SMP begrüßt die eintausendste Mitarbeiterin

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Sa, 08. September 2018

Bötzingen

Janine Tritschler beginnt beim Bötzinger Autozulieferer ein duales Studium / Alle 23 Plätze für dieses Jahr können besetzt werden.

BÖTZINGEN. Vor wenigen Tagen haben 23 junge Menschen ihre Ausbildung beim Bötzinger Automobilzulieferer SMP begonnen. Unter ihnen ist auch Janine Tritschler, die den eintausendsten Ausbildungsvertrag in der Geschichte der Firma unterschrieben hat.

Der angehende Werkzeugmacher Günter Schmidt war im Jahr 1957 der erste Auszubildende der damaligen Badischen Plastikwerke. Er begann sogar schon zwei Jahre vor dem eigentlichen Produktionsstart von Haushaltsgeräten aus Plastik dort seine Lehre, informierte Wilhelm Sexauer, der seit mehr als 30 Jahren die Ausbildungswerkstatt der früheren Peguform und heutigen SMP leitet, im Rahmen eines Pressegesprächs. 1995 ist der 500. Auszubildende eingestellt worden, seitdem habe man deren Zahl in deutlich kürzerer Zeit sogar verdoppelt.

Ihre Ausbildung begonnen haben nun 19 Männer und vier Frauen, wie Ausbildungsleiterin Stefanie Schätzle erläuterte. Davon seien elf Lehrlinge für technische Berufe und zwölf angehende kaufmännische Mitarbeiter. Sieben beginnen ein Studium an der Dualen Hochschule: drei von ihnen studieren Wirtschaftsingenieurwesen, zwei Maschinenbau und zwei weitere BWL-Industrie. Dazu kommen zwei berufliche Ausbildungen zum technischen Produktionsdesigner, zwei Industriekaufleute und für den technischen Bereich zwei Fachkräfte für Lagerlogistik, ein Maschinen- und Anlagenführer, drei Industriemechaniker, drei Mechatroniker, ein Verfahrensmechaniker und zwei Elektroniker für Betriebstechnik.

"Wir hatten dieses Jahr 23 freie Ausbildungsplätze, alle konnten besetzt werden", freute sich Stefanie Schätzle. Auffällig sei, dass es besonders für den kaufmännischen Bereich viele Bewerbungen gegeben habe. Auf die zwei Studienplätze BWL-Industrie seien sogar mehr als 70 Bewerbungen gekommen. Dem gegenüber sei das Interesse an technischen Berufen eher rückläufig, stellte Sexauer fest. Doch da die SMP in dem Bereich gerade Schülern viele Praktika anbiete, gebe es noch ausreichend Bewerber. Noch immer sehr gut nachgefragt sei die Ausbildung zum Mechatroniker, gefragt seien zudem der Elektroniker und der Industriemechaniker. Weniger Interesse bestehe, so Sexauer, an produktionstechnischen Berufen und für die Arbeit im Lager. Doch gerade hier böten sich auch Chancen für Ungelernte, Ausbildungsabbrecher oder Mitarbeiter von Leasingfirmen, betonte der erfahrene Ausbilder. Oft würde man hier ältere Bewerber umschulen oder eigenen Mitarbeitern eine neue Chance geben. Und die Chancen für die Auszubildenden seien nicht schlecht. Laut Betriebsvereinbarung würden alle Absolventen mindestens zwölf Monate übernommen und könnten sich in dieser Zeit im Betrieb beweisen. Von Bedeutung sei, erläuterte Sexauer, dass die Produktionsanlagen im Haus immer komplexer werden. Dafür bräuchte man geschultes Fachpersonal und das bilde man am besten im eigenen Haus aus.

Eine gute Perspektive bei der SMP sieht auch Janine Tritschler, die beim Hüttenaufenthalt der Auszubildenden erfuhr, dass sie die 1000. Auszubildende ist. Am 29. September 2017 hat sie ihren Ausbildungsvertrag für ein BWL- Industriestudium an der Dualen Hochschule im Beisein von Personalleiterin Sabine Zwisler und Ausbildungsleiterin Stefanie Schätzle unterschieben. Die 23-jährige begeisterte Leichtathletin stammt aus Waldkirch und hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei einem Freiburger Pharmaunternehmen absolviert. "Dabei habe ich gemerkt: Ich möchte mehr. Und die Automobilzuliefererindustrie finde ich spannend." Wichtig ist es der jungen Frau, dass sie bei der SMP viele verschiedene Abteilungen durchlaufen kann. "Die Arbeit im Personalwesen macht mir viel Spaß, doch nun hoffe ich, noch einen zweiten Schwerpunkt für mich zu finden." Janine Tritschler freut sich auch auf ein Auslandssemester. Einige Monate in Mexiko oder China zu verbringen, würden sie reizen.