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12. August 2017 15:38 Uhr

Petition gegen die Abbruchanordnung mit viel Zulauf

Die Dreispitz-Retter machen mobil

Zweigleisig fahren wollen die Binzener bei ihren Bemühungen, das Kreiselkunstwerk von Reinhard Bombsch an der Einmündung der Landesstraße 134 in die Bundesstraße 3 zu erhalten

  1. Ulrich May und Andreas Schneucker (von links) wollen, dass der Dreispitz bleibt. Foto: Markus Maier

  2. Dreispitz-Karikatur von Werner Balkow Foto: Werner Balkow

Zweigleisig fahren wollen die Binzener bei ihren Bemühungen, das Kreiselkunstwerk von Reinhard Bombsch an der Einmündung der Landesstraße 134 in die Bundesstraße 3 zu erhalten, das gemäß einer Anordnung des Landratsamtes aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden soll. Zum verwaltungsrechtlichen Gang durch die Instanzen gesellt sich jetzt die Online-Petition der Initiative "Rettet den Dreispitz" an den Stuttgarter Landtag (wir haben am Freitag berichtet).

1900 Unterschriften braucht es, damit sich der Petitionsausschuss des Landes Baden-Württemberg mit der Angelegenheit befasst – am Samstag, 12 Uhr, waren bereits deren 420 (also 20 Prozent) zusammengekommen. Sehr zur Freude des Kopfes der Initiative, Binzens Altbürgermeister und Kreisrat der Freien Wähler, Ulrich May, und des amtierenden Dorfoberhauptes Andreas Schneucker, der parallel zur Initiative den Gang durch die Institutionen in Bewegung gesetzt hat. Besonders freut sich Ex-Bürgermeister May darüber, dass seine Tochter Anne-Kathrin (30), die in Köln als Account-Managerin eines Unternehmens für Online-Marketing arbeitet, den gleichermaßen informativen wie interessant gestalteten Internetauftritt kreiert hat und die Unterschriftensammlung über das Web ständig aktualisiert. Auf der Liste finden sich natürlich zumeist Unterzeichner aus der Region, es gibt aber auch Unterstützer etwa aus Berlin, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen.

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Die Kosten der Aktion hält Ulrich May für überschaubar und beziffert sie momentan auf eine vierstellige Summe "im unteren Bereich". May und Schneucker betonen, dass dabei der Gemeinde keinerlei Kosten entstehen, es vielmehr zahlreiche Sponsoren gebe, unter anderem etwa der Wohnpark in unmittelbarer Nähe des Kreiselkunstwerks oder auch die Sparkasse, ohne die das Kreiselprojekt vor rund 17 Jahren gar nicht hätte finanziert werden können.

Die Petition selbst ist am vergangenen Dienstag gegen 23 Uhr erst gestartet worden, dem Petitionsausschuss im Stuttgarter Landtag vorliegen muss sie bis zum 6. November. Bis dahin möchte man unter anderem auch über Facebook und Mailingaktionen weiter auf sich aufmerksam machen, sagte Ulrich May. Aufmerksam geworden auf die Geschichte sei beispielsweise auch schon die Tageszeitung mit Sitz in Berlin, die bei ihm bereits vorstellig geworden sei, sagte May.

Diese Art der Bürgerbeteiligung habe man ganz bewusst gewählt, weil das Petitionsrecht ein Grundrecht sei, auf das sich zwar Bürger, nicht aber Körperschaften wie etwa Städte und Gemeinden berufen können, sagte May dazu.

Gleichzeitig zur Petition beschreite man gegen die landratsamtliche Anordnung zum Abbau des Kreisels den verwaltungsrechtlichen Gang durch die Instanzen, so Bürgermeister Schneucker. So habe man form- und fristgerecht Widerspruch bei der Kreisbehörde eingelegt. Deshalb seien jetzt das Landratsamt beziehungsweise das Regierungspräsidium am Zuge. Bleiben die Behörden bei ihrer Haltung, werde man den Gang vors Verwaltungsgericht Freiburg gehen, bekräftigte Schneucker einmal mehr.

Mehr Infos zum Thema gibt es unter http://www.Rettet-den-Dreispitz.de

Autor: Markus Maier