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19. Dezember 2011

Absprache mit Nachbarn

Ehrenkirchen und Bollschweil wollen Standorte für Windkraftanlagen ausweisen.

  1. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden wollen Ehrenkirchen und Bollschweil Standorte für Windkrafträder ausweisen. Foto: dpa

BOLLSCHWEIL. Auch die Gemeinden Ehrenkirchen und Bollschweil wollen in ihrem Flächennutzungsplan (FNP) Standorte für Windkraftanlagen ausweisen. Der Bollschweiler Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, ein Änderungsverfahren einzuleiten. Genau genommen beauftragte das Gremium seine Vertreter im Gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft (VG) der beiden Kommunen, den Beschluss zu fassen, den FNP teilweise fortzuschreiben.

Damit schöpfen die beiden Gemeinden ihre Planungshoheit hinsichtlich des Baus von Windkraftanlagen im Außenbereich aus, die sich aus der bevorstehenden Änderung des Landesplanungsgesetzes für Kommunen in Baden-Württemberg ergeben wird, wobei es auch darum geht, den Bau solcher Anlagen zu steuern. "Wenn Sie keine Vorrangflächen im FNP darstellen und damit auch andere Gebiete ausschließen, können Antragsteller für jeden erdenklichen Standort, an dem eine Anlage wirtschaftlich sein könnte, einen Bauantrag stellen", erklärte Wolfgang Dopfer aus dem Freiburger Planungsbüro Fahle Stadtplaner in der Ratssitzung. Nach derzeitigem Stand müssen FNP- Fortschreibungen bis zum 1. September 2012 eingeleitet sein.

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Die Aussprache der Gemeinderäte war kurz und von einer zustimmenden Grundhaltung geprägt. Auf eine Frage des Rats Johannes Wiesler (Bürgerforum) informierte Bürgermeister Josef Schweizer, dass die VG Ehrenkirchen/Bollschweil sich auch mit der VG Hexental, der Stadt Freiburg sowie mit der Gemeinde Münstertal und der Stadt Staufen abstimmen werde. Denn es mache Sinn, die Höhenzüge an der Westseite des Schwarzwaldes gemeinsam in den Blick zu nehmen, damit nicht unmittelbar an der Gemarkungsgrenze der eine Planungsträger eine Vorrangfläche ausweist, wo der benachbarte keine haben wollte.

Christiane Leuther (ebenfalls Bürgerforum) sprach sich entschieden dafür aus, Windkraftanlagen zu konzentrieren. "Wenn wir die Tür auflassen, kann es passieren, dass rein nach privatwirtschaftlichen Interessen geplant wird und es zu Störungen für die Naturräume in der Region kommt", sagte sie.

Walter Schneider (Bürgerforum) meinte, das Land habe generell Nachholbedarf hinsichtlich der Nutzung der Windkraft. Auf eine Frage Burkhard Sumsers (Bürgerliste) erklärte Dopfer, dass Mindestabstände zur Wohnbebauung einzuhalten seien, um Belastungen durch Lärm, Schattenwurf- oder Lichteffekte durch die Rotoren zu vermeiden. Weitere Untersuchungsfelder bei der Abwägung über Standorte sind unter anderem die Windstärke, die Möglichkeit der Erschließung möglich, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und inwieweit die Nutzung durch die Ausweisung von Schutzgebieten oder durch die Existenz seltener Tier- oder Pflanzenarten eingeschränkt ist. Die Umweltverträglichkeit der Standortpotenziale auf den Gemarkungen Ehrenkirchen und Bollschweil prüft das Freiburger Büro Gaede und Gilcher.

Autor: Silvia Faller