Eine leuchtende Karte im Gehirn

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 16. Juni 2018

Bildung & Wissen

Mäusestudien in Freiburg.

Wissenschaftler der Universität Freiburg haben ein Erklärungsmodell aufgestellt, wie das Gehirn Erinnerungen an konkrete Erlebnisse speichert. Grundlage der im Fachjournal Nature veröffentlichten Studie sei ein Experiment gewesen, bei dem Mäuse in einer virtuellen Umgebung Orte aufsuchen, an denen sie eine Belohnung erhalten, so die Uni Freiburg in einer Mitteilung.

Eine Maus läuft durch die virtuelle Welt eines Videospiels, gereizt durch Belohnungen, die sie an bestimmten Stellen findet – und die ihr mittels eines Strohhalms auch in der echten Welt verabreicht werden. Die Nervenzellen der Maus wurden genetisch so verändert, dass sie auf den Videoaufnahmen eines Spezialmikroskops aufleuchten, sobald sie aktiv sind. Die Maus ist von Monitoren umgeben und bewegt sich auf einem durch Druckluft frei schwebendem Styroporball. So sei ihr Kopf für die Aufnahmen ruhig geblieben, teilt die Uni mit.

Thomas Hainmüller von der Spemann Graduiertenschule und Marlene Bartos, Professorin für Systemische und Zelluläre Neurophysiologie, konnten so von außen erforschen, wie Erinnerungen gespeichert und abgerufen werden. Die Nervenzellen in der Hirnregion des Hippocampus bilden den Wissenschaftlern zufolge eine Karte der virtuellen Welt, in der einzelne Nervenzellen konkrete Orte im Videospiel kodieren. Die Zellen werden demnach aktiviert und leuchten, wenn sich die Maus an dem jeweiligen Ort befindet. Unterschiedliche Karten lieferten eine Übersicht über die Position der Maus in einem Gang oder berücksichtigen die Zeit sowie die Information, in welchem der Gänge sich die Maus befindet.