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14. Januar 2009

Bötzinger trauern um Dieter Pfitzenmaier

Bürgermeister würdigt ihn als Vorbild an sozialem Einsatz

  1. Dieter Pfitzenmaier, beim letztjährigen Bürgertreff. Foto: h. david

BÖTZINGEN (fri). Betroffenheit, ja Bestürzung löste am Montag in Bötzingen die Nachricht vom Tod Dieter Pfitzenmaiers aus. Der 68-jährige SPD-Gemeinderat und Familienvater war in der Nacht vom Sonntag einem plötzlichen Gefäßbruch erlegen, nur kurz nachdem er mit seiner Ehefrau Regina am Bürgertreff zu Neujahr teilgenommen hatte.

Der Tod ereilte den sportlichen Vater von vier erwachsenen Kindern völlig unerwartet. Dieter Pfitzenmaier hatte fest vor, im Juni erneut bei der Kommunalwahl anzutreten, um so seine Arbeit im Gemeinderat fortzusetzen. Ebenso selbstverständlich hatte er vor, weiterhin bei der Peguform, seinem einstigen Arbeitgeber, Betriebsführungen zu machen, Besuchergruppen zu betreuen und den Kontakt zu den Schulen zu halten. Und für das nächste Sommerferienprogramm der Gemeinde wäre auf Dieter Pfitzenmaier, wie seine Familie, wieder als tatkräftiger Helfer und Mitveranstalter zu zählen gewesen. "Wir werden ihn alle vermissen" erklärte gestern Bürgermeister Dieter Schneckenburger. Bötzingen verliere einen Mitbürger, der beispielhaft für ein soziales Miteinander gewirkt habe.

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Seit 35 Jahren war Pfitzenmaier stellvertretender Vorsitzender des von ihm mitgegründeten SPD-Ortsvereins. Seit 1980 gehörte er dem Gemeinderat an, nur ein Jahr später wurde er als Angestellter in den Betriebsrat der heutigen Peguform gewählt, wo er seit 1990 mehrere Jahre stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats war. Schon in den 70er Jahren begann sein Einsatz in der Arbeiterwohlfahrt, an der Seite seiner Frau Regina, der langjährigen AWO-Vorsitzenden. Heute hat dieses Amt die Tochter Sabine inne. Doch weit mehr als diese schon beachtlichen äußeren Daten von Pfitzenmaiers Wirken ist es sein alltäglich gelebtes soziales Engagement, das alle Wegbegleiter in Politik, Firma und Vereinsleben tiefen Respekt bekunden lässt. Nicht nur sie: Das Ehepaar Pfitzenmaier war auch immer Anwalt der "kleinen Leute". Viele einfache Einwohner Bötzingens, Deutsche wie Ausländer, konnten auf Rat und praktische Hilfe der Pfitzenmaiers zählen, die darum nie ein Aufheben machten.

Soziale Gerechtigkeit war die Triebfeder des Sozialdemokraten Pfitzenmaier, solidarische Nächstenliebe die des gläubigen Christen, wie der evangelische Pfarrer Rüdiger Schulze bekundet. Eine unermüdliche Verlässlichkeit bescheinigt ihm die SPD-Vorsitzende Ellen Brinkmann, gepaart mit einer Leidenschaft für soziale Anliegen, die immer nach Chancen für praktische Umsetzung suchte. Gerade auch in der Peguform, wo Pfitzenmaier 1969 begann, als er mit seiner Frau frisch nach Bötzingen zog, war er stets Vermittler und Vertrauensperson für unzählige Kollegen, betont Gerhard Amann, der Betriebsratsvorsitzende. Typisch sei für ihn gewesen, dass er aus freien Stücken sein Aufsichtsratsmandat für einen Kollegen aus einem der neu hinzugekommenen Werke des Unternehmens frei machte.

Die ganz große Herzenssache war für Dieter Pfitzenmaier aber der Einsatz für Kinder und Jugendliche. Er und seine Frau stellten viele Jahre das AWO-Ferienprogramm auf die Beine, "und er kehrte, nach einem Sommerlager mit 60 Kindern, frisch erholt in den Betrieb zurück", erinnert sich Amann noch heute staunend. Dass Bötzingen 2007 als familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet wurde, das sei maßgeblich auch dem Wirken Pfitzenmaiers zu verdanken, erklärt Bürgermeister Dieter Schneckenburger.

Die Beisetzung findet am Freitag um 14 Uhr auf dem Bötzinger Friedhof statt.

Autor: fri