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19. Dezember 2008
Birgit Arnold stellte sich schulpolitischer Diskussion
Elternvertreter sollen ihre Mitverantwortungsmöglichkeiten nutzen, FDP-Bildungsoffensive setzt schon im Kindergarten an.
DENZLINGEN (BZ). Birgit Arnold, FDP-Landtagsabgeordnete und Bildungsbeauftragte der FDP-Landtagsfraktion, besuchte die Waldorfschule in Emmendingen und referierte im Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen über liberale Aktionen in der Bildungspolitik. Die anschließende Diskussion war lebhaft.
Angesprochen auf die Integrationsbemühungen der Waldorfschule für behinderte Kinder kam allgemein das Problem von Sonder- und Förderschulen sowie die Einrichtung anderer Förderungsmaßnahmen bei einzelnen Behinderungen zur Sprache. Arnold ging auf die Hintergründe ein, weshalb im zuständigen Ausschuss des Landtages der Antrag der Waldorfschule abgelehnt wurde. Arnold sah noch eine Chance für einen Kompromiss. Sie wird sich mit Ihren Kollegen dafür einsetzen.
In der Diskussion wurden die großen Kindergartengruppen und zu großen Schulklassen kritisiert. Hierzu verwies die Abgeordnete auf Bemühungen des Landes, durch Veränderung des Klassenteilers kleinere Klassen zu ermöglichen. Den Schulen soll künftig auch "eigenes Geld" zur Verfügung gestellt werden, um in gewissem Rahmen eigene personalpolitische Aktivitäten durchzuführen.
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Arnold verteidigte die verkürzte Gymnasialzeit von acht Jahren. Elternbeiräte sollten bei auftretenden Schwierigkeiten rechtzeitig innerhalb der eigenen Schule aktiv werden, um schnell notwendige Verbesserungen einzufordern, etwa bei der Überlastung der Kinder in den Klassen 5 und 6 mit Stundenzahlen und der Menge der Hausarbeiten, oder bei nicht zweckentsprechender Nutzung der Poolstunden. Allerdings sieht das Schulgesetz hier lediglich eine Aussprache und Unterrichtung über Grundsätze von Klassenarbeiten und Hausaufgaben vor. Wie weit deshalb der Einfluss der Eltern tatsächlich von einer Schule akzeptiert wird, stehe wohl auf einem anderen Blatt.
Arnold hält wenig von einer verlängerten Grundschulzeit, sprach sie sich für Änderungen bei der Durchsetzung der Grundschulempfehlung für die weiterführenden Schulen aus. Zwar bleibe die Stellungnahme der Schule wichtig, in Grenzfällen solle aber dem Elternwillen mehr Gewicht zukommen. Die Gesamtschule war hier kein Thema.
Vor der Sommerpause, auch auf Drängen der FDP, wurden 530 Millionen Euro zusätzlich für den Bildungsbereich zur Verfügung gestellt. Wichtig sei die Schulen in der verhaltenspsychologischen Betreuung von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. Hierzu gehört auch der Bereich frühkindlicher Betreuung im Kindergarten und vor allem die Sprachförderung. Künftig wird bereits mit dem vierten Lebensjahr eine Einschulungsuntersuchung durchgeführt werden, bei der es auch einen Sprachtest gibt. Dieser soll den Förderbedarf ermitteln, um jedes Kind rechtzeitig schulreif zu machen.
Im Rahmen der Bildungsoffensive des Landes geht es auch um eine Qualifizierungsoffensive der Bildungsträger. Schulleiter sollen von Lehrverpflichtungen entlastet werden. Immerhin verlagerten die neuen Bildungspläne ein Drittel der Inhalte in die Schulen. Die Schulen hätten heute größere Freiheit, um mit eigenen Konzepten die vorgegebenen Bildungsziele zu erreichen. Dies erfordere jedoch mehr Zeit für die konzeptionelle Arbeit der Schulleiter.
Autor: bz
