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15. Dezember 2009

Applaus für drei Solostücke

Kirchenkonzert des Musikvereins Bollschweil in der katholischen Pfarrkirche St. Hilarius

  1. Der Musikverein/Trachtenkapelle Bollschweil beim Kirchenkonzert in der katholischen Kirche St. Hilarius. Foto: Silvia faller

BOLLSCHWEIL. Wer weiß, welche Phantasien oder Erfahrung Johann Sebastian Bach im Kopf hatte, als er um 1720 seine Suite Nr. 3 in C-Dur komponiert hatte und ob er sich hätte vorstellen können, dass die Sarabande daraus eines Tages auf dem Marimbaphon erklingen würde. Lucas Grammelspacher aus dem Musikverein Bollschweil führte den Tanz am Sonntag in der katholischen Kirche St. Hilarius auf und löste damit große Begeisterung aus. Das Stück war eingebettet in ein Kirchenkonzert des Blasorchesters unter Leitung von Andreas Daiger.

Und das, was die rund 30 Musikerinnen und Musiker geboten hatten, gefiel den Zuhörern ausgezeichnet. Sie beklatschten jeden Vortrag und ließen am Ende nicht locker, bis die Kapelle ein weiteres Stück auflegte. Mit dem christlichen Weihnachtslied "Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder und kommet nach Bethlehem" stimmte sie das Publikum auf die vierte Adventswoche ein.

Das Konzertprogramm selbst war geprägt von insgesamt drei Solostücken. Neben Lucas Grammelspacher brillierten Hanna Merazzi mit der Klarinette mit einer berührenden Interpretation eines Stücks des Komponisten Peter Tschaikowsky sowie die beiden Flötistinnen Lena Weber und Patricia Schneider bei "Celtic Flutes" von Kurt Gäble.

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Dieser Komponist konnte zwar nicht auf schriftlich notierte Musik aus der Zeit um 400 vor Christus zurückgreifen und hat wohl eine allgemeine Vorstellung davon, welche Klänge und Töne den damaligen Menschen gefallen hätten, verarbeitet. Dabei ist ein effektvolles Stück herausgekommen, das sich einprägt, zumal das Orchester, vor allem aber die beiden jungen Frauen, es ausdrucksstark interpretiert haben.

Feierlich wirkte der für Blasorchester arrangierte Procol-Harum-Song von 1967 "A Whiter Shade of Pale", was mit "Noch weißer als blass" ins Deutsche übersetzt werden kann. Inspiriert von der Musik des Barockklassikers Johann Sebastian Bach ließ die Band einst die Hammond-Orgel erklingen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass das Stück in einer Kirche schön zur Geltung kommt.

Abgesehen von den Solostücken war zweifelsohne die "Ukrainische Rhapsodie" des zeitgenössischen Schweizer Komponisten Franco Cearini Höhepunkt des Konzerts, in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad und ebenso hinsichtlich seiner Wirkung auf das Publikum. Ganz wunderbar kamen bei diesem melodisch und rhythmisch abwechslungsreichen Stück die tiefen Blechbläser zur Geltung, und erst recht im für Bläser akustischen Idealraum Kirche. Mal tänzerisch, verspielt, mal langsam und getragen folgten die Motive aufeinander.

Abgesehen vom Kirchenlied brachte am Ende die "Weihnachtstriologie" des amerikanischen Komponisten Elliot Del Borgo einen Hauch von Advent und Weihnachten in die Kirche St. Hilarius.

Autor: Silvia Faller