Schwarzwaldverein

Das Wanderheim Berglusthaus in St. Ulrich feiert seinen 90. Geburtstag

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Do, 19. Juli 2018 um 16:27 Uhr

Bollschweil

Den 90. Geburtstag des Wanderheims Berglusthaus in St. Ulrich feiert am Sonntag die Ortsgruppe Freiburg-Hohbühl des Schwarzwaldvereins.

Vereinte Kraft hat dies geschafft! Hier oben wollen wir Menschen sein!" Diesen Hüttenspruch liest, wer sich nach einer Wanderung im Berglusthaus auf dem Hohbühl oberhalb von St. Ulrich niederlässt, um sein Vesper und die fantastische Aussicht auf Vogesen und Rheinebene zu genießen. "Unsere Hütte" nennen die Mitglieder der Ortsgruppe Freiburg-Hohbühl des Schwarzwaldvereins gern ihr Berglusthaus, dessen 90. Geburtstag sie in diesem Jahr am 22. Juli feiern.

Den Touristenverein Berglust gründeten 1905 wanderbegeisterte Männer und Frauen. Der kleine Verein war ein Konkurrent zum Schwarzwaldverein, berichtet Manfred Metzger, seit 2000 Vorsitzender der Ortsgruppe. Dennoch fusionierte er 1933 mit dem Schwarzwaldverein, und weil es bereits eine Ortsgruppe Freiburg gab, nannte sich die neue Freiburg-Hohbühl. Und sie brachte das Berglusthaus mit in den neuen Verein ein.

Bereits 1912 hatte der Touristenverein eine kleine Hütte als Treffpunkt für seine Mitglieder gebaut. Sie gibt es heute noch, ist in Privatbesitz und liegt etwa 300 Meter vom heutigen Berglusthaus entfernt. Mit dessen Bau wurde 1926 begonnen, als sich die vorhandene Hütte als zu klein erwiesen hatte. "Unter dem steinigen Oberboden lag eine Schuttdecke und darunter das Festgestein. Das Material wurde mit Pickel und Spaten abgetragen, bis es endlich soweit war, ein Fundament zu schaffen. Das Gerät und Baumaterial wurden damals in einer Schubkarre von Günterstal auf die Baustelle am Hohbühl gezogen." Dies ist der Festschrift zu entnehmen, die Professor Rüdiger Mäckel und Hans Steffen aus Anlass des Jubiläums nun herausgegeben haben. Eindrucksvoll dokumentieren alte Fotos, unter welchen Bedingungen man damals baute. 1928 wurde das neue Wanderheim Berglusthaus eingeweiht – auf 825 Metern Höhe.

Eigentlich ist es seither unverändert, sagt Manfred Metzger, allerdings nur, was den Grundriss des Holzhauses angeht. Denn bis heute wird es vom Verein immer wieder modernisiert, "wenn Geld da ist, wird es ins Haus investiert", sagt Manfred Metzger. Seit 1982 seien das rund 300 000 Euro gewesen. In seinem 90. Lebensjahr verfügt das Berglusthaus über 19 Betten, verteilt auf drei Zimmer; das Mehrbettlager wurde 2018 geschlossen. Der Keller wurde erweitert um eine moderne Toilettenanlage und einen Waschraum. Beides war früher unter dem Dach und fror im Winter regelmäßig ein. Die Möbel im Aufenthaltsraum sind aus Holz geschnitzt und mit Hand auf Maß gefertigt. Die Fenster sind neu, das Haus ist isoliert, auf dem Dach glänzt eine Solaranlage und bereits 1988 wurde um das Haus ein Naturlehrgarten angelegt. Jüngstes Projekt: Der Platz um die Linde ist neu gestaltet und bietet, mit Tischen bestückt, den Besuchern Platz zum Vespern, ebenso wie die Terrasse vor dem Berglusthaus.

Jedes Wochenende ist das Haus samstags ab 14 Uhr bis sonntags 17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr geöffnet. Verkauft werden nur kalte Getränke, sein Vesper kann jeder selbst mitbringen oder die Küche zum Kochen nutzen. Ehrenamtliche Hüttenwarte kümmern sich um die Gäste, auch um die, die übernachten und sich, wenn sie möchten, im Hüttenbuch eintragen können.

Das Fest beginnt am Sonntag, 22. Juli, um 11 Uhr. Der Musikverein St. Ulrich sorgt für die Bewirtung. Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins wollen zum Haus wandern. Die Festschrift liegt im Berglusthaus aus, eine Spende wird erbeten. Sie informiert auch über Wanderwege, die am Haus vorbeiführen.