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19. Mai 2017 19:00 Uhr

Streit

Wer muss den neuen Binzener Schulhof bezahlen?

Weil auch Kinder aus der Ganztagsgrundschule, die nicht aus Binzen kommen, auf dem Schulhof spielen, soll sich der Verwaltungsverband an den Kosten für die Neugestaltung beteiligen. Doch der will nicht.

  1. Was an der Haltinger Hans-Thomas-Schule realisiert wurde, könnte zu Teilen künftig auch den Schulhof der neuen Ganztagsgrundschule in Binzern attraktiv machen. Foto: Herbert Frey

Über zwei Dinge herrschte in der Sitzung des Verwaltungsverbands Vorderes Kandertal Einigkeit: Unstrittig ist, dass der Schulhof der neuen Ganztagsgrundschule in Binzen möglichst attraktiv werden soll und dass dafür rund 200 000 Euro an Mehrkosten anfallen. Wann die Umgestaltung erfolgen soll und wie die Kosten verteilt werden, darüber ließ sich dann aber trefflich streiten.

"Meine Kinder, Deine Kinder oder unserer Kinder" – um diese Frage kreiste die Diskussion immer. Sind es nun eher die Binzener Kinder, die ja auch als Besucher der dortigen Regelgrundschule auf dem Schulhof spielen, oder profitieren eher alle Kinder aus dem Verwaltungsverband von den vorgesehenen Spiel- und Klettermöglichkeiten.

Für die kleinen Gemeinden nicht nachvollziehbar

Gerade bei den kleinen Mitgliedsgemeinden wie Wittlingen und Schallbach versuchte man zu bremsen. Immerhin, so etwa Bürgermeister Michael Herr und sein Kollege Grässlin, gehe es um die Summe von rund 200 000 Euro, die die ansprechende Möblierung kosten würde.

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Habe man bisher akribisch darauf geachtet, dass die Kosten für die Schule nicht aus dem Ruder laufen und die vor einem Jahr festgelegte Obergrenze von 3,5 Millionen Euro für den gesamten Umbau der Schule nicht überschritten werde, so sei es für sie nicht nachvollziehbar, dass bei der Schulhofgestaltung, so sehr sie auch wünschenswert sei, nun diese Schranken einfach eingerissen würden. "Der Schulumbau belastet uns noch mindestens für zehn Jahre", rief Herr in Erinnerung, verfüge Wittlingen doch längst nicht über die Wirtschaftskraft anderer Verbandsgemeinden.

Der besonderen Verantwortung bewusst

Ganz pragmatisch erinnerte Herr auch daran, dass die Gemeinden die Ausstattung der Schulhöfe bisher jeweils selbst in die Hand genommen hätten. Nicht ohne Stolz erklärte er denn auch Elternvertreterin Christine Braun, als die lobte, was für einen schönen Schulhof Wittlingen seinen Schülern bietet und man das daher auch Binzen zugestehen müsse, dass dieser Hof den Wittlingern "sehr lieb und sehr teuer ist".

"Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung für diesen Schulhof schon bewusst", versuchte Binzens Bürgermeister Schneucker der Diskussion die Spitze zu nehmen – allerdings ohne sich auf einen Modus oder auf Zahlen festzulegen. Er stehe für eine möglichst rasche und umfassende Umgestaltung des Hofes, so wie sie auch Rektor Kaiser befürwortet und wie sie die Eltern fordern.

Beschluss bei einer Enthaltung

Verbandschefin Daniela Meier zeigte sich vor diesem Hintergrund auch sicher, dass man in der nächsten Sitzung eine Lösung präsentieren könne, mit der alle Beteiligten leben können. Darauf hoffen auch die Verbandsmitglieder, die dem Beschluss zustimmten – bis auf den neuen Eimeldinger Bürgermeister Friebolin, der sich enthielt.

Etwa 15 Mütter um die Elternbeiratsvorsitzende Christine Braun, die bekanntlich eine Spendenaktion starten wollen, um zur Finanzierung beizutragen, waren in die Sitzung gekommen. Sie nutzten vor der Abstimmung die Gelegenheit, die Bedeutung der Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof noch einmal zu unterstreichen.

Autor: us