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11. Februar 2012
GEISTESBLITZE: Weg mit dem Klecks
Lewis Edson Waterman treibt die blanke Wut zu seiner Erfindung. Im Jahr 1883 hat es der Versicherungsmakler in New York schon zu einem bescheidenen Vermögen gebracht. Waterman gegenüber sitzt ein potenzieller Kunde, vor ihm auf dem Tisch liegt der fertige Vertrag. Es fehlt nur noch die Unterschrift. Waterman hebt seinen Füller, setzt ihn an, drückt die Stahlfeder sachte durch – da läuft die Tinte über das Papier. Ein riesiger Klecks, mitten auf dem Vertrag!
Der Kunde ist entnervt, er will nicht warten, bis Waterman ein neues Exemplar angefertigt hat. Stattdessen geht er zur Konkurrenz und lässt den Versicherungsmakler mitsamt dem Klecks und knirschenden Zähnen zurück. Noch in dieser Nacht macht sich Waterman an die Arbeit. Es muss doch eine Möglichkeit geben, die Tinte gleichmäßig und nicht schwallweise in die Feder einfließen zu lassen! Mit einem Hartgummi und verschiedenen Füllern bastelt er herum, bis er etwas gefunden hat, das funktioniert. Drei feine Kanälchen im Gummi verbinden jetzt die Feder mit dem Schaft, der die Tinte enthält. Wie in einem dünnen Strohhalm ziehen die Kapillarkräfte in diesen Kanälen nun die Flüssigkeit in die Feder, ganz gemächlich – und immer nur so viel, wie für das Schreiben wirklich nötig ist. Am 12. Februar 1884 erhält Waterman das US-Patent auf sein "Dreispalten-Tintenzufuhrsystem".
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Im Zigarrenladen seines Bruders vertreibt er den klecksfreien Füllfederhalter schon bald mit Erfolg. Die Früchte seines Zornes kann er sechs Jahre später ernten: Auf der Pariser Weltausstellung schafft sein Füller den internationalen Durchbruch.
Autor: jom
