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15. Juli 2011

18 Kapellen traten beim Bergfest auf

Vier Tage lang wurde auf der Eduardshöhe gefeiert.

  1. Die Schwarzwaldkapelle Münstertal bei ihrem Auftritt beim Bergfest. Foto: Anne freyer

  2. Auch im Service bewährte sich die Trachtenkapelle. Foto: anne freyer

BOLLSCHWEIL-ST. ULRICH. Eine Herausforderung ist das alle drei Jahre stattfindende Bergfest der Trachtenkapelle immer wieder – und wurde auch diesmal zur logistischen Meisterleistung. Darüber hinaus erlebte das Publikum ein wahres Feuerwerk volkstümlicher Musik, auf vier Tage verteilt. "Es war gigantisch", so die Bilanz von Roman Gutmann, Vorsitzender der Trachtenkapelle St. Ulrich. Höchstes Lob spendete er allen, die zu diesem Erfolg beigetragen hatten, und das war praktisch der ganze Ortsteil.

Das Bergfest auf der Eduardshöhe ist ein Höhepunkt im Vereinsleben, den es nur alle drei Jahre gibt und bei dem alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden. Die Eduardshöhe liegt rund vier Kilometer oberhalb des Ortskerns von St. Ulrich und ist Skifahrern durch die Kaltwasserabfahrt sowie kundigen Wanderern und Mountainbikern bekannt. Von hier aus hat man den Blick um den Hohbühl herum auf der einen Seite ins Hexen- und weiter ins Rheintal bis hinüber zu den Vogesen, auf der anderen Seite hinunter bis Günterstal und Freiburg und hinauf bis zum Schauinslandgipfel – einer der markantesten Aussichtspunkte im Südschwarzwald.

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Hier steht der "Schuppen" der Weidegemeinschaft St. Ulrich, ein festgefügter Holzbau, etwa so groß und hoch wie die Bollschweiler Möhlinhalle und normalerweise mit landwirtschaftlichem Gerät gefüllt. Beim Bergfest jedoch entfaltet dieses schlichte Gebäude unerwarteten Glanz, attraktiv für Kenner und überraschend für Neulinge. In diesem Jahr gaben sich 18 Kapellen ein Stelldichein, verteilt auf den Eröffnungsabend und drei Folgetage. "Ich hatte eine ganze DinA4-Seite voll mit Kapellen, die hier spielen wollten", so Roman Gutmann. Mit fast allen sei man gut bekannt bis befreundet; ein Auswahlkriterium sei schließlich das "Prinzip Gegenbesuch" gewesen, der entweder schon absolviert sei oder noch bevorstehe. Die Trachtenkapelle St. Ulrich hielt sich mit eigenen Auftritten zurück und konzentrierte sich ganz auf die Gastgeberrolle.

Los ging's am Eröffnungsabend mit der Trachtenkapelle Münstertal und dem Musikverein Ebringen; die Dritten im Bunde, die Formation namens "Heiligs Blechle", kamen schon von weiter her, nämlich aus Zell im Wiesental. Der Nachmittag beim Kinderfest am nächsten, dem zweiten Tag gehörte den Jugendkapellen aus der näheren Umgebung: Der Nachwuchs aus Bollschweil, Horben und Pfaffenweiler zeigte sein Können. Viel Spaß hatte das jugendliche Publikum mit dem Kindermusical "Ritter Rost und die Räuber", aufgeführt vom Kinderchor St. Ulrich, und den Spielen, die im Freien aufgebaut waren. Den "Hüttenabend" bestritten der Musikverein Tunsel und die Gruppe "Wildwexel" aus Bonndorf. Der St. Ulricher Kirchenchor verschönte den Gottesdienst, gehalten von Pfarrer Thomas Denoke im "Festschuppen", bevor der Musikverein Pfaffenrot bei Karlsruhe zum sonntäglichen Frühschoppen aufspielte.

Diese zahlenmäßig starke Gruppe war gleich mit zwei Bussen angereist, ein ungewohntes Bild für die auf den umliegenden Weiden beheimateten Kühe, die sich aber weder dadurch noch durch den Einbahnverkehr rund um den Hohbühl stören ließen. Diese Regelung, abgesprochen mit dem Landratsamt und beaufsichtigt von der St. Ulricher Feuerwehr, sorgte dafür, dass es bei dem Ansturm ohne Schäden abging. Bis in den Abend hinein wechselten sich auf der Bühne die Musikvereine Titisee-Jostal und Yach, die Trachtenkapelle Bollschweil und die Schwarzwaldkapelle Münstertal ab. Ein entspannter Roman Gutmann begrüßte die Gäste aus nah und fern und freute sich zusammen mit seinen Mitstreitern, allen voran der stellvertretende Vorsitzende Albert Steiert, dass alles so gut klappte. Im Küchen und Service-Bereich entpuppten sich die Musiker der Trachtenkapelle als wahre Profis, ausgestattet mit extra angeschafften knallroten Shirts und Schürzen mit entsprechendem Aufdruck. Sie zeigten sich am letzten, dem Seniorennachmittag, dem ungeheuren Andrang gewachsen, hatten doch ein umsichtiges Organisationsteam und viele hilfreiche Hände für reichlich Speisen und Getränke gesorgt, zum großen Teil gespendet. Die Musik wurde geliefert von der Seniorenkapelle Münstertal, vom Männergesangverein Bollschweil und später von den "Ulricher Musikanten" nach einem zündenden Auftritt der Trachtentanzgruppe Wittnau.

Alles lief so gut, so Roman Gutmann erleichtert, dass man bei der Planung des nächsten Bergfestes im Jahr 2014 wohl auf eine weitere positive Erfahrung werde zurückgreifen können.

Autor: Anne Freyer