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24. Januar 2012

Biederbach baut Infrastruktur aus

Für 2012 stehen der Ausbau der Wasserversorgung, der Radweg an der L 101 und die Energie-Sanierung der Grundschule im Plan.

BIEDERBACH. Mit knapp 5 Millionen Euro – genau 4 848 323 – will Biederbach in diesem Jahr über die Runden kommen. Auf diese Zahl setzte der Gemeinderat den Haushaltsplan 2012 fest. Außerdem freut man sich über die Anordnung einer Sperrung für 3,5-Tonner im Ort.

Wenn’s "pressiert" kann’ s auch mal schnell gehen: In der letzten Sitzung 2011 monierte der Gemeinderat den zunehmenden Schwerlastverkehr auf der Gemeindeverbindungsstraße vom Ortsteil Kirchhöf nach Hofstetten. Am 4. Januar fand eine Verkehrsschau statt und schon eine Woche später wurde amtlich, was Anwohner und Räte einhellig forderten: Ab sofort ist das Sträßchen ab der Zimmerei Schätzle für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Ausnahmen gibt’s nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge.

Finanzpolitisch gibt sich Biederbach auch im neuen Jahr bescheiden: Wenn’s irgendwie geht, will man ohne neue Schulden auskommen, auch wenn im Haushaltsplan "vorsichtshalber" Kreditneuaufnahmen von 80 000 Euro vergesehen sind. Und das, obwohl die im Vermögenshaushalt ausgewiesenen Investitionen mit 2,268 Millionen Euro fast so hoch sind wie die Ausgaben für den laufenden Betrieb der Gemeinde, die im Verwaltungshaushalt ausgewiesen sind. Der beträgt 2,58 Millionen Euro.

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Wie das geht? Dank der guten konjunkturellen Lage in Deutschland stiegen die Steuereinnahmen. Und davon profitieren auch die Gemeinden. Biederbach, das wegen seiner eigenen dürftigen Finanzkraft auf Gedeih und Verderb auf die Unterstützung des Landes angewiesen ist, merkt diese Schwankungen besonders. "Nach dem erfreulichen Ergebnis der Jahresrechnung von 2010 mit einer Zuführung von 320 000 Euro an den Vermögenshaushalt schätze ich, dass wir das Jahr 2011 mit einer ähnlichen Größenordnung abschließen werden", freute sich Bürgermeister Josef Ruf. Doch die Schuldenkrise in Europa könnte sich im neuen Jahr schon wieder desaströs auswirken, warnte er vor allzu viel Euphorie. Daher sei der Verwaltungshaushalt ähnlich sparsam kalkuliert wie in den Vorjahren. Lediglich beim Unterhalt von Gemeindestraßen wurden mit 100 000 Euro etwas "geklotzt". Schließlich wurde dieser Posten in den Vorjahren immer wieder gekürzt und nur das Allernötigste gemacht. Im Vermögenshaushalt stehen hohe Ausgabe für den Ausbau und den Erhalt der Trinkwasserversorgung, der Versorgungsleitung von Elzach nach Biederbach, der Ausbau des Geh- und Radwegs entlang der L 101 und der zweite Bauabschnitt zur energetischen Sanierung der Grundschule. Dies ist freilich nur dank hoher Landeszuschüsse zu bewerkstelligen und mit einem Griff in die Rücklagen: Rund 270 000 Euro sollen daraus entnommen werden.

Zum Jahresende würden diese dann auf rund 188 000 Euro schrumpfen, was aber noch immer weit über der Mindestvorgabe von 50 000 Euro liegt, so Hauptamtsleiter Raphael Mattis. "Die Sanierung des Rathauses und das Dach der Schwarzwaldhalle sind weitere Projekte, die mittelfristig realisiert werden sollten ", sagte Ruf in seiner Haushaltsrede. Darin war sich die Ratsrunde einig und verabschiedete die Haushaltssatzung 2012 mitsamt Stellen- und Finanzplan einstimmig.

Autor: Kurt Meier