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16. August 2011
Behinderte und gesunde Kinder werkeln gemeinsam
Inklusion ist auch ein Thema der Bötzinger Ferienspielaktion.
BÖTZINGEN (teh). Wie jedes Jahr bietet die Gemeinde Bötzingen wieder ein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche an. Doch eine Sache ist in diesem Jahr anders: Diesmal sind auch Kinder mit Behinderung willkommen. "Oft sind Kinder befremdet, wenn sie Behinderte kennenlernen", erklärt die Sozialarbeiterin Annika Dörr-Wais von der Lebenshilfe Breisgau, die bei der Organisation des Ferienprogramms beteiligt war.
"Viele finden es seltsam, wenn ein Jugendlicher beispielsweise Windeln trägt oder oft schreit. Sie können nicht verstehen, warum das so ist, und fragen dann vielleicht, ob derjenige blöd ist. Das meinen sie allerdings keinesfalls böse – sie wissen es nur einfach nicht besser", erzählt die Sozialarbeiterin. Und genau solcher Unkenntnis soll das diesjährige Ferienprogramm entgegenwirken. Indem Kinder sich mit anderen Kindern mit Handicap beschäftigen, sollen sie lernen, dass man mit diesen genauso viel Spaß haben kann wie mit anderen Kindern. "Schließlich ist jeder Mensch anders", so Dörr-Wais.
Zudem sind bei den Programmpunkten immer mehrere Betreuer dabei, um den Behinderten bei Bedarf zu helfen und den anderen Kindern zu erklären, warum zum Beispiel ein fünfzehnjähriger Junge nicht richtig sprechen kann. Um Kinder darüber hinaus für Inklusion zu sensibilisieren, stehen zusätzlich besondere Aktionen wie zum Beispiel ein Kasperletheater auf dem Programm. "Hallo, ich bin Elena", begrüßt ein Kind den Besucher sofort, der in den Garten der Lebenshilfe in Bötzingen kommt. Dort fand im Rahmen des Sommerferienprogramms ein Specksteinkurs statt, an dem zehn Kinder, davon drei mit Behinderung, teilnahmen.
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Vier ehrenamtliche Mitarbeiter der Lebenshilfe waren als Betreuer mit von der Partie. Auf dem großen Tisch, der mit weißem Specksteinpulver und allerlei Werkzeug bedeckt ist, bearbeiten sowohl die Kinder als auch die Betreuer fleißig ihre Specksteine. Die Tischplatte ist bereits voll mit lauter kleinen Kunstwerken – von Kettenanhängern über kleine Tierfiguren bis zu muskelbepackten Traummännertorsos ist alles dabei.
"Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch, ob von 9 bis 16 Uhr nicht zu lang ist", gibt Frau Dörr-Wais zu, "doch ich bin erstaunt, wie ausdauernd alle sind." In dem Kurs geht es harmonisch zu, alle kommen gut miteinander klar und sind mit Feuereifer am Werk. Doch ab und zu brauchen selbst die fleißigsten Künstler eine Pause. So kommt es, dass der Garten von Zeit zu Zeit zu einer bunten Spielwiese wird, auf der die Kinder Fußball spielen oder sich am Diabolo probieren.
Mittags wird jeden Tag zusammen gegessen, und am letzten Tag hat eine liebe Oma sogar noch leckere Kuchen gebacken. "Ich mach jetzt weiter", verkündet Elena und setzt sich wieder an den Tisch, um mit Tatkraft an die Arbeit zu gehen. Egal ob Säge, Feile oder Schmirgelpapier – für alle gibt es das richtige Werkzeug. Und wenn man nicht weiß, was man mit dem Speckstein anfangen soll? "Ich arbeite einfach mal so drauflos und mache irgendwas Kreatives. Das ist am leichtesten!"
Autor: teh
