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01. Dezember 2011
Ein kontrastreicher Musikabend
Jahreskonzert bei der Trachtenkapelle Biederbach bietet Vielfalt vom Alphorn über Märchenhaftes bis hin zu Rock und Pop.
BIEDERBACH. Im 16. Jahr unter der Leitung von Stephan Rinklin hatte sich der Musikverein Trachtenkapelle Biederbach vorgenommen, einmal Einiges ganz anders zu machen und präsentierte am Samstag ein mit Überraschungen gespicktes Konzert "Kontraste" mit mehr als 70 Mitwirkenden.
Mit einer typischen Eröffnungsfanfare (Hymn for a Solemn Occasion) begann das Konzert. Aber schon beim zweiten Stück (Concertino), das Hans-Georg Hin ankündigte, gab es etwas Besonderes: Aus den Reihen der Musiker verschwanden drei hinter der Bühne, um rot-weiß in eidgenössischem Stil gekleidet mit langen Alphörnern zurückzukommen. Über drei Sätze hinweg entstand ein Dialog zwischen dem Alphorntrio und dem Orchester.Höhepunkt des ersten Teils war "Der Magnetberg", eine elf Minuten dauernde sinfonische Dichtung von Mario Bürki zu einem Seestück aus tausendundeiner Nacht. Dem aufmerksamen Zuhörer konnte hierbei auffallen, dass inmitten des gewohnten Bildes aus Blech- und Holzbläsern ein Musiker mit seiner E-Gitarre mitspielte. Es war Julian Allgeier (14), der im zweiten Teil des Konzertes im "Tuba Mukl" mit Tuba als Soloinstrument auftrat.
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Vor der Pause zum zweiten Teil des Konzertes überraschte Stephan Schätzle aus dem Vorstand das Publikum mit vorgezogenem Dank an alle Mitwirkenden und an das Dekoteam und überreichte Dirigent Stephan Rinklin ein mit Euromünzen dekoriertes Modell des Magnetberges. Den auf den Kopf gestellten Programmablauf erklärte Moderator Hans-Georg Hin damit, dass im zweiten Teil die Musik im Vordergrund stehe (?), es dabei Schlag auf Schlag gehe und Ansagen die Musik nicht unterbrechen sollen. Unter den Ehrengästen hatte er unter anderem Bürgermeister Josef Ruf und Alois Schätzle (MdL i.R.) begrüßt.
Neugierig beobachteten die Zuhörer das Treiben auf der Bühne. Da wurden wie Schutzschilder Glasplatten aufgestellt und dahinter eine Schlagzeuggruppe ins Rampenlicht gestellt. Hatten die Musiker Angst, mit Tomaten beworfen zu werden? Nein, dafür gab es keinen Anlass, aber die sonst im Hintergrund agierenden Pauker brauchen eine Dämmung, wenn sie vorne aufspielen. Nach diesem Umbau ging es weiter. Interessante Plakate zum Motto "Kontraste" wurden entrollt. Zu sehen waren darauf bunte Bälle auf schwarzem Grund und die weiße Silhouette eines Trompeters. In der Pause hatten sich die Musiker umgezogen. Männer wie Frauen erschienen mit schwarzen Hosen und roten Hemden, statt wie im ersten Teil in der Tracht. Die Spielweise erinnerte im Konzertteil nun mehr an eine Big Band mit Soloeinlagen im Stil der Ära des Swing.
Dabei vertraten Solisten aller im Orchester vorkommenden Instrumente ihre Register: In "Malaguena" war es Hans-Georg Hin mit Klarinetten-Solo, in "The wizard of Oz meets the wiz" spielte Christian Ringwald das Trompetensolo und Alexandra Disch das Solo des Saxophons, Tobias Disch beeindruckte in "If you leave me now" mit seinem Posaunensolo und Dominik Burger ebenfalls mit Posaune als Solist in "Loco-Motion". Stephan Schätzle (Tuba), Sonja Allgeier (Klarinette) und nochmals Alexandra Disch (Saxophon) waren in "Loco-Motion" mit weiteren Soli vertreten.
Bald kam Sonntagskonzertstimmung auf, zumal Dirigent Rinklin es verstand, auch das Publikum zu dirigieren, damit es im Konzertmarsch "Neige d’ Avril" an den passenden Stellen mitklatscht. Am Drum-Set Philipp Wernet, am Schlagzeug Patrick Schwendemann und Imo Piotrowski, und Pascal Hin an den Bongos sorgten für Takt, Profil und Stimmung, vor allem in "Gonna fly now", ein Thema aus dem Film "Rocky".
In der ersten Zugabe spielte Christian Ringwald das Trompetensolo in "Dancing on the seashore". Über 300 Konzertbesucher waren danach noch gar nicht müde und forderten Rinklin für eine zweite und dritte Zugabe hinter der Bühne hervor. Zweimal wurde "My Way" gespielt, dabei nahm Dirigent Rinklin ein Horn und spielte ein Solo, dafür gab es viel Applaus. Diana Burger (Oboe), Stephan Schätzle (Flügelhorn), und wieder eine beeindruckende Alexandra Disch (Saxophon), sowie Siegfried Burger und Tobias Dufner (Trompeten) spielten weitere Soli in "My Way". "Meine Art" war die passende Zugabe für einen insgesamt eigenwillig zusammengestellten, aber umso unterhaltsameren Abend, bei dem die Musik immer im Vordergrund stand.
Autor: Ernst Hubert Bilke


