Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Michael Gilg

Von Michael Gilg

Fr, 27. September 2013

Binzen

VascoMed mit Hauptsitz in Binzen stellt Katheter her – in den vergangenen sechs Jahren wurde die Belegschaft nahezu verdreifacht.

BINZEN. Eine Firmenhistorie, die im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz geht: VascoMed mit Hauptsitz im Binzener Gewerbegebiet Dreispitz entwickelt und fertigt seit mehr als 20 Jahren Katheter für die Elektrotherapie des Herzens. In den vergangenen sechs Jahren konnte die Zahl der Angestellten nahezu verdreifacht werden auf 200. Klar, dass auch Bürgermeister Andreas Schneucker und Diana Stöcker von der Wirtschaftsförderung Lörrach (Innocel) diese Entwicklung als "äußerst erfreulich" begrüßen.

Ein Schutzkittel ist bei den Mitarbeitern Pflicht, genauso liegt in jedem Raum ein Fußabtreter mit einer Klebemasse, um die Schuhe vom Dreck zu befreien. Schnell wird klar: Hier muss fein säuberlich gearbeitet werden. Neben einem guten Auge und Geduld brauchen die knapp 150 Produktionskräfte – weitere 50 Arbeitsplätze teilen sich die Entwicklungsabteilung und die Verwaltung – vor allem Fingerspitzengefühl. Mit Mikroskopen und speziellem Werkzeug bauen sie die verschiedenen Katheter zusammen.

"Die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen ist gigantisch", sagt Geschäftsführer Wolfgang Geistert, "wir sind eigentlich ein Multikulti-Unternehmen, da 21 verschiedene Nationalitäten bei uns arbeiten". Seit September gehört auch die aus Kasachstan stammende Olga Svetli dazu, die im Lörracher Produktionswerk beschäftigt ist. Die Arbeit gefalle ihr gut, erzählt sie, aber wie auch Geistert bestätigt, "braucht man für die feine Arbeit doch eine zweimonatige Einarbeitungsphase".

Etwa 100 000 Katheter, die je nach Ausstattung zwischen einem zwei- und einem vierstelligen Betrag kosten können, stellt VascoMed pro Jahr her. "Bisher gehörten Europa und vor allem Brasilien zu unserem Absatzgebiet", erklärt Geistert, "in den vergangenen Jahren sind auch Asien und Nordafrika dazugekommen". Der vermehrte Einsatz von Kathetern in der Medizin spiele für den Erfolg natürlich auch eine Rolle, so Geistert.

Den Wachstumsprozess des Unternehmens sieht Geistert aber noch nicht abgeschlossen, "wir sind weiter auf der Suche nach Arbeitskräften". Trotz Auslagerung und Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten reicht der Platz in Binzen aber nicht mehr aus. Um 45 Quadratmeter soll das Firmenareal in der Hertzallee erweitert werden. Wie Bürgermeister Schneucker bestätigte, wird sich der Gemeinderat bald mit dem Gesuch beschäftigen.