Stellungnahme

Verein Bürgerwindrad Blauen kritisiert Schwarzwaldverein

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Mi, 25. Juli 2018 um 19:00 Uhr

Kleines Wiesental

Der Verein Bürgerwindrad Blauen aus Schliengen kritisiert Vertreter des Schwarzwaldvereins, die gegen Windparks Stellung bezogen haben.

Mit deutlichen Worten hatte sich Anfang Juni der Schwarzwaldverein (SV) zur Causa Windparks im Südschwarzwald zu Wort gemeldet. Unter anderem Vizepräsident Peter Wehrle hatte sich deutlich gegen den Bau weiterer Windenergieanlagen auf Höhenzügen in Südbaden – speziell am Zeller Blauen und am Wasen-Hohe Stückbäume zwischen Kandertal und Wiesental – ausgesprochen. Nun reagiert der Verein Bürgerwindrad Blauen aus Schliengen – er treibt den Bau von Windkraftanlagen am Hochblauen voran – auf diese Stellungnahme und tritt dem Schwarzwaldverein mit einem offenen Brief entgegen.

Sorge um alle Landschaften

"Auch wir, die Mitglieder des Vereins Bürgerwindrad Blauen, sorgen uns um den Erhalt des Schwarzwalds", heißt es in dem Brief. "Jedoch sorgen wir uns nicht nur um den Schwarzwald, sondern auch um all die anderen Landschaften in Deutschland, Europa und um den ganzen Erdball." Das Schreiben ist unter anderem von den Vorstandssprechern Georg Hoffmann und Kurt Mayer, aber auch von 14 Mitgliedern des Vereins unterzeichnet, die ebenso Mitglieder des Schwarzwaldvereins sind. "Auch in unseren Reihen gibt es zahlreiche Mitglieder des Schwarzwaldvereins, die Ihre vorgebrachten Argumente in keinster Weise unterstützen können. Anders als Sie sind wir von den Vorteilen der Windkraftnutzung überzeugt", so der Text. Wehrle und den Vertretern des Schwarzwaldvereins wird unter anderem "Polemik und Übertreibungen" vorgeworfen. Der Verein Bürgerwindrad Blauen wirft die Frage auf, ob die Vertreter des SV-Vorstands tatsächlich die Interessen der 60 000 Mitglieder des Schwarzwaldvereins vertreten, oder ob es "um die persönliche Meinung des Vizepräsidenten, des Naturschutzreferenten sowie des Bezirksvorsitzenden und des Bezirks-Naturschutzwartes Markgräflerland" gehe.

Befürchtet: Negative Auswirkungen auf den Tourismus

Der Schliengener Verein wünscht sich an die SV-Vertreter gerichtet, "dass Sie als Funktionsträger des Schwarzwaldvereins Ihrer Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen gerecht werden und nicht kurzsichtigen Eigeninteressen den Vorzug geben". Auch der Schwarzwaldverein könne mithelfen, "die Energiewende zum Erfolg zu führen, um damit erheblich größeren Schaden abzuwenden, als die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Windräder".

Bei einem Pressetermin Anfang Juni hatten Peter Wehrle, Karlheinz Abt (Naturschutzwart im Bezirk Markgräflerland), Peter Lutz (Naturschutzreferent des Schwarzwaldvereins) und Rudi Maier, Vorsitzender des Bezirks Markgräflerland, angekündigt, zur Not im Namen des Vereins gegen den Bau der Windparks klagen zu wollen. Der Schwarzwaldverein sorge sich um die Schönheit der Landschaft, um den Tourismus und um seine Wanderwege, hieß es in der damals abgegebenen Stellungnahme. "Wir möchten verhindern, dass hier auch noch die letzten Höhenzüge mit Windrädern bebaut werden. Dieses Landschaftsbild muss uns etwas wert sein", hatte Peter Wehrle damals zu Protokoll gegeben. Die Vertreter fürchten negative Auswirkungen auf den Wandertourismus und damit auch auf die Gastronomiebranche. Außerdem wurden Naturschutz-Aspekte genannt.

Grundsätzlich ging es dem Schwarzwaldverein um Windparks im gesamten Südschwarzwald. Die derzeitigen Diskussionen nehmen aber die beiden geplanten Projekte am Zeller Blauen und auf dem Höhenzug des Wasen-Hohe Stückbäume zwischen Oberem Kandertal, Wiesental und Kleinem Wiesental zum Anlass. Am Zeller Blauen könnten nach bisherigen Planungen bis zu neun, am Wasen bis zu sieben Anlagen gebaut werden.

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