Vertrauen ist Voraussetzung

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 06. September 2018

Bötzingen

Bei der Reiterrallye in Bötzingen ist nicht nur Geschick gefragt.

BÖTZINGEN. Mit 63 Reiterinnen und drei männlichen Startern verzeichnete die diesjährige Reiterrallye des Reit- und Fahrvereins Bötzingen einen neuen Teilnehmerrekord. Auch über die große Besucherzahl und die zahlreich von Sponsoren gestifteten Preise freuten sich die Organisatoren.

Zwischen 9 und 11.30 Uhr starteten am Sonntagmorgen die 66 überwiegend weiblichen Teilnehmer am Bötzinger Reitplatz neben dem Fußballstadion zu ihrem Ausritt. Ein 15 Kilometer langer Posten-Ritt mit drei Stationen stand für sie auf dem Programm, bevor sie am Ende noch drei Geschicklichkeitsspiele auf dem Reitplatz zu absolvieren hatten. Eine gute Stunde brauchten die schnellsten, andere waren bis zu zweieinhalb Stunden unterwegs. Doch bei der Runde sei es nicht um Schnelligkeit gegangen, wie Mitorganisatorin Conny Reinacher, Schriftführerin des gastgebenden Reitvereins, erläuterte. Vielmehr solle es auf der landschaftlich schönen Strecke den Reitern, die aus der ganzen Region rund um Freiburg gekommen waren, aber im Besonderen auch den Pferden, gut gehen.

Gewonnen hat die Reiterrallye in diesem Jahr Vanessa Lees auf Eurazia du Valois, gefolgt von Lisa Westhofen mit ihrem Pferd Vanadis und der Bötzingerin Lea Schönberger auf Sennira. Jeder Teilnehmer konnte sich aber am Ende über einen kleinen Preis freuen.

Vom Reitplatz aus machten sich die Starter an den Kleingärten vorbei auf in den Kaiserstuhl. Die erste Station war der Waldfestplatz bei Wasenweiler, wo die Teilnehmer ihr Wissen über den Pferdehuf testen konnten. Weiter ging es durchs Liliental in Richtung Hohrainbuckhütte, wo sich die Teilnehmer im Sackhüpfen beweisen mussten. Das Pferd wiederum durfte zwar herzhaft wiehern, sollte sich aber trotzdem ruhig vom neben ihm hüpfenden Reiter führen lassen.

Mit Augenklappe und Fahne Parcours reiten

Die dritte Station im Gelände war beim Schützenhaus, wo das Wissen der Pferdefreunde über die Trense abgefragt wurde. An jeder Station konnten bis zu zehn Punkte erreicht werden. Ebenso viele gab es nochmal für die abschließenden Prüfungen auf dem Reitplatz, wo Mitglieder und Helfer des Reitvereins auch bewirteten und für Notfälle das Rote Kreuz bereitstand. Die Sanitäter waren auch immer wieder auf der Reitstrecke unterwegs, um sich gegebenenfalls, was aber nicht notwendig war, um gestürzte oder verletzte Reiter zu kümmern.

Bei den drei Stationen auf dem Reitplatz ging es dann aber doch noch um Schnelligkeit. Und um Geschick. An drei Galgen hatten die Organisatoren kleine Brezeln aufgehängt, die vom Reiter mit dem Mund abgenommen werden sollten. Beim Piratenspiel musste mit Augenklappe und Fahne ein kleiner Parcours geritten werden und die letzte Prüfung war ein kleines Schwimmbassin, aus dem die Reiter mit einer magnetischen Angel kleine Styropor-Fische angeln sollten. Spätestens hier zeigte sich, ob Pferd und Reiter ein gutes Gespann bilden und einander vertrauen – oder ob das Pferd als Fluchttier nervös wird und ob des ungewohnten Plastikgefäßes Angst zeigt. Gerade diese eigentlich einfachen Übungen, aber auch das Reiten entlang des Flatterbandes, mit dem der Reitplatz abgegrenzt war, sei wichtig für den Kopf der Pferde, betonte Conny Reinacher, die selbst Pferde-Physiotherapeutin ist und im Distanzreiten zahlreiche Turniere gewonnen hat. Nur wenn sie diese Dinge kennen lernen würden, könnten sie ihre Angst verlieren, Vertrauen aufbauen und gelassener werden.