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12. Juni 2012

Blut spenden im Wohlfühlumfeld

Bereits zum 50. Mal organisierte die DRK-Ortsgruppe Bötzingen einen Blutspendetermin / Über 140 Spender kamen.

  1. Zur Blutspendezentrale wurde die Bötzinger Festhalle umgestaltet. Zu der zum 50. Mal ausgerichteten Blutspendeaktion der DRK-Ortsgruppe mit dem DRK Blutspendedienst kamen über 140 Spender. Foto: julius steckmeister

BÖTZINGEN. Kürzlich verwandelte sich die Festhalle an der Hauptstraße einmal mehr in eine Blutspendezentrale. Mit der Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und unter der Aufsicht und medizinischen Betreuung von vier Ärzten konnten rund 70 Liter des wertvollen Lebenssaftes gesammelt werden. Allein in Deutschland liegt der Tagesbedarf bei etwa 18 000 Blutspenden. Die Spenderzahlen jedoch sind rückläufig.

"Es ist wie überall: Die Leute haben keine Zeit mehr", versucht man beim DRK- Ortsverband Bötzingen eine Erklärung für die sinkenden Zahlen bei den ehrenamtlichen Blutspendern zu finden. Einen weiteren Grund für die schwindende Spenderlust sieht DRK-Bereitschaftsleiter Dieter Stöcklin natürlich auch in den Blutspendezentralen der Krankenhäuser, denn hier werden je nach Klinik oder Art der Spende bis zu 50 Euro Aufwandsentschädigung für den Aderlass gezahlt. "Dafür gibt es bei uns eine sorgsame Rundumbetreuung", zeigt Stöcklin die Vorteile der DRK-Spendenaktionen auf, "außerdem achten wir auf das gewisse Wohlfühlgefühl – das Umfeld muss einfach stimmen!" Und in der Tat überwiegt in der Festhalle der Kaffeehauscharme das Klinikflair. "Die Leute kommen nicht nur wegen der Spende, sondern auch wegen der Atmosphäre", unterstreicht Stöcklin.

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Für alle Spender gibt es neben einer Eingangsuntersuchung und einer Eins-zu-Eins-Betreuung durch eines der 20 anwesenden DRK-Mitglieder oder einen der 11 Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes, die nach Bötzingen gekommen sind, eine kulinarische Vollversorgung. "Kaffee und Kuchen gibt es immer. Im Winter haben wir meist Gulaschsuppe oder Eintopf, im Sommer eher Salate und belegte Brötchen", umreißt der Bereitschaftsleiter das Stärkungsangebot.

Rund 150 Leute kommen im Schnitt zu den zweimal im Jahr stattfindenden Spendernachmittagen, wobei der stolze Rekord bei 204 Spendern lag. Darunter sind im Schnitt etwa 15 Erstspender, die meist von Freunden mitgebracht werden, die bereits aktive Blutspender sind. Immerhin zehn Erstspender haben sich zum Jubiläumstermin auf den Weg in die Festhalle gemacht. Rund anderthalb Stunden Zeit und eine gute gesundheitliche Konstitution sollte mitbringen, wer Blutspender werden will. Die eigentliche Blutabnahme dauert aber gerade einmal 5 Minuten. Danach sind etwa 10 Minuten Ruhe angezeigt, bevor dann die verdiente Mahlzeit eingenommen wird.

Nach rund vier Stunden hat sich der Körper vom freiwilligen Blutverlust erholt und ist wieder voll belastbar. Natürlich wird vor der Blutentnahme ein Gesundheitscheck von einem Arzt durchgeführt. Als zusätzlichen Anreiz gibt es ein Präsent – diesmal eine Sonnencreme – und das gute Gefühl, etwas sehr Wichtiges für die Allgemeinheit getan zu haben.

Ebenfalls sehr wichtig ist das Thema Organspende. Aus diesem Grund gab es in Bötzingen erstmals einen Informationsstand zu diesem Thema im Rahmen des Blutspendetermins. Wer nun Lust bekommen hat, auch einmal eine gute Tat im Wohlfühlumfeld zu tun, kann einen der nächsten Blutspendetermine in der Nähe aufsuchen.

Autor: Julius Steckmeister