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24. Juli 2010

Gleiche Trasse, aber andere Höhe

Gemeinderat Binzen lehnt die meisten neuen Varianten für Rümminger Ortsumgehung ab.

BINZEN/RÜMMINGEN (tm). Das Thema Ortsumfahrung Rümmingen ist schon viele Jahre alt. Einen 2008 vorgelegten Planungsentwurf für eine Straßenführung in Hochlage haben alle Beteiligten abgelehnt. Jetzt gibt es neue Varianten, über die der Gemeinderat Binzen in seiner jüngsten Sitzung diskutiert hat, da auch Binzener Gemarkung betroffen ist.

Drei unterschiedliche Varianten, jeweils mit Untervarianten, stellte Diplom-Ingenieur Wilfried Arens vor. Variante 3 beinhaltet die Umfahrung in Hochlage beziehungsweise dieselbe Trassenführung auf dem Niveau des bestehenden Geländes. "Von der Hochlage wurde damals eine Visualisierung gemacht, um zu zeigen, was dem Vorderen Kandertal hier angetan werden würde. Es geht um Landschaftsbild und um Ökologie", sagte Bürgermeister Ulrich May. Während die Hochlage einmütig in Binzen wie in Rümmingen längst verworfen wurde, favorisiert der Gemeinderat Binzen dieselbe Trasse auf Geländeniveau.

Die Varianten 1 und 2 sehen Verschwenkungen der Straße in Richtung Binzen in unterschiedlicher Weise vor. "Die längere Straßenführung soll dazu dienen, das Gefälle der Straße zu verringern", erklärte Arens. Doch durch die Verschwenkungen wäre Binzen sehr viel stärker betroffen, und eine Variante führt sehr nah an einem Aussiedlerhof vorbei.

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"Die Varianten 1 und 2 wären eine Verschwendung von Land und Geld", sagte Friedrich Loh, der der Ansicht war, das Gefälle könne nicht das Problem sein. "Die erste Variante führt mitten durch die Gewächshäuser des Aussiedlerhofes, und auch die zweite Variante durchschneidet dessen Land. Das kann ja wohl nicht sein", empörte sich Loh. Sebastian Weil sah in den teilweise vorgeschlagenen Brückenbauwerken ein "Beispiel von Gigantomanie". Die Planungen müssten abspecken, zumal sie massive Eingriffe ins Kleinklima zur Folge hätten, sagte Weil. Auch Walter Huber war der Landschaftsverbrauch der Varianten 1 und 2 zu groß, und Hans Krebs äußerte sein Unverständnis darüber, dass das Land sich längst Gelände für die Variante 3 gesichert habe, und nun ganz andere Straßenführungen vorgeschlagen werden. May wies darauf hin, dass die Ablehnung der Hochlage Anlass für die neueren Planungen war und man sich zurzeit in einem Stadium befinde, wo alles untersucht werde, ohne Rücksicht auf Kosten und Bestand, das geschehe erst in einem weiteren Schritt.

May schlug vor, die Hochlage abzulehnen, die ebenerdige Querung der Kandertalbahn zu fordern und auch abzulehnen, dass der Aussiedlerhof von der Trasse tangiert werde. Hanspeter Vollmer beantragte statt dessen, die Varianten 1 und 2 und bei der Variante 3 die Hochlage vollständig abzulehnen. Vollmer äußerte sein Unverständnis darüber, dass im Jahr 2000 in Rümmingen ein Neubaugebiet entwickelt wurde, das sehr nah an der Trasse für die Umfahrung liegt. Damit sei man auf Kollisionskurs zu den Umfahrungsplanungen gegangen. "Dieses Neubaugebiet wird hinter einer furchtbaren Lärmschutzwand verschwinden", sagte er. Er sah "keine vernünftige Planung, die die verschiedenen Interessen berücksichtigen könnte". Einstimmig befürwortete der Gemeinderat seinen Antrag.

Autor: tm