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17. Juni 2009
Biel-Marathon hinterlässt Spuren
Vom Schopfheimer Lauftreff gingen wieder einige an den Start / Für alle Teilnehmer war es ein besonderes Erlebnis.
SCHOPFHEIM. Der eine ist gestürzt, die andere hat sich verlaufen, der dritte lag mit Bauchkrämpfen für eine Weile am Wegesrand: Dennoch sind alle Lauftreff-Teilnehmer, die vom Ultra-Marathon aus Biel zurückgekehrt sind, mit sich und der Welt zufrieden. Sie haben die 100 Kilometer geschafft. Jeder sammelte eigene Erfahrungen.
Zum ersten Mal dabei war Günther Skrypnik und auch er kam ins Ziel. "Ich habe gut trainiert und wollte es unbedingt schaffen", erzählt er. Am Freitag um 22 Uhr hat es ihn am gefürchteten Ho-Chi-Minh-Pfad gelegt. "Ich bin mit dem Schrecken davongekommen und konnte gleich weiterlaufen", sagt Skrypnik."Bei Kilometer 65 bin ich an Günther Skrypnik vorbeigelaufen", erzählt Wolfram Uhl. Der habe sich etwas darüber gewundert. Für ihn, Uhl, sei es ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Zunächst sei er los wie eine Rakete, doch bei Kilometer 45 habe er gemerkt, dass irgendetwas nicht stimme. Uhls Magen rebellierte ein wenig. Deshalb habe er eine Stunde entlang der Strecke geruht, fühlte sich danach wieder fit genug, die 100 Kilometer vollends zu packen. Wegen dieser Zwangspause habe er den Ho-Chi-Minh-Pfad diesmal bei Dämmerung erlebt: "Das war wie im tropischen Urwald. Die Vögel zwitscherten und die Frösche quakten in der üppigen Vegetation. Es war einfach toll", sagte Wolfram Uhl. Und schön fand er auch, dass sein zwölfjähriger Sohn auf den letzten 25 Kilometern sein Fahrradbegleiter war.
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Zum 17. Mal war Axel Eisenmann beim Ultra-Biel-Marathon auf Strecke. "Dieses Mal hat es mir zu 80 Prozent Spaß gemacht", erzählt Eisenmann. Das lag daran, dass er fast nie allein, sondern meist in Gruppen gelaufen sei. Er habe Pausen gemacht und beschlossen, gut gelaunt anzukommen. Immer, wenn man am Start stehe, stelle sich die bange Frage: "Schaffe ich es?" Dadurch, dass er die Strecke inzwischen gut kenne, könne er sich mental darauf einstellen, meinte Axel Eisenmann. "Alles frisch, alles bestens gelaufen", lacht Andreas Zeh.
Während sich die Männer auf die Strecke von 100 Kilometern am Stück machten, nahmen die Frauen am Staffellauf teil. Im fliegenden Wechsel absolvierten Monika Weber, Regina Lederer, Beate Hug, Petra Gries und Christiane Härtling 100 Kilometer. Jede für sich lief etwa 20 Kilometer. Eigentlich sollte Monika Weber, die zum ersten Mal in Biel dabei war, 17,6 Kilometer laufen. Daraus wurden unfreiwillig 20 Kilometer, weil sie sich verlaufen hatte und umkehren musste. Irgendwo auf der Strecke stand ein Lämpchen, rechts ging es den Wald hoch. Der "Umweg" kostete Monika Weber Zeit, die sie versuchte, wieder aufzuholen. Eigentlich, so gesteht sie im Nachhinein, habe es sie schon tierisch geärgert, dass sie sich verlaufen hat, weil sie so gut im Tritt und in der Zeit war. Insgesamt aber war Biel für sie ein super Erlebnis.
Beate Hug war auch zum ersten Mal – als Ersatz – dabei. "Es war ein tolles Erlebnis", schwärmt sie. Sie habe das Glück gehabt, bei Tageslicht laufen zu können. Die Landschaft sei wunderschön, allein auf der Strecke sei man nie. Und toll fanden es die Frauen auch, wenn sie die Männer auf ihrem 100-Kilometer-Lauf überholten. Die ersten 15 Kilometer habe sie nichts gespürt, die Müdigkeit kam erst später. Und jetzt wird schon wieder fleißig beim Lauftreff trainiert.
Autor: Marlies Jung-Knoblich
