Drei befreundete Kapellen feiern mit

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Mo, 19. Juni 2017

Bollschweil

Strahlender Sonnenschein beim Fronleichnams-Hock im Weingut Mangold mit dem Musikverein Trachtenkapelle Bollschweil.

BOLLSCHWEIL. Eines der zahlreichen Feste, die in der als "Hochmittelalter" bezeichneten Epoche zum ersten Mal gefeiert wurden und seitdem als Hochfest zum Kirchenjahr der katholischen Kirche gehören, ist Fronleichnam. Der Anlass ist laut Geschichtsschreibung ein freudiger: Es galt und gilt bis heute, die leibliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie zu würdigen – da feiern auch Nichtkatholiken gerne mit.

Damit, dass Papst Urban IV. im Jahr 1264 den Termin für Fronleichnam auf den "fünften Wochentag nach der Pfingstoktav" festlegte, bescherte er den Gläubigen eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter mitspielen würde – so auch in diesem Jahr. Bei strahlendem Sonnenschein bewegten sich die traditionellen Fronleichnamsprozessionen durch die katholischen Orte der Landesteile, für die Fronleichnam zu den gesetzlichen Feiertagen gehört, so auch in Bollschweil. Nach dem Gottesdienst in der Hilariuskirche zelebrierte Pfarrer Harald Bethäuser, in Bollschweil immer wieder gern gesehener Gastprediger, an wunderschön gestalteten Altären Andachten, bevor sich alles im malerischen Hof des Weinguts Mangold zum Hock einfand.

Eingeladen zum geselligen Beisammensein hatte außer dem Pfarrgemeinderat der Musikverein Trachtenkapelle Bollschweil. Aber die Besucher aus Nah und Fern waren nicht die einzigen Gäste: Drei weitere Kapellen trugen zur ganztägigen Gestaltung des musikalischen Programms bei. In ihren schmucken Trachten eröffneten die Bollschweiler mit ihrem Dirigenten Carl-Philipp Rombach den Reigen, zunächst mit Nummern aus dem klassischen Repertoire – Märsche, Polkas, Walzer – bevor sie zu Melodien aus Rock, Pop und Musicals übergingen und damit wieder einmal den Beweis erbrachten, dass sie in allen Genres zu Hause sind. Das war die perfekte Begleitmusik zu dem Speisen- und Getränkeangebot, mit dem das Haus Mangold und die befreundeten Vereine zum Wohlbefinden der Gäste beitrugen, die sich an den Tischen im Schatten von Bäumen und Schirmen niedergelassen hatten. Nach mehr als zwei Stunden räumte die Bollschweiler Trachtenkapelle den schattigen Platz und überließ die Bühne den Freunden aus Sulgen, einem Ortsteil von Schramberg. Zu der Verbindung war es erst im vergangenen Jahr gekommen, als ein Mitglied der Bollschweiler Trachtenkapelle, Thomas Schneider, eine Ausbildung in diesem Schwarzwaldort absolvierte und als Posaunist ab und zu im vielköpfigen MV Sulgen – der Verein zählt nicht weniger als 50 Aktive – mitspielte. Die zweistündige Busreise zum Fronleichnams-Hock im Hexental war der Gegenbesuch des Ausflugs der Bollschweiler zu ihren neuen Freunden im vergangenen Jahr.

Freundschaftlich verbunden ist die Trachtenkapelle schon länger mit dem Musikverein des Lörracher Teilorts Brombach, und das nicht zufällig: Außer der Freude an der Musik teilt man sich den Dirigenten. Carl-Philipp Rombach zeigte überzeugend, dass auch am Hochrhein schwungvolle Musik gemacht wird.

Die Dritten im Bunde waren die Freunde aus Auggen, die laut Julian Büche "einfach dazugehören, wenn hier aufgespielt wird". Denn nicht weniger als sechsmal war diese talentierte Truppe in der Vergangenheit bereits beim Bollschweiler Fronleichnams-Hock dabei; ebenso oft hat der MV Trachtenkapelle bisher bei verschiedenen Anlässen in Auggen musiziert.