Das Hoch will nicht vom Fleck

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 25. August 2018

Bildung & Wissen

Forschung zum Blockadewetter.

Ob Regen oder Sonnenschein – das Wetter im Sommer bleibt für längere Zeit gleich. Das gilt, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Mitteilung schreibt, nicht nur für Europa, sondern auch für Nordamerika und Teile Asiens. Das kann katastrophale Folgen haben. Wenn sich Wetterlagen über mehrere Tage oder Wochen halten, können diese zu Extremen werden: Hitzewellen führen zu Dürren und Waldbränden; Dauerregen zu Überschwemmungen.

Das sommerliche Blockadewetter hängt mit Veränderungen im sogenannten Jetstream zusammen. "Riesige Luftströme umkreisen unsere Erde in der oberen Troposphäre – wir sprechen von planetaren Wellen", erklärt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK. "Jetzt häufen sich die Beweise, dass die Menschheit diese gewaltigen Windströmungen durcheinander bringt. Angeheizt von den menschgemachten Treibhausgasemissionen, werden die natürlichen Zirkulationsmuster wahrscheinlich von der globalen Erwärmung verzerrt." Normalerweise schwingen die Wellen, die Ketten von Hoch- und Tiefdruckgebieten transportieren, von West nach Ost zwischen dem Äquator und dem Nordpol. "Doch wenn sie durch einen subtilen Resonanzmechanismus festgehalten werden", sagt Schellnhuber, "verlangsamen sie sich, so dass das Wetter in einer bestimmten Region hängen bleibt."

Bei der Aufklärung der Hintergründe richtet die Wissenschaft ihren Fokus vor allem auf den Arktis-Faktor. Im Zuge der globalen Erwärmung heizt sich die Arktis rascher auf als die übrige nördliche Erdhalbkugel. Dadurch verringert sich der Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Äquator – und diese Temperaturdifferenz ist eine maßgebliche Antriebskraft für die großen Luftströme in der Atmosphäre. Es gebe, so teilt das PIK mit, inzwischen viele Studien, die auf eine häufigere oder verstärkte Blockade von Luftströmungen in den mittleren Breiten hinweisen.