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16. Dezember 2010
Die Planung für die Umfahrung Bötzingen steht
Exakt vier Jahre nach der Eröffnung des Verfahrens übergibt der Regierungspräsident den Planfeststellungsbeschluss.
BÖTZINGEN. Regierungspräsident Julian Würtenberger hat gestern im Bötzinger Rathaus die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumfahrung Bötzingen/Eichstetten übergeben. Der Planfestellungsbeschluss sieht vor, dass das schon ausgebaute Teilstück der L 116 zwischen Eichstetten und Neuershausen verlängert wird bis zur Landesstraße 115 zwischen Bötzingen und Gottenheim.
Bürgermeister Dieter Schneckenburger und seine Kollegen Michael Bruder aus Eichstetten und Josef Hügele aus March nahmen die Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses in Empfang. Öffentlich ausgelegt werden sie in den Rathäusern erst nach den Weihnachtsferien für 14 Tage. Danach folgt eine einmonatige Frist; sollten in ihr keine Einsprüche eingehen, werde die Planfeststellung bestandskräftig, erklärte Thomas Flemming vom Regierungspräsidium. Seine Kollegin Sabine Klumpp kann bereits jetzt mit den Arbeiten zur Ausführungsplanung beginnen. Vielleicht, so meinte Bürgermeister Schneckenburger, könnte der Spatenstich 2011 wieder auf einen 15. Dezember fallen, also exakt ein Jahr nach der gestrigen Übergabe des Planfeststellungsbeschlusses und exakt fünf Jahre nach der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens, die Würtenbergers Vorgänger Sven von Ungern-Sternberg 2006 auch in Bötzingen vorgenommen hatte.
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In den 1980er Jahren war die L 114 von der Autobahnausfahrt Teningen bis Eichstetten und als ihre Fortsetzung die L 116 bis vor die Brücke über den Herrenmühlbach ausgebaut worden. Ursprünglich sollte diese Umfahrung Eichstettens bis zur Kreisstraße 4977 zwischen Bötzingen und Neuershausen verlängert werden. Doch schon 1991 forderten der Bötzinger Gemeinderat und der Gemeindeverwaltungsverband eine Verlängerung bis zur L 115. Erst 2004 wurden erste Varianten in den drei betroffenen Gemeinden vorgestellt. "Auch wir warteten jahrelang auf die Umfahrung und die B 31 bis Gottenheim" erinnerte Marchs Bürgermeister Josef Hügele, dass zugunsten dieser beiden Straßenprojekte frühe Forderungen nach einer Ortsumgehung der Marcher Ortsteile durch eine Autostraße entlang der Dreisam fallengelassen wurden. Michael Bruder und Schneckenburger betonten, dass die Umfahrung die lange ersehnte Entlastung der Ortsdurchfahrten verspreche. Um rund 5000 Fahrzeuge sollen die Ortsdurchfahrten, vor allem in Bötzingen, entlastet werden. Dort soll die Hauptstraße, so wie in Eichstetten die Bötzinger Straße – heute Teile der Landesstraße 114 – zu Gemeindestraßen herabgestuft werden. Eichstetten werde dann die überfällige Sanierung der Bötzinger Straße angehen, beide Gemeinden rechnen auch auf einen Schub für die Gebäudesanierung entlang der heute noch so stark belasteten Ortsdurchfahrten. Für Eichstetten kündigte Michael Bruder an, dass man einen Kreisverkehr am jetzigen Dreieck der Landesstraßen L114 und L 116 wünsche, so wie es auch an der Verknüpfung der neuen Umgehung mit der Kreisstraße 4977 und der L 115 geplant sei. Josef Hügele erinnerte daran, dass mit der Umfahrung der jetzige Ast der L116 bis Neuerhausen mit der Dreisambrücke entfalle. Sie müsse für den Hochwasserschutz baldmöglichst abgerissen werden.
Die geplante Umfahrung soll 3,25 Kilometer lang werden und 4,85 Millionen Euro kosten. Das Flurbereinigungsverfahren soll 2001 über die Bühne gehen.
Autor: Manfred Frietsch
