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18. März 2016

Ein Konzert, das begeistert

Die Trachtenkapelle Bollschweil bietet musikalische Unterhaltung für die ganze Familie, begleitet vom "Gestiefelten Kater".

  1. Die Trachtenkapelle Bollschweil gab mit dem „Gestiefelten Kater“ ein Konzert für die ganze Familie. Foto: Hans Jürgen Kugler

BOLLSCHWEIL. Die Trachtenkapelle Bollschweil präsentierte jüngst mit all seinen Orchestern ein Konzert für die ganze Familie. Neben anderen Stücken boten die Bläserklasse, Jugendkapelle und die Trachtenkapelle das musikalische Märchen "Der gestiefelte Kater".

Die Musiker haben ihre Plätze eingenommen, Eltern und Großeltern sind mit Kuchen und Kaffee reichlich versorgt, die Kinder blicken erwartungsvoll auf die Bühne. Plötzlich ein erbarmungswürdig heiseres Krächzen: "Krräk" – Rüdiger, der Schrei-Seeadler, in der Simultan-Übersetzung von Patricia Schneider, fragt neugierig, was denn das für komische goldene Dinger seien, auf denen das Orchester der Trachtenkapelle Bollschweil gleich spielen werde. Mit dem Spiritual-Klassiker "Oh, When the Saints" werden Rüdiger und dem zahlreich erschienenen Publikum die einzelnen Register der Blaskapelle vorgestellt. Rüdiger kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Besonders lustig findet er die "Poposaunen", die "Tuben" und die netten Klarinetten ...

Was aber treibt der einzelne Herr da vorne vor den Musikern, der da ständig mit einem kleinen Stöckchen herumwedelt? Dirigent Carl-Philipp Rombach übergibt probehalber gerne einmal die Stabführung an den schreienden Seeadler, und der erweist sich prompt als Naturtalent. Absolut präzise, klangschön und im samtigen Orchesterklang lässt Rüdiger die Heiligen musikalisch ins Himmelreich marschieren ("Oh, when the Saints, will marching in..."). Doch Rüdiger ist nicht nur talentiert, sondern auch rücksichtsvoll, schließlich will er den Dirigenten e nicht arbeitslos machen und überlässt dem Profi wieder den Taktstock.

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Beim wuseligen "Beetle Blues" greift der Chef aber gerne auf die tatkräftige Unterstützung der Kinder zurück, die mit Spülschwämmen auf Papier eifrig den Rhythmus mitschrubben dürfen. Beim Stück "Cups" kamen die namengebenden Plastikbecher klangvoll zum Einsatz, und bei "House Party" war das Publikum nicht mehr zu halten und unterstützte die Musiker mit rhythmischem Klatschen.

Märchen als Musical erzählt

Mit "Jamaican Sun" von Ennio Salvere verbreiteten die Musiker karibische Stimmung, ehe sie mit "Happy Hour" gekonnt einen Gang zurückschalteten, um das Publikum auf den Top Act des Konzerts vorzubereiten, den "Gestiefelten Kater" in der Musicalfassung von Neil Fishman. Unter den schwungvollen Broadway-Melodien der Trachtenkapelle nimmt Erzähler Max Riesterer auf dem großen Plüschsessel Platz, letzte Mikrofonprobe, und los geht’s... Es war einmal ein Müller, nach dessen Tode die Mühle an den ältesten Sohn, an den zweiten ein Esel und an den dritten ein Kater fiel. Dieser hatte es faustdick hinter den Ohren und brachte den unglücklichen Sohn dazu, statt dem armen Kater für ein Paar Handschuhe das Fell über die Ohren zu ziehen, ihm ein schönes Paar Stiefel anfertigen zu lassen, auf denen er sich hinaus in die weite Welt machte – wo der pfiffige Kater mit Witz, List, noblem Auftreten und tadellosen Manieren es schließlich bis zum ersten Minister des Königs bringt und so ganz nebenbei auch den bösen Zauberer beseitigt, indem er den eitlen Dummkopf dazu bringt, sich in eine Maus zu verwandeln – ein Satz und schon war’s um den Zauberer geschehen. Aus die Maus.

Ebenso dramatisch fiel die Zugabe aus, mit der sich die Trachtenkapelle für den begeisterten Applaus des Publikums bedankte: Mit "Skyfall", der Filmmusik zum gleichnamigen James-Bond-Film, endete das unterhaltsame Familienkonzert.

Autor: Hans Jürgen Kugler