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08. Februar 2012

Bötzingen hätte auch Platz für Gymnasiasten

Kreis fragt für Außenklasse an.

BÖTZINGEN/BREISACH (fri). Die Bötzinger Wilhelm-August-Lay-Schule sieht sich in der Lage, im kommenden Schuljahr an auch Platz für eine Gymnasialklasse der Klassenstufe 5 anzubieten. Außerdem will sie ebenfalls ab September für ihre bisherigen Hauptschüler eine Werkrealschulklasse in der Klassenstufe 10 anbieten. Für beide Überlegungen gab es am Montagabend jeweils eine einstimmige Zustimmung des Gemeinderats.

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald als Träger der Kreisgymnasien hatte bei der Gemeinde angefragt, ob sie Schulräume für eine Außenklasse des Breisgauer Martin-Schongauer-Gymnasium zur Verfügung stellen könnte. Der Landkreis begründet seine Anfrage damit, dass für das nächste Schuljahr die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung entfällt. Damit könnte es zu veränderten Schülerströmen zwischen den weiterführenden Schulen kommen. So könnten deutlich mehr Eltern als bisher ihre Grundschulabgänger auf ein Gymnasium schicken. Sollte es dadurch zu einem vorübergehenden "Überfließen" des Breisacher Gymnasiums komme, müsse man auf Schulräume andernorts ausweichen. Und darum fragt der Landkreis bei Bötzingen an, ob hier Platz für eine fünfte Klasse wäre und – falls das "Überfließen" länger anhalten sollte – auch für eine 6. Klasse im Schuljahr 2013/14.

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Schulleiter setzen auf Orientierung an der Grundschulempfehlung

"Wir könnten eine oder auch zwei Gymnasialklassen von unseren Raumkapazitäten her aufnehmen" erklärte dazu der Bötzinger Schulleiter Bernd Friedrich in der Gemeinderatssitzung. Auch bei aktuell über 650 Schüler gebe es Platz, sowohl im Grundschulgebäude wie im Hauptgebäude der Haupt- und Realschule. Zudem verfüge man über geeignete Fachräume, in denen auch Gymnasiasten der Unterstufe unterrichtet werden könnten. Friedrich stellte aber im Gemeinderat auch in Frage, ob es tatsächlich Bedarf für eine solche Außenklasse geben werde: "Warum sollten sich Eltern nicht mehr an die Grundschulempfehlung halten?" Diese sei zwar nicht mehr verbindlich, aber die Erfahrungen aus den ja weiterhin gepflegten Beratungsgesprächen mit den Eltern zeigten, dass die Empfehlung von diesen meistens geteilt werde. Er glaube daher nicht, dass sich viele Eltern jetzt anders entscheiden würden, wenn sie bis Ende März angeben müssen, auf welche weiterführende Schule ihre Viertklässler gehen sollten.

Auch der Leiter des Breisacher Martin- Schongauer Gymnasiums, Winfried Wagner, hegt die Erwartung, dass sich die Eltern weiterhin ganz überwiegend an der Grundschulempfehlung orientieren werden. "Ich rechne nicht mit einem Überfließen" sagte Wagner auf Anfrage der BZ. Bisher habe Breisach seit vielen Jahren noch nie Schüler wegen Überfüllung abwiesen müssen. Da zudem in diesem Jahr der letzte Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums Abitur mache, werde es schon ab September eine Jahrgangsstufe weniger am derzeit rund 960 Schüler zählenden Gymnasium geben. Man habe darum selbst gewisse räumliche Reserven. "Eine Außenklasse ist für uns kein Thema, wir sind da sehr gelassen", sagte Wagner, der von der Anfrage des Kreises in Bötzingen nichts wusste. In der jetzigen Klassenstufe 5 gibt es fünf Parallelklassen. Im Übrigen werde auch das Regierungspräsidium letztlich entscheiden, wie zu verfahren sei, wenn es zu Kapazitätsengpässen an einem Gymnasium komme.

Im Schnitt haben laut Bötzingens Schulleiter Bernd Friedrich zwei Dutzend Viertklässler seiner Schule – was etwa 44 Prozent entspricht – eine Gymnasialempfehlung, wovon drei Viertel ans Breisacher Gymnasium wechseln. Dort bilden sie – im Falle gleicher Fächerwahl – oft mit Eichstetter Schülern eine 5. Klasse.

Autor: fri