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22. Februar 2012 17:03 Uhr
Rückhaltefläche oberhalb der Tennisplätze
Hochwasserschutz in Binzen ist wieder Thema
Bei einer Enthaltung (Peter Stark) hat der Gemeinderat den Weg frei gemacht für die Voruntersuchung eines potenziellen Standortes für einen Hochwasserrückhalteraum oberhalb der Tennisplätze.
1948 – 1963 – 1978 und 1983: Das sind Jahreszahlen, die sich – zumindest älteren Binzenern – eingeprägt haben. Die ersten drei Jahreszahlen haben als Hochwasserkatastrophen Eingang gefunden in die Chronik. Beim bislang letzten größeren Hochwasser im Mai 1983 profitierte man aus den Lehren der Vergangenheit. Rund sechs Millionen Mark waren zuvor in den Hochwasserschutz investiert worden. Jetzt folgt ein weiterer Schritt: Bei einer Enthaltung (Peter Stark) hat der Gemeinderat den Weg frei gemacht für die Voruntersuchung eines potenziellen Standortes für einen Hochwasserrückhalteraum oberhalb der Tennisplätze.
Mit der Studie betraut hat der Gemeinderat die Björnsen Beratende Ingenieure GmbH mit Sitz in Koblenz, die ein Angebot in Höhe von 4165 Euro unterbreitet hatten. Die Ingenieure aus dem Rheinland hatten im Anschreiben zu ihrem Angebot darauf hingewiesen, dass gemäß der Hochwassergefahren-Kartierung des Landes Baden-Württemberg in der Ortslage Binzens schon bei einem – angenommenen – 50-jährlichen Hochwasser bebaute Flächen überflutet werden. Besonders betroffen wären dann offenbar die Gebiete links der Kander in den Bereichen Seiler Weg und Fischinger Straße. Bei einem so genannten 50-jährlichen Hochwasser geht man offensichtlich von einer Wassermenge in der Kander von rund 50 Kubikmetern in der Sekunde aus. Ziel – so die Koblenzer Hochwasserspezialisten – müsse es aber sein, Schutz zu bieten vor einem sogar 100-jährlichen Hochwasser. In diesem Fall wird offensichtlich eine doppelt so große Wassermenge zu Grunde gelegt. Deshalb müsse man sich umsehen nach einem möglichen Rückhalteraum für die Wassermassen. Im Bereich des Mühlkanals nordöstlich der Ortslage stünde eine "geeignete Fläche" zur Verfügung, meint das Ingenieurbüro. Am Ratstisch war man sich schlussendlich einig, nicht nur losgelöst für die eigene Gemeinde zu planen, sondern auch die Gemeinden oberhalb Binzens am Flusslauf der Kander in die Gespräche mit einzubinden. Bekanntermaßen läuft derzeit in Kandern ein millionenschweres Hochwasserschutzprojekt.
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Die Forderung nach einer gesamthaften Betrachtungsweise der Hochwasserproblematik – so der Ratsbeschluss – wird demzufolge an den Auftrag für die Koblenzer Planer angehängt. Darauf hatten vor allem Walter Huber und Hanspeter Vollmer gedrängt. Vollmer verwies darauf, dass man beispielsweise, wenn es um die Buslinien im Kandertal geht, ausführliche – und erfolgreiche – Gespräche über Gemeindegrenzen hinweg führt. Deshalb sollte auch einem "Hochwassergespräch" nichts im Wege stehen. Bürgermeister Ulrich May sagte dazu, dass es dennoch wichtig sei, den anderen Kander-Anliegern mit der Studie deutlich zu machen: "Wir haben alles getan".
Autor: Markus Maier
