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01. September 2010
Schnitzeljagd mit Satellitenhilfe
Beim Bötzinger Sommerferienprogramm stößt das Geocaching sowohl bei Kindern wie bei Jugendlichen auf Begeisterung.
BÖTZINGEN. Die Schatzsuche mit Schatzkarte und Metallkompass war gestern. Der moderne Schatzsucher macht sich mit Koordinaten und GPS-Gerät auf die Suche nach der Beute. Die Bötzinger Jugend ließ sich die im Ferienprogramm angebotene elektronische Schnitzeljagd nicht entgehen und nahm in großer Zahl am sogenannten "Geocaching" teil.
Martin steht im Wald und studiert aufmerksam das Display seines GPS-Geräts. "Hier müsste es sein", ruft er seinen Gruppenkameraden zu. Diese machen sich am Wegesrand auf die Suche. Wenig später entdecken sie eine kleine Dose, in der ein Zettel steckt. Darauf steht ein Rätsel: Was wiegt schwerer, ein Kilo Federn oder ein Kilo Gold? Die rasch gefundene Lösung liefert den fünf Schatzsuchern die Koordinaten für die nächste Station auf dem Weg zur ersehnten Beute.Rund 30 Kinder sind der Einladung der Gemeinde gefolgt und haben im Rahmen des Ferienprogramms am Freitag Vormittag und Nachmittag an der Schatzsuche teilgenommen. Schon tags zuvor hatten Jugendliche die elektronische Schnitzeljagd für sich entdeckt. "Mit den GPS-Geräten sind die Jugendlichen in den Wald gegangen und haben den Schatz gefunden", erklärt Dominik Simon. Anschließend haben sie eine eigene Schatzsuche konzipiert. Jeder Gruppe gibt der Student der Freiburger evangelischen Hochschule eine Einführung in die Bedienung der Geräte.
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Gerade junge Teilnehmer lernten sehr schnell den Umgang mit dem Gerät, meint Simon, der soziale Arbeit studiert. In seiner Bachelor-Arbeit beschäftigt sich Simon damit, wie Geocaching für Gruppen konzipiert werden kann. Der Kontakt zum Bötzinger Kinder- und Jugendreferenten Dominik Krakutsch kam bei einer Vorstellung des Themas im Freiburger Landratsamt zustande. Die Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren finden sich schnell mit den Geräten zurecht. Rasch geben sie die Koordinaten ein, lassen das Gerät den Kurs berechnen und schon taucht ein virtueller Kompass auf dem Display auf. Dem folgen die jungen Schatzsucher, die sich in drei Gruppen auf dem Bötzinger Naturerlebnispfad auf die Suche machen. Neben Simon betreuen Karolin Krakutsch und Sven Krakutsch die Kinder auf ihrer Suche nach dem Schatz.
Die Gruppe von Martin stößt schnell auf das nächste Versteck. Dieses Mal müssen die Forscher eine knifflige Rechenaufgabe lösen. Mit vereintem Nachdenken können sie die Nuss knacken und erhalten so die nächsten Koordinaten. Am Ziel angelangt erwartet sie der Schatz: Aus einer kleinen Kiste, die die Kinder im Unterholz finden, zaubern sie allerhand Süßigkeiten hervor.
Geocaching stammt ursprünglich aus den USA. Es hält mit der zunehmenden Verbreitung der GPS-Technik aber auch Einzug in Deutschland. Für Dominik Simon liegt der Vorteil der modernen Schatzsuche auf der Hand. "Geocaching ist ähnlich wie Sport ein Mittel, um Kinder und Jugendliche zu erreichen", erklärt Simon. Sind sie leicht für moderne Technik zu begeistern, lassen sie sich so für Aktivitäten und Bewegung in der Natur motivieren. Zumindest mit den Bötzinger Kindern und Jugendlichen ging das Konzept auf: "Das Geocaching ist sehr gut angenommen worden", bilanziert Simon. "Die Teilnehmer waren alle sehr begeistert." Und die moderne Schatzsuche werde immer mehr junge Menschen ansprechen, ist sich der Student sicher. Zumal die modernen GPS-Geräte, die den eigenen Standort mit seinen Koordinaten über Satellitennavigation exakt bestimmen, inzwischen erschwinglich geworden sind.
Autor: Axel Dröber
