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02. Februar 2012

Schaffe, schaffe, Wage baue!

Mit den "Muni-Schällä" hat sich in Bötzingen eine Clique junger Leute gebildet, die einen Wagen für Fasnachtsumzüge baut.

  1. Am Fasnachtswagen der Bötzinger „Muni Schällä“ gibt es noch einiges zu pinseln bevor die fünfte Jahreszeit beginnen kann Foto: Sarah-Lena Stein

  2. Mit viel Liebe zum Detail dekorieren die Mitglieder der Bötzinger Fasnachtsgruppe ihren Fasnachtswagen schaurig schön mit Skeletten. Foto: Sarah-Lena Stein

BÖTZINGEN. Kräftig gesägt, geschweißt, genagelt und gestrichen wird bei der Fasnachtsgruppe "Muni Schällä" aus Bötzingen schon seit Mitte Oktober, und das in jeder freien Minute. Die 25 jungen Wagenbauer haben mit Hochdruck an der Gestaltung ihres Fasnachtswagens gearbeitet. Sie opfern gerne ihre Freizeit, um sich auf die närrischen Tage vorzubereiten.

Die jungen Bötzinger schlossen sich bereits 2008 zu einer freien, närrischen Clique zusammen, um mit einem Fasnachtswagen an Umzügen der Region teilzunehmen. Inzwischen sind 25 Heranwachsende zwischen 15 und 25 Jahren bei den "Muni Schällä" mit dabei, die auch gerne außerhalb der närrischen Tage etwas gemeinsam unternehmen.

Das Gestalten des Fasnachtswagens im Vorfeld ist immer viel Arbeit. Wie viele Fasnachtsgruppen der Region sind auch die Bötzinger mit vollem Engagement und mit viel Kreativität bei der Sache. "Am Ende ist es immer schön zu sehen, dass sich unsere Zeit und Mühe wieder richtig gelohnt hat!", erklärt Daniel Kanzinger. Sie sind an den närrischen Tagen schon als Ägypter und als Hühner unterwegs gewesen. Außerdem stellten sie ihren Fasnachtswagen auch schon unter das Motto "Bibi Blocksberg" und "Die drei Musketiere."

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Diesmal beschäftigen sich die "Muni Schällä" in der fünften Jahreszeit mit Vampiren. Ihren Wagen schmücken sie schaurig schön mit Skeletten und hölzernen Kreuzen und verzieren ihn sogar mit einer aufwendigen Kapelle. Jeder der Freunde bringt sich mit seinen Talenten ein, und die Jugendlichen ergänzen sich gut im Team. Einer schweißt die Geländer für die Treppen, einer fährt den Trecker, andere kümmern sich um die Kostüme und der nächste lässt seiner kreativen Ader beim Verzieren freien Lauf.

Um ihr Hobby zu finanzieren, engagieren sich die Jugendlichen im Bötzinger Gemeindeleben. Im zurückliegenden Jahr haben sie beispielsweise bei der Bötzinger Bürgermeisterwahl Kuchen verkauft und eine Party im Jugendclub organisiert. Auch sind die Fasnachtsbegeisterten immer dankbar über Spenden und die Unterstützung aus dem Umfeld. Über die Hilfe von Wolfgang Federer freuen sie sich besonders. Er hat der Gruppe seine Halle bei Niederrimsingen zur Verfügung gestellt, um dort ihren Wagen zu bauen. Die Mitglieder der "Muni Schällä" wollen dem Landwirt als Dankeschön in den Reben helfen. "Es ist gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden", erklärt Daniel Kanzinger. In Bötzingen selbst habe es keine Möglichkeit gegeben.

Inzwischen steigt die Vorfreude der Narren mit jeden Tag, an dem die Fasnacht näher rückt. Nach ihrer Premiere beim Fasnachtsumzug in Eschbach haben sie schon den nächsten Umzugstermin am Sonntag, 5. Februar in Umkirch im Blick und danach in Merdingen, Emmendingen, Denzlingen und Rust. Am schmutzige Dunnschdig sind sie beim Bötzinger Hemdglunki-Umzug dabei, und ganz zum Schluss werden sie sich noch an der Bauernfasnacht in Hauingen bei Lörrach beteiligen. Dabei achten sie darauf, dass die Musik bei den Umzügen nicht zu laut ist. "Alkohol ist bei uns während des Umzugs verboten", sagt Daniel Kanzinger. Allgemein würde es immer schwerer werden, als Wagenbauer bei Umzügen angenommen zu werden, da sich nicht alle Gruppen an die Regeln hielten.

Autor: Sarah-Lena Stein