, ich wusste ja von vorneherein, dass nach Pyeongchang die Saison noch nicht vorbei ist und konnte ich mich sehr gut darauf einstellen.

BZ: Wie fühlen sie sich körperlich und mental im Moment?

Doll: Körperlich geht es mir gefühlsmäßig gut, auch mental fühle ich mich fit. Wie es dann auf der Strecke aussieht, ist immer eine andere Frage. Die ersten beiden Rennen in Kontiolahti waren eher schwerfällig, vielleicht ist das aber auch etwas den späten Startzeiten geschuldet.

BZ: Nach Kontiolahti geht es gleich weiter zur nächsten Weltcupstation Oslo in Norwegen und danach folgt das Weltcupfinale in Tyumen in Russland. Werden Sie alle Rennen bestreiten?

Doll: Ich habe vor, kein Rennen auszulassen. Mit der Staffel in Oslo müssen wir im Team nochmals reden, es wäre auch toll, Johannes Kühn und Roman Rees vielleicht noch einmal laufen zu lassen. Am Ende entscheiden das aber die Trainer.

BZ: Welches Ziel verfolgen Sie im Gesamtweltcup? Durch den vierten Platz im Massenstart von Kontiolahti haben Sie sich ja auf den zehnten Platz in der Weltcupwertung verbessert.

Doll: Ich möchte noch einige gute Rennen zeigen und das Bestmögliche herausholen. Unter den ersten zehn möchte ich auf jeden Fall bleiben, vielleicht kann ich mich noch verbessern.

Der 27-Jährige von der Ski-Zunft Breitnau, der mittlerweile in Kirchzarten wohnt, hat bei den Olympischen Spielen in Südkorea die Bronzemedaille in der Verfolgung und Bronze mit der Staffel gewonnen. Im vergangenen Jahr wurde er Sprintweltmeister.